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Pence verspricht "Recht und Ordnung" bei Wiederwahl Trumps
International 4 5 Min. 27.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Pence verspricht "Recht und Ordnung" bei Wiederwahl Trumps

US-Vizepräsident Mike Pence spricht am dritten Tag des republikanischen Parteitages.

Pence verspricht "Recht und Ordnung" bei Wiederwahl Trumps

US-Vizepräsident Mike Pence spricht am dritten Tag des republikanischen Parteitages.
Foto: AFP
International 4 5 Min. 27.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Pence verspricht "Recht und Ordnung" bei Wiederwahl Trumps

Nach dem neuerlichen Tod eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz überschatten neue Unruhen den Parteitag der US-Republikaner. Vize-Präsident Pence verspricht den Amerikanern Sicherheit.

(dpa/SC) - Nach neuen wütenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt hat Vizepräsident Mike Pence den Amerikanern Recht und Ordnung bei einer Wiederwahl von Präsident Donald Trump versprochen. „Wir werden auf den Straßen dieses Landes für jeden Amerikaner jeder Rasse, jeden Glaubens und jeder Hautfarbe Recht und Ordnung haben“, sagte Pence im historischen Fort McHenry bei Baltimore bei seiner Ansprache zum Parteitag der Republikaner. Bei den Protesten handele es sich um „Gewalt und Chaos in unseren Städten, nicht um friedliche Demonstrationen“. Die Trump-Regierung werde die Sicherheitskräfte und die Minderheiten im Land für vier weitere Jahre unterstützen.

Der viertägige Parteitag wird von Unruhen in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin überschattet. Auslöser war ein Polizeieinsatz am Sonntag, dabei wurde dem 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake mehrfach in den Rücken geschossen. Der Familienvater liegt im Krankenhaus, nach Angaben seiner Familie ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Der Fall heizte die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt neu an, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis Ende Mai ausgelöst worden waren.

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„Die Gewalt muss aufhören“, sagte Pence. „Zu viele Helden sind gestorben für die Verteidigung unserer Freiheit, um nun zu sehen, wie Amerikaner gegeneinander losschlagen.“ Trump war nach Floyds Tod vorgeworfen worden, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen. In seinen Prioritäten für eine zweite Amtszeit findet der Kampf gegen Rassismus keine Erwähnung. Zu den Wahlversprechen gehört aber eine Stärkung der Polizeikräfte im Land.


KENOSHA, WI - AUGUST 25: Law enforcement hold a line on August 25, 2020 in Kenosha, Wisconsin. As the city declared a state of emergency curfew, a third night of civil unrest occurred after the shooting of Jacob Blake, 29, on August 23. Video shot of the incident appears to show Blake shot multiple times in the back by Wisconsin police officers while attempting to enter the drivers side of a vehicle. The 29-year-old Blake was undergoing surgery for a severed spinal cord, shattered vertebrae and severe damage to organs, according to the family attorneys in published accounts.   Brandon Bell/Getty Images/AFP
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Zum Abschluss des Parteitags will Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) vom Weißen Haus aus sprechen und die Nominierung zum Kandidaten für die Wahl am 3. November annehmen. Trump tritt gegen den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, an. Schwarze sind eine wichtige Wählergruppe Bidens, der unter Barack Obama Vizepräsident war.

Mehrere afroamerikanische Redner nahmen Trump beim Parteitag am Mittwoch gegen Rassismusvorwürfe in Schutz. So sagte etwa der Bürgerrechtler Clarence Henderson: „Er hat in vier Jahren mehr für schwarze Amerikaner getan als Joe Biden in 50.“ Trump wirbt unter anderem damit, dass die Arbeitslosenquote unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Außerdem hat er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sichergestellt. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

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Trotz rund 180.000 Toten bei der Corona-Pandemie in den USA pries Pence das Krisenmanagement Trumps. Trumps frühzeitiges Handeln habe „unzählige amerikanische Leben gerettet und verschaffte uns Zeit, die größte nationale Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg zu starten, sagte der Vizepräsident, der zugleich der Corona-Task-Force im Weißen Haus vorsteht.


US First Lady Melania Trump addresses the Republican Convention during its second day from the Rose Garden of the White House August 25, 2020, in Washington, DC. (Photo by Brendan Smialowski / AFP)
First Lady: USA brauchen Donald Trumps Führung mehr denn je
First Lady Melania Trump wirbt beim Parteitag der Republikaner für eine weitere Amtszeit von Donald Trump. Auf Angriffe gegen Herausforderer Biden verzichtet sie - anders als Präsidentensohn Eric Trump.

„Letzte Woche sagte Joe Biden, dass es kein Wunder geben wird. Aber Joe scheint nicht zu verstehen, dass Amerika eine Nation der Wunder ist. Und ich bin stolz darauf, berichten zu können, dass wir auf dem Weg sind, bis Ende dieses Jahres den weltweit ersten sicheren, effektiven Coronavirus-Impfstoff zu haben.“

Pence sprach den Angehörigen der Opfer der Pandemie sein Mitgefühl aus. Biden schrieb auf Twitter: „180.000 Menschen sind an dieser Covid-Krise gestorben. Und die herzzerreißende Wahrheit ist, dass es so nicht hätte geschehen müssen.“ Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris kritisierte, Trump habe die Gefahr des Coronavirus heruntergespielt und das amerikanische Volk in die Irre geführt. „Jetzt zahlen wir alle den Preis für seine gescheiterte Führung.“

Donald Trump als Kämpfer für Frauenrechte

Die Republikaner präsentierten Trump bei dem Parteitag am Mittwoch als mitfühlenden Landesvater und als Förderer von Frauenrechten. Die scheidende US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway hat das Engagement von Donald Trump für die Förderung von Frauen in der Gesellschaft der USA gepriesen. „Über Jahrzehnte hat er Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und der Regierung befördert“, sagte Conway am Mittwochabend (Ortszeit) beim Parteitag der Republikaner. „Er vertraut sich uns an und konsultiert uns, respektiert unsere Meinungen und besteht darauf, dass wir den Männern gleichgestellt sind.“ Im Wahlkampf 2016 waren frühere frauenverachtende Äußerungen von Donald Trump aufgetaucht.

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Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Conway als Wahlkampfmanagerin Trump zum Sieg verholfen. Nach dessen Amtsantritt wurde sie Beraterin des Präsidenten und eine seiner entschlossensten Verteidigerinnen. Einen Tag vor Beginn des Parteitags hatte sie am Sonntag überraschend ihren Rückzug aus dem Weißen Haus zum Monatsende angekündigt, um sich mehr um ihre Familie zu kümmern. Conways 15-jährige Tochter kritisierte ihre Mutter in den sozialen Medien am vergangenen Wochenende heftig, als sie erfuhr, dass Conway auf dem Parteitag der Republikaner reden würde. Der Job ihrer Mutter habe ihr Leben zerstört: „Es ist herzzerreißend, dass sie ihren Weg fortsetzt, nachdem sie ihre Kinder schon seit Jahren darunter leiden sieht.“


(FILES) In this file photo taken on August 06, 2020 Counselor to the President, Kellyanne Conway,  talks to reporters outside the White House, in Washington, DC. - Kellyanne Conway, a senior adviser to President Trump and one of his longest-serving aides, is leaving the White House at the end of the month, she announced on August 23, 2020. (Photo by Olivier DOULIERY / AFP)
Trump-Beraterin Conway verlässt überraschend Weißes Haus
2016 stand Kellyanne Conway Donald Trump als Wahlkampfmanagerin zur Seite, später wurde sie zur Beraterin ernannt. Nun verlässt sie überraschend das Weiße Haus.

Im Reigen der Präsidentenfamilie auf dem Parteitag der Republikaner trat am Mittwoch Schwiegertochter Lara Trump auf. Als sie die Familie des Immobilienmilliardärs Trump kennengelernt habe, seien alle Vorurteile sofort verschwunden, sagte sie. „Sie waren warm und fürsorglich, sie waren harte Arbeiter und bodenständig.“ Lara Trump, die Ehefrau von Eric Trump, wandte sich direkt an den US-Präsidenten und dankte ihm - „dafür, dass Du an mich glaubst“. Lara Trump ist im Wahlkampfteam Trumps als Beraterin eingestellt worden.

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Die Wahl am 3. November werde die wichtigste in der modernen Geschichte sein, sagte sie. „Dies ist nicht die Wahl zwischen Demokraten und Republikanern oder zwischen links und rechts“, sagte Lara Trump. „Dies ist eine Wahl, die entscheiden wird, ob wir Amerika Amerika bleiben lassen oder ob wir einen auf keiner Karte verzeichneten, erschreckenden Weg zum Sozialismus einschlagen.“ Pence nannte Biden „ein Trojanisches Pferd für die radikale Linke“.


This RAMMB/NOAA satellite image shows Hurricane Laura moving Northwestern in the Gulf of Mexico towards Louisiana at 12:40 UTC on August 26, 2020. - Hurricane Laura is a dangerous Category 3 storm and is due to strengthen to Category 4 before slamming into the US south coast later August 26, 2020, forecasters said, warning residents of Texas and Louisiana of floods and high winds. The hurricane could bring "potentially catastrophic storm surges, extreme winds and flash flooding," to the Gulf Coast, the National Hurricane Center said, instructing locals to rush to complete preparations to protect themselves."Laura is a dangerous Category 3 hurricane... and is forecast to continue strengthening into a Category 4 hurricane later today," it said. (Photo by Handout / RAMMB/NOAA/NESDIS / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / RAMMB/NOAA" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Gefährlicher Hurrikan „Laura“ steuert auf US-Küste zu
Hurrikan „Laura“ nähert sich der US-Küste am Golf von Mexiko. Gefährdet sind vor allem Einwohner von Louisiana und Texas.

Begleitet wird der Parteitag von dem als „extrem gefährlich“ eingestuften Hurrikan Laura. Pence sagte am Mittwoch Unterstützung für Regionen zu, die der Sturm treffen wird. „Wir werden jeden Schritt des Weges in den kommenden Tagen und Wochen mit Euch sein.“ „Laura“ bewegte sich während der Rede von Pence als Hurrikan der Stufe vier auf die US-Küste im Golf von Mexiko zu. Meteorologen warnten unter anderem vor bis zu sechs Meter hohen Sturmfluten.


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