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Polizei zieht 100 Sportwagen auf einmal aus dem Verkehr
International 02.05.2019

Polizei zieht 100 Sportwagen auf einmal aus dem Verkehr

Wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern werden Dutzende Autos von der Polizei kontrolliert.

Polizei zieht 100 Sportwagen auf einmal aus dem Verkehr

Wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern werden Dutzende Autos von der Polizei kontrolliert.
Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
International 02.05.2019

Polizei zieht 100 Sportwagen auf einmal aus dem Verkehr

Beobachter können nur den Kopf schütteln: Mit mehr als 200 km/h jagen Dutzende Sportwagen über eine Autobahn in Norddeutschland. Hintergrund ist vermutlich eine internationale Rally.

(dpa) - Mehr als 100 Sportwagen, die am Donnerstag gemeinsam mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde über die deutsche Autobahn A20 rasten, sind ins Visier der Polizei geraten. Wie eine Polizeisprecherin berichtete, wurden bei der Raststätte Fuchsberg östlich von Wismar 107 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten gehen jetzt dem Verdacht eines illegalen Autorennens nach. Meldungen über Unfälle lagen zunächst nicht vor.

Die Polizei ging davon aus, dass zuvor noch mehr Autos unterwegs waren. Die A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist zu großen Teilen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung befahrbar. Die Polizei sei von besorgten anderen Autofahrern verständigt worden, sagte die Sprecherin.

Alle Fahrzeuge tragen den Schriftzug «Eurorally».
Alle Fahrzeuge tragen den Schriftzug «Eurorally».
Bild: Bernd Wüstneck/dpa

Ein dpa-Reporter berichtete von der Raststätte Fuchsberg, dass die meisten der teuren Luxusautos norwegische Kennzeichen hatten. Sie trugen zudem die Aufschrift „Eurorally“. Im Internet wird beschrieben, dass die Strecke von Oslo über Kiel und Stettin nach Prag führen sollte. Falls diese Angaben zutreffen, sollte die Fahrt am Donnerstag um 9.15 Uhr in Kiel beginnen und nach 4,5 Stunden im mehr als 400 Kilometer entfernten polnischen Stettin enden.

Die Autofahrer an der Raststätte hätten sich zumeist entspannt, freundlich und zurückhaltend gezeigt, berichtete der Reporter. Im Internet wird die „Eurorally“ als eine Ereignis für Auto-Enthusiasten bezeichnet. Die Teilnehmer zahlen für den Trip bis zu 799 Euro.


29.04.2019, Nordrhein-Westfalen, Moers: Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen Autorennen verletzt und später gestorben ist. Zwei Raser sollen sich in PS-starken Autos auf der zweispurigen Straße ein illegales Autorennen geliefert haben. Dabei kollidierte ein Fahrer mit dem Kleinwagen des 43-jährigen Todesopfers. Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach Todesfahrt: Gesuchter Verdächtiger stellt sich
Bei einem mutmaßlichen Autorennen in Deutschland stirbt eine unbeteiligte Frau. Die Fahndung nach dem tatverdächtigen Unfallfahrer lief auf Hochtouren. Nun hat sich der 21-Jährige bei der Polizei gestellt.

Bei der „Eurorally“ handelte es sich laut Polizei möglicherweise um ein illegales Autorennen. Dementsprechend werde wegen des Vorwurfs eines verbotenen Autorennens und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Es gelte nun zunächst sicherzustellen, dass kein weiteres Rennen mehr gefahren wird, sagte die Sprecherin. Es werde geprüft, ob die Autos sichergestellt werden können. „Die Weiterfahrt wird definitiv unterbunden.“ Entlang der Autobahn waren mobile und stationäre Kontrollstellen eingerichtet worden, zwei Hubschrauber unterstützten die Aktion. Es war auch Bundespolizei im Einsatz.