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Portugal startet am Montag vorsichtigen Lockdown-Ausstieg
International 4 4 Min. 01.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Portugal startet am Montag vorsichtigen Lockdown-Ausstieg

Das Land im Südwesten Europas kam im Vergleich zu anderen Ländern Europas bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.

Portugal startet am Montag vorsichtigen Lockdown-Ausstieg

Das Land im Südwesten Europas kam im Vergleich zu anderen Ländern Europas bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.
Foto: AFP
International 4 4 Min. 01.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Portugal startet am Montag vorsichtigen Lockdown-Ausstieg

Nach Ende des sechswöchigen Ausnahmezustands zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in Portugal am Montag erstmals wieder zahlreiche Läden öffnen dürfen.

(dpa/rc) - Ministerpräsident António Costa gab am Donnerstagabend einen detaillierten Drei-Phasen-Plan zum „schrittweisen und vorsichtigen“ Ausstieg aus dem Lockdown bekannt. „Das bedeutet aber keineswegs, dass die Pandemie vorbei ist, dass es keine Risiken mehr gibt und dass wir zu jener Normalität zurückkehren werden, die es vor dieser Krise gab“, warnte der sozialistische Regierungschef. Costa appellierte an jeden Einzelnen, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Zurück zur Normalität in drei Schritten

Ab Montag dürfen in Portugal zunächst kleinere Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern wieder öffnen, darunter Buch-, Friseur- und Schuhläden sowie Autohäuser. Man darf außerdem wieder im Freien Sport treiben. In einer zweiten Phase, die am 18. Mai beginnt, werden alle Läden mit Flächen zwischen 200 und 400 Quadratmetern den Betrieb wieder aufnehmen können. Auch Cafés, Kneipen und Restaurants sowie Schulen und Tagesheime sollen dann wieder öffnen. Aber die Eltern werden entscheiden dürfen, ob ihre Kinder weiter zu Hause bleiben sollen oder nicht.


Ab dem 1. Juni, dem Beginn von Phase drei, werden die großen Läden, die Einkaufszentren sowie Kinos, Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen wieder Besucher empfangen dürfen - allerdings mit deutlich reduziertem Gästevolumen. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen bleiben derweil mindestens bis Ende Mai untersagt, Homeoffice bleibt - überall dort, wo möglich - Pflicht. Konkrete Pläne zur Wiederaufnahme des Tourismus gibt es vorerst nicht.

Lockerungen auch in anderen Ländern

Nach wochenlangen Restriktionen in der Corona-Krise kehrt nun auch in anderen europäischen Ländern langsam wieder das Leben zurück nach draußen. Der Traum vom unbeschwerten Sommerurlaub bleibt indes in weiter Ferne, auch wenn einige Länder im Süden die Einnahmen aus dem Tourismus dringend bräuchten. Es gelten trotz vorsichtiger Lockerung der Regelungen weiterhin strenge Sicherheitsauflagen.

Spanier dürfen spazieren gehen

Ab diesem Wochenende dürfen die Bürger im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien erstmals nach sieben Wochen wieder im Freien spazieren gehen oder Sport treiben. Zur Ausübung dieser Aktivitäten werde es Zeitfenster und örtliche Beschränkungen geben, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa. Es ist erlaubt, dafür zwischen 06.00 und 10.00 sowie zwischen 20.00 und 23.00 Uhr aus dem Haus zu gehen und sich bei Spaziergängen bis zu einem Kilometer vom Wohnsitz zu entfernen. Beim Sport darf man die Wohngemeinde nicht verlassen.

Franzosen dürfen wieder aufs Rad steigen

Erwachsene Franzosen dürfen für ihre sportliche Betätigung während der strengen Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen auch mit dem Fahrrad fahren. Das entschied das oberste Verwaltungsgericht des Landes. Das Ministerium für Sport und lokale Behörden hatte demnach zuvor wiederholt betont, dass Erwachsene zwar spazieren gehen oder joggen dürften, Radfahren aber nur Kindern erlaubt sei. In dem Notstandsgesetz, auf dem die Ausgangsbeschränkungen in Frankreich beruhen, sei das aber nicht genau festgelegt, erklärte das Gericht. Die Regierung muss jetzt binnen 24 Stunden die Öffentlichkeit informieren, dass Fahrradfahren als Sport erlaubt ist.

Polen lockert Auflagen für Pendler

Polen lockert die wegen der Corona-Epidemie verhängten Auflagen für Pendler an der Grenze. Ab dem 4. Mai müssten polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki auf Facebook. Eine entsprechende Regelung habe man in Absprachen mit den Nachbarländern getroffen. Die Zunahme neuer Coronavirus-Fälle sei relativ niedrig und stabil. „Wir haben die Epidemie noch nicht besiegt, aber zunehmend unter Kontrolle. Daher können wir jetzt entschiedener handeln, damit das Wirtschaftsleben wieder Tempo aufnimmt.“

Maskenpflicht in Teherans U-Bahn und in Bussen

Wegen der Corona-Krise dürfen künftig in der iranischen Hauptstadt Teheran die Hauptstädter ohne Schutzmaske nicht mehr U-Bahn und Bus fahren. Von Samstag an müssten alle Fahrgäste nach den Anweisungen des Corona-Krisenstabs eine Maske tragen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Sonst dürfen sie nicht einmal die Bahnstation betreten oder in den Bus einsteigen. Die Maskenpflicht soll auch bald in den anderen iranischen Städten eingeführt werden. 

Lange Ausgangssperre in der Türkei

In 31 türkischen Städten und Provinzen gilt seit Mitternacht (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) wegen der Corona-Pandemie für drei Tage eine weitere weitgehende Ausgangssperre übers Wochenende. Wegen des Mai-Feiertags am Freitag begann sie diesmal am Donnerstag um Mitternacht. Aufgehoben wird sie Sonntagnacht. Betroffen sind unter anderem die größte Stadt der Türkei, Istanbul, sowie die Hauptstadt Ankara. Am Freitag sind bis 14.00 Uhr Ortszeit die Supermärkte noch geöffnet. Über das Wochenende dürfen dann Bäckereien Brot ausfahren und in den Wohnvierteln am Lastwagen verkaufen. Außerdem bleiben Kliniken, Apotheken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister offen. Für die meisten Menschen unter 20 Jahren, chronisch Kranke sowie alle Menschen über 65 galten schon vorher Ausgehverbote.


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