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Polen bekräftigt Nein zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer
International 24.09.2022
Nach Teilmobilmachung

Polen bekräftigt Nein zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer

Polen will seine Grenzen nicht für Russen öffnen, die sich dem Militärdienst entziehen.
Nach Teilmobilmachung

Polen bekräftigt Nein zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer

Polen will seine Grenzen nicht für Russen öffnen, die sich dem Militärdienst entziehen.
Foto: dpa
International 24.09.2022
Nach Teilmobilmachung

Polen bekräftigt Nein zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer

Aus „sicherheitspolitischer und moralischer Sicht" will Polen keine Russen ins Land lassen, die vor ihrer Einberufung fliehen.

(dpa) - Polen öffnet seine Tore nicht für Russen, die vor einer möglichen Einberufung für den Krieg in der Ukraine fliehen wollen. Das bekräftigte Außenminister Zbigniew Rau am Samstag in einem Interview mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Auf die Frage, ob Polen es Russen erleichtern sollte, sich dem Militärdienst zu entziehen, um damit das militärische Potenzial Russlands zu schwächen, antwortete Rau mit klarer Ablehnung.

Sowohl aus sicherheitspolitischer als auch aus moralischer Sicht sei es „höchst unratsam“, eine größere Zahl an Russen aufzunehmen. Auch andere Nachbarn Russlands, etwa die baltischen Staaten und Finnland, teilten Polens Haltung, dass Kriegsdienstverweigerung allein kein ausreichender Grund sei. „Wir haben beschlossen, die derzeitige Erteilung von Visa an Bürger der Russischen Föderation einzustellen und damit die Touristenvisa abzuschaffen“, erklärte Rau. Er schloss aber Ausnahmen für Russen, die wirklich gegen den Krieg seien und zum Beispiel an Protestaktionen teilgenommen hätten, nicht aus.


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Am Freitag hatte sich Vize-Innenminister Marcin Wasik im polnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ähnlich geäußert. Es sei nicht auszuschließen, dass sich unter dem Vorwand, vor dem Kriegsdienst zu fliehen, Mitarbeiter russischer Geheimdienste einschleichen könnten.


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