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Paukenschlag zum G7-Auftakt: Trump will Russland wiederaufnehmen
International 2 Min. 08.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Paukenschlag zum G7-Auftakt: Trump will Russland wiederaufnehmen

TOPSHOT - US President Donald Trump walks to Air Force One prior to departure from Joint Base Andrews in Maryland, June 8, 2018. 
Trump travels to Canada to attend the G7 Summit. / AFP PHOTO / SAUL LOEB

Paukenschlag zum G7-Auftakt: Trump will Russland wiederaufnehmen

TOPSHOT - US President Donald Trump walks to Air Force One prior to departure from Joint Base Andrews in Maryland, June 8, 2018. Trump travels to Canada to attend the G7 Summit. / AFP PHOTO / SAUL LOEB
AFP
International 2 Min. 08.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Paukenschlag zum G7-Auftakt: Trump will Russland wiederaufnehmen

Wegen der Alleingänge Trumps reden vor dem G7-Gipfel alle von G6 plus 1. Der US-Präsident kontert das mit einem anderen Vorschlag. Er will aus G7 wieder G8 machen - und bekommt dafür sogar Unterstützung aus einem EU-Land.

(dpa) - Kurz vor Beginn des G7-Gipfels hat sich US-Präsident Donald Trump völlig überraschend für die Rückkehr Russlands in die Gruppe führender Wirtschaftsmächte ausgesprochen. „Russland sollte am Verhandlungstisch sitzen“, sagte er am Freitag in Washington vor seinem Abflug zum G7-Treffen in Kanada und fügte an die Adresse der anderen Mitglieder hinzu: „Sie haben Russland rausgeworfen, sie sollten Russland auch wieder hineinlassen.“


07.06.2018, Kanada, Quebec: Demonstranten ziehen bei einem G7-Protest durch Quebec. Der G7 Gipfel findet in Charlevoix unweit der Ortschaft La Malbaie in der Provinz Quebec statt. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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In La Malbaie empfängt Kanadas Premierminister Trudeau G7-Regierungschefs - Handel, Wirtschaftswachstum und Sicherheitspolitik zum Auftakt

Der italienische Ministerpräsident Guiseppe Conte schloss sich dem Vorschlag umgehend an. „Das ist im Interesse aller“, schrieb er auf Twitter. Moskau äußerte sich zurückhaltend.

Die G7 gibt es seit mehr als 40 Jahren. Ihr gehören derzeit die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan an. Russland war 2002 als Vollmitglied in die G7 aufgenommen worden und machte sie damit vorübergehend zur G8. 2014 wurde Moskau wegen der Annexion der ukrainischen Krim wieder ausgeschlossen. Weil der Status der Krim unverändert ist, war eine Rückkehr Russlands innerhalb der G7 bisher kein Thema.

Trump sagte, die Aufgabe sei es, die Welt zu organisieren. Dazu werde Russland gebraucht. „Ich war Russlands schlimmster Albtraum, aber Russland sollte in diesem Treffen dabei sein“, betonte der US-Präsident.

Russland kaum interessiert

Russland selbst hatte zuletzt kein Interesse an einer Rückkehr in die G7 gezeigt. Der Kreml bekräftigte diese Haltung am Freitag. „Wir legen den Akzent auf andere Formate“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie die Agentur Tass meldete. Vor einigen Tagen hatte Peskow schon gesagt, das die Bedeutung der G7 für Russland sinke.


ARCHIV - Kombo - 06.06.2018, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (l, Archivfoto vom 24.05.2018), Theresa May, Premierministerin von Großbritannien (obere Reihe l-r, Archivfoto vom 19.04.2018 ), Emmanuel Macron , Präsident von Frankreich (Archivfoto vom 19.04.2018),  Justin Trudeau, kanadischer Premierminister (Archivfoto vom 31.05.2018), Donald Trump, Präsident der USA (untere Reihe l-r,Archivfoto vom 09.05.2018), Shinzo Abe, Ministerpräsident von Japan (Archivfoto vom 02.05.2018) und Giuseppe Conti, italienischen Ministerpräsidenten (Archivfoto vom 27.03.2018) sind die die Staats- und Regierungschefs der sieben großen westlichen Industriestaaten (G7).
(zu dpa "Sieben mächtige Männer und Frauen" vom 07.06.2018) Foto: Michael Kappeler,Kay Nietfeld,PA/Wire,dpa,Canadian Press,AP,EPA POOL/AP +++ dpa-Bildfunk +++
Sieben mächtige Männer und Frauen
Kanada, Deutschland, USA, Frankreich, Italien, Großbritannien und Japan: Diese sieben Hauptakteure treffen sich am Wochenende zum G7-Gipfel in Kanada.

Präsident Wladimir Putin setzt stattdessen auf das größere G20-Format, in dem neben Russland zum Beispiel auch China, Indien und Saudi-Arabien vertreten sind. In diesem Kreis gibt es seit 2008 Gipfeltreffen. Seitdem wird auch verstärkt darüber diskutiert, ob die kleinere G7 überhaupt noch Sinn ergibt. Begründung: Ohne China und Russland - beides Vetomächte im UN-Sicherheitsrat - kann man große Krisen und Konflikte gar nicht mehr lösen.

Trump wird seit langem ein zu enges Verhältnis zu Moskau nachgesagt, namentlich zu Putin, den er noch nie für etwas kritisiert hat. Das Thema Russland beschäftigen Trump und das Weiße Haus seit der Wahl extrem. Ein Sonderermittler des FBI und der US-Kongress untersuchen eine russische Beeinflussung der US-Wahl 2016 und die Frage, ob Trump oder sein Team dabei heimlich mit Russland zusammenarbeiteten. Der US-Präsident weist das zurück. Er bezeichnet die Untersuchungen mit wachsender Aggressivität als Hexenjagd.

Dass Conte den Vorstoß Trumps unterstützt, ist nicht überraschend. Die neue populistische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega verfolgt generell eine Russland-freundliche Linie und will sich für ein Ende der Sanktionen gegen das Land einsetzen.

EU wenig begeistert

Die EU lehnt die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Rückkehr ab. Die 7 sei eine gute Zahl, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag kurz vor dem Beginn des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Zudem habe Russland bereits deutlich gemacht, dass es nicht so an dem Format interessiert sei wie andere Partner.


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