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Portugal: Energienotstand wegen Streiks der Lastwagenfahrer
International 17.04.2019

Portugal: Energienotstand wegen Streiks der Lastwagenfahrer

Portugal: Energienotstand wegen Streiks der Lastwagenfahrer

Foto: Lusa
International 17.04.2019

Portugal: Energienotstand wegen Streiks der Lastwagenfahrer

Knapp 2800 Tankstellen im gesamten Land hätten laut Medienberichten bereits Treibstoffknappheit gemeldet, darunter rund 800 allein in der Hauptstadt Lissabon.

(dpa) - Wegen eines Streiks der Fahrer von Gefahrgut-Lastwagen hat die portugiesische Regierung kurz vor den Osterfeiertagen den Energienotstand ausgerufen. Knapp 2800 Tankstellen im gesamten Land hätten bereits Treibstoffknappheit gemeldet, darunter rund 800 allein in der Hauptstadt Lissabon, berichtete die Wochenzeitung „Expresso“ am Mittwoch in der Onlineausgabe. Es fehle vor allem an Diesel, hieß es.


Luxemburg verfügt innerhalb des Landes über Treibstoffreserven für acht Tage.
Treibstoffreserven werden angezapft
Einigen Tankstellen ging zeitweise der Kraftstoff aus. Der Grund sind ein niedriger Pegelstand des Rheins und Proteste in Wallonien. Wie sich die Situation entwickelt, kann zurzeit niemand sagen.

Der unbefristete Ausstand hatte am Montag begonnen. Am späten Dienstagabend rief die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Antonio Costa den Notstand aus. Die vom portugiesischen Gesetz bei einem Streik vorgeschriebenen Mindestdienste würden nicht eingehalten, deshalb sei es zur Treibstoffknappheit gekommen, hieß es zur Begründung der Maßnahme.

An den Tankstellen hatten sich am Dienstag zum Teil sehr lange Autoschlangen gebildet. An den angrenzenden Straßen und Autobahnen kam es deshalb zu Staus.

Fortschritte am Verhandlungstisch

Beobachter erwarteten derweil eine baldige Entspannung der Lage. Zum einen sicherten die zuständigen Gewerkschaften SNMMP und ANTRAM der Regierung nach langen Verhandlungen in der Nacht zum Mittwoch zu, dass man ab sofort die Mindestdienste einhalten werde. Die Versorgung von Krankenhäusern, Flughäfen und Militär-Einrichtungen werde zu 100 Prozent garantiert, hieß es.

Am Mittwoch stellte das Militär außerdem 15 „für den Transport von Gefahrengut gut ausgebildete“ Fahrer zur Verfügung, die, wenn nötig, als Ersatz für die streikenden Fahrer zum Einsatz kommen sollen.