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Hardliner Ebrahim Raeissi gewinnt
International 19.06.2021
Präsidentenwahl im Iran

Hardliner Ebrahim Raeissi gewinnt

Irans junge Bevölkerung dürfte kaum gewählt haben, nachdem schon lange feststand, wer gewinnen würde. Die wirtschaftliche Lage des Landes sieht mit dem neuen Machthaber düster aus.
Präsidentenwahl im Iran

Hardliner Ebrahim Raeissi gewinnt

Irans junge Bevölkerung dürfte kaum gewählt haben, nachdem schon lange feststand, wer gewinnen würde. Die wirtschaftliche Lage des Landes sieht mit dem neuen Machthaber düster aus.
Foto: AFP
International 19.06.2021
Präsidentenwahl im Iran

Hardliner Ebrahim Raeissi gewinnt

Die Zeichen stehen mehr denn je auf Konfrontation. In Teheran wird der als gemäßigt geltende Hassan Ruhani von einem erzkonservativen Kleriker abgelöst.

(dpa) - Mehr als 59 Millionen Wahlberechtigte haben am Freitag einen Nachfolger für Präsident Hassan Ruhani gewählt, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten durfte. Der erzkonservative Kleriker Raeissi war der Topfavorit.    

Raeissi hat die Präsidentenwahl im Iran gewonnen. Der Spitzenkandidat der Hardliner erhielt mindestens 17,8 Millionen Stimmen, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag mitteilte. 28,6 Millionen Stimmen wurden demnach insgesamt abgegeben. Raeissi wird damit Nachfolger von Hassan Ruhani, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl antreten durfte. Die Vereidigung des neuen Präsidenten ist für August geplant.

Der 60 Jahre alte Justizchef Raeissi war vor vier Jahren noch an Ruhani gescheitert, dieses Mal stellte sich sein Weg ins Präsidialamt wesentlich leichter dar. Dafür sorgte auch der sogenannte Wächterrat, der als Wahlgremium ernsthafte Konkurrenten vor dem Urnengang aussortierte. Dies führte auch in den eigenen Reihen zu heftigen Protesten - und zu großem Desinteresse der Menschen an einer Wahl, die weithin als inszeniert und undemokratisch wahrgenommen wurde.  

Ende des moderaten Kurses erwartet

Mit Raeissi erwarten Medien und Beobachter einen politischen Machtwechsel im Land. Ihrer Überzeugung nach wird der erzkonservative Kleriker als Präsident den moderaten Kurs Ruhanis nicht fortsetzen. Als langjähriger Staatsanwalt, Richter und seit 2019 Justizchef hat er politisch wenig Erfahrung. Dennoch steht er schon am Anfang seiner Amtszeit vor vielen politischen Herausforderungen.


AN Iranian woman walks past an electoral poster depicting judiciary chief and presidential candidate Ebrahim Raisi in the capital Tehran, on May 29, 2021. - Iran's presidential election campaign officially kicked off yesterday, without fanfare and in an atmosphere of indifference as many say the result is a foregone conclusion. (Photo by ATTA KENARE / AFP)
Bericht: Iran produziert 2,4 Kilogramm hochangereichertes Uran
Der Staat habe Material mit einem Reinheitsgrad von bis zu 60 Prozent hergestellt und sei damit "fast waffentauglich", berichtete die IAEA.

So muss er vor allem über die Zukunft des Wiener Atomabkommens von 2015 entscheiden. Nach dem Rückzug der USA aus dem internationalen Abkommen 2018 hat Teheran schrittweise die vereinbarte Beschränkung und Kontrolle der Atomanlagen aufgehoben

Nicht zuletzt die US-Sanktionen verursachten eine schwere Wirtschaftskrise im Iran. Für einen Fortbestand des Abkommens wären Verhandlungen mit dem Erzfeind USA erforderlich. In der Nahost-Politik erwarten Beobachter unter Raeissi einen radikaleren Kurs, im Verhältnis zu Israel einen gar noch feindseligeren als bislang.     

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