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Polen: Mutmaßlicher Enkeltrick-Erfinder schweigt
International 28.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Polen: Mutmaßlicher Enkeltrick-Erfinder schweigt

Polen: Mutmaßlicher Enkeltrick-Erfinder schweigt

Foto: Anouk Antony
International 28.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Polen: Mutmaßlicher Enkeltrick-Erfinder schweigt

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Reden ist sein Geschäft, doch vor Gericht schweigt er: Der mutmaßliche Kopf der Enkeltrick-Mafia hat vor Gericht in Polen die Aussage verweigert. Auch Luxemburger soll er betrogen haben.

(dpa) - Der mutmaßliche Kopf der international agierenden Enkeltrick-Mafia hat vor Gericht in Polen die Aussage verweigert. Am Mittwoch begann in Posen (Poznan) der Prozess gegen den Polen Arkadiusz L., genannt „Hoss“. Die polnische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz mithilfe der Masche Hunderttausende Euro von Senioren erbeutet zu haben.

Der Angeklagte wollte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP nicht zu den Vorwürfen äußern. Ein zuvor während der Ermittlungen abgelegtes Geständnis habe „Hoss“ vor Gericht nicht kommentiert, hieß es. Der 49-Jährige war im März in Warschau von der Polizei gefasst worden, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Auch Österreich ermittelt gegen den Mann. Die dortige Polizei schätze den Schaden im deutschsprachigen Raum sogar auf bis zu einer  Milliarde Euro. Österreich fordert seine Auslieferung.

Die Komplizen von „Hoss“ waren polnischen Behörden zufolge überwiegend Familienmitglieder. In Polen stehen auch Schwester und Bruder des Mannes vor Gericht.

„Hoss“ gilt als Erfinder des Enkeltricks. Bei der Masche gaukeln Betrüger ihren meist älteren Opfern am Telefon vor, ein Verwandter zu sein, um diese im Verlauf des Gesprächs zu Geldzahlungen zu bewegen.