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Präsident sorgt für Empörung: Trump sieht sich als "Lynchmord"-Opfer
International 2 2 Min. 22.10.2019

Präsident sorgt für Empörung: Trump sieht sich als "Lynchmord"-Opfer

Donald Trump hat mit einer neuen Äußerung für Empörung gesorgt.

Präsident sorgt für Empörung: Trump sieht sich als "Lynchmord"-Opfer

Donald Trump hat mit einer neuen Äußerung für Empörung gesorgt.
Foto: AFP
International 2 2 Min. 22.10.2019

Präsident sorgt für Empörung: Trump sieht sich als "Lynchmord"-Opfer

Trump hat mit einer neuen Äußerung für Empörung gesorgt. Er sieht sich als Opfer der Medien und der Demokraten. Aber mit seinem jüngsten Vergleich geht er vielen Abgeordneten zu weit.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat das von den Demokraten gegen ihn angestrengte Amtsenthebungsverfahren als "Lynchmord" bezeichnet. Zahlreiche Abgeordnete kritisierten Trumps Wortwahl am Dienstag scharf. Der Begriff "Lynchmord" wird in den USA historisch mit brutalen und rassistisch motivierten Tötungen Tausender Schwarzer in den Südstaaten in Verbindung gebracht.

Trump zeigte sich auf Twitter zuversichtlich, dass er als Sieger aus dem Amtsenthebungsverfahren hervorgehen würde. "Alle Republikaner müssen sich daran erinnern, was sie hier erleben - einen Lynchmord", schrieb er. Trump hatte das Vorgehen gegen ihn Anfang Oktober bereits als "Putsch" bezeichnet.

Ein demokratischer Abgeordneter aus Texas, Al Green, zeigte sich schockiert, dass Trump ein von der Verfassung vorgesehenes Verfahren mit den dunkelsten Verbrechen der US-Geschichte verglich. "Kennt er die Geschichte von Lynchmorden in diesem Land nicht?", fragte der schwarze Abgeordnete im Repräsentantenhaus.


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Tausende schwarze Amerikaner seien von weißen Mobs gelyncht worden, sagte er. Es sei schockierend, dass der Präsident "Rassismus und Fanatismus" weiterhin ungeniert für politische Zwecke einsetze, sagte Green.

Al Green, der schon früh ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump befürwortete, erhielt im Jahr 2017 angeblich selbst Lynch-Drohungen von Trump-Anhängern.

Der Abgeordnete James Clyburn aus South Carolina verurteilte Trumps Worte als "aufhetzend". "Das ist ein Wort, das kein Präsident auf sich selbst bezogen nutzen sollte", sagte er dem Sender CNN. "Das ist ein Wort, mit dem wir sehr, sehr vorsichtig umgehen sollten."


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Selbst in Trumps eigener Partei rümpften viele die Nase. "Das war eine unglückliche Wortwahl", sagte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, der sonst fast immer zu Trump hält. Ein weiterer Senator, John Thune, sprach einem Bericht zufolge von einer unangemessenen Wortwahl. Einzig Senator Lindsey Graham, ein enger Trump-Verbündeter, verteidigte den Präsidenten.

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Bürgerrechtlern zufolge wurden in den südlichen Bundesstaaten der USA etwa zwischen 1877 und 1950 mindestens 4000 Lynchmorde dokumentiert. Opfer waren zumeist schwarze Amerikaner - Männer, Frauen und Kinder - die von weißen Mobs gehenkt, lebendig verbrannt, erschossen oder zu Tode geprügelt wurden. Die Dunkelziffer der Lynchmorde liegt noch höher. Millionen schwarze Amerikaner flohen vor dem rassistischen Terror in nördlichere Staaten.

Ein Sprecher des Präsidenten, Hogan Gidley, verteidigte die Wortwahl Trumps gegenüber Journalisten im Weißen Haus. Der Präsident vergleiche, was ihm widerfahre, nicht mit einem der dunkelsten Kapitel amerikanischer Geschichte, sagte Gidley. Er wehre sich nur gegen die unfaire Behandlung, die ihm seitens der Medien und der Demokraten widerfahre, sagte er demnach weiter.

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Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten im September Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs eingeleitet. Trump wird vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat Ende Juli zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermuntert zu haben. 


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Die Demokraten sehen darin einen Versuch Trumps, die Wahl mit Hilfe einer ausländischen Regierung zu gewinnen. Zudem soll er Hilfsgelder als Druckmittel eingesetzt haben. Trump bestreitet alle Vorwürfe.

Drei ermittelnde Parlamentsausschüsse vernehmen derzeit Zeugen. Am Dienstag sagte etwa der geschäftsführende US-Botschafter in Kiew, William Taylor, hinter verschlossenen Türen aus.


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