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Präsident von Haiti in seiner Privatresidenz ermordet
International 07.07.2021
Seit 2017 im Amt

Präsident von Haiti in seiner Privatresidenz ermordet

Jovenel Moïse im Jahr 2016.
Seit 2017 im Amt

Präsident von Haiti in seiner Privatresidenz ermordet

Jovenel Moïse im Jahr 2016.
AFP
International 07.07.2021
Seit 2017 im Amt

Präsident von Haiti in seiner Privatresidenz ermordet

Jovenel Moïse wurde in der Nacht zum Mittwoch von Unbekannten in seiner Residenz getötet.

(SC/dpa) - Jovenel Moïse, seit 2017 Präsident des Karibikstaats Haiti, wurde in der Nacht zum Mittwoch von bewaffneten Männern in seiner Privatresidenz in Port-au-Prince ermordet. Das erklärte der scheidende Ministerpräsident Claude Joseph am Mittwoch in einer Mitteilung. 


TOPSHOTS - A Haitian man sells used shoes in Port-au-Prince amidst earthquake damage on January 9, 2012. According to the UN some 50 percent of the rubble left by  the January 12, 2010 earthquake still litters the Haitian capital.   TOPSHOTS /  AFP PHOTO / Thony BELIZAIRE
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„Gegen 1 Uhr morgens, in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch, hat eine Gruppe unidentifizierter Personen - darunter einige die Spanisch sprachen - die Privatresidenz des Präsidenten der Republik angegriffen und den Staatschef dabei tödlich verletzt“. Joseph rief die Einwohner dazu auf, Ruhe zu bewahren. Die Landessicherheit sei unter Kontrolle, so der Interims-Präsident. „Es werden alle Maßnahmen ergriffen, um den Fortbestand des Staates zu gewährleisten und die Nation zu schützen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Die Demokratie und die Republik werden obsiegen.“

Auch die First Lady Martine Moïse sei von Schüssen getroffen worden, teilte die Regierung des Karibikstaats mit. Sie soll schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden sein.  

Ariel Henry, ein Arzt, war erst am Montag von Präsident Jovenel Moïse zum neuen Premierminister berufen worden. Henry ist bereits die siebte Person, die dieses Amt in den vergangenen viereinhalb Jahren innehatte. Joseph hielt sich nur drei Monate auf dem Posten. Für Ende September sind in Haiti Präsidenten- und Parlamentswahlen angesetzt. Auch ein Verfassungsreferendum ist geplant. Erst im Februar hatte es laut Moïse einen Anschlag auf sein Leben gegeben.

Haiti ist der ärmste Karibikstaat und immer wieder von Krisen geschüttelt. Seit Januar 2020 verfügt die Insel über kein Parlament mehr - Moïse regierte seither per Dekret und sah sich mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Auch Verbindungen zu gewalttätigen Banden wurden ihm vorgeworfen. Kämpfe solcher Banden um die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Port-au-Prince trieben nach UN-Zahlen seit Anfang Juni fast 15.000 Menschen in die Flucht. Rund 4,4 Millionen der gut 11 Millionen Haitianer brauchen demnach humanitäre Hilfe. Zudem nahmen die Corona-Neuinfektionen und Todesfälle zuletzt deutlich zu.

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