Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika
International 2 Min. 18.05.2021

Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika

French President Emmanuel Macron und FMI-Chefin  Kristalina Georgieva (l.) unterhalten sich mit  Senegal's President Macky Sall (r.) und dem Präsidenten der Afrikanischen Union und der Republik Kongo, Democratic Felix Tshisekedi (2. v. r.)

Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika

French President Emmanuel Macron und FMI-Chefin Kristalina Georgieva (l.) unterhalten sich mit Senegal's President Macky Sall (r.) und dem Präsidenten der Afrikanischen Union und der Republik Kongo, Democratic Felix Tshisekedi (2. v. r.)
AFP
International 2 Min. 18.05.2021

Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika

Frankreichs Präsident Macron will einen „New Deal“, um den Kontinent vor dem Abdriften zu bewahren. Es geht um viel Geld.

(dpa) - Internationale Geldgeber wollen mit Milliardenhilfen die Wirtschaft Afrikas nach der Corona-Pandemie ankurbeln. Über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington könnten auch dank der Solidarität reicher Länder rund 100 Milliarden US-Dollar (rund 82,3 Milliarden Euro) mobilisiert werden. Das kündigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag in Paris nach einer Afrika-Hilfskonferenz an. Man fordere außerdem die Aufhebung von Patenten auf Impfstoffe gegen Covid-19, um die Produktion von Impfstoffen in Afrika zu ermöglichen.


This handout photo taken on December 25, 2020, and released by the Vatican press office, the Vatican Media, shows Pope Francis arriving in the Vatican Blessing hall with a face mask prior to delivering his live-streamed Urbi et Orbi blessing. (Photo by Handout / VATICAN MEDIA / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / VATICAN MEDIA" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
"Urbi et orbi": Papst ruft zu mehr Solidarität in Corona-Krise auf
Das für Franziskus achte Weihnachtsfest als Papst steht ganz im Zeichen von Corona. Der feierliche Segen "Urbi et Orbi" fand dieses Jahr nur mit Online-Zuschauern statt.

In Afrika gebe es nicht nur einen gesundheitlichen, sondern auch einen wirtschaftlichen und sozialen Notstand, sagte Macron. Es gebe insgesamt einen Finanzierungsbedarf bis 2025 von mindestens 285 Milliarden Dollar. Der 43-Jährige versammelte im Schatten des Eiffelturms zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen. Andere nahmen per Videoschalte teil. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder EU-Ratspräsident Charles Michel zählten zu den Teilnehmern.

„Wachstum und Stabilität in Afrika bedeuten Wohlstand und Stabilität in Europa“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. „Wir müssen zu der starken Entwicklung zurückkehren, die Afrika vor Covid hatte“, forderte Georgiewa. Für den Weltwährungsfonds bedeute das, auch zu außergewöhnlichen Maßnahmen zu greifen. Um beim Weltwährungsfonds auf eine Summe von 100 Milliarden Dollar zu kommen, sollen nach den Worten von Georgiewa sogenannte Sonderziehungsrechte des Fonds von reichen Ländern nach Afrika weitergeleitet werden. Sonderziehungsrechte sind die Reservewährung des IWF. Erst im März hatte Georgiewa eine Erhöhung der finanziellen Schlagkraft der Organisation um 650 Milliarden Dollar vorgeschlagen.

Weitere Überzeugungsarbeit

„Wir setzen uns dafür ein, dass die reichsten Länder ihre Sonderziehungsrechte an die ärmsten Länder, insbesondere in Afrika, umverteilen können, damit aus den 33 Milliarden von heute 100 Milliarden werden“, hatte Macron angekündigt. Es habe Einstimmigkeit am Tisch darüber geherrscht, dass 33 Milliarden für Afrika zu wenig seien, sagte Macron im Anschluss an das Treffen.


French President Emmanuel Macron (L) salutes French former President Francois Hollande (R) as he attends a ceremony at the Arc de Triomphe in Paris on November 11, 2020, as part of the commemorations marking the 102nd anniversary of the November 11, 1918 Armistice, ending World War I (WWI). (Photo by Yoan VALAT / POOL / AFP)
"Ça va?" Hollandes Frage an Macron beschäftigt die Nation
Am Gedenktag des Waffenstillstands von 1918 tauschen Amtsinhaber und Vorgänger ein paar Worte aus. Ein Fernsehmikrofon lauschte mit.

Die Arbeit in den kommenden Wochen werde darin bestehen, andere Staaten wie die USA davon zu überzeugen, die gleichen Anstrengungen wie Frankreich zu unternehmen, so Macron. Für die reicheren Länder, die ausreichend Währungsreserven und Zugang zum Kapitalmarkt haben, sind Sonderziehungsrechte kaum von Bedeutung. Für ärmere Länder würden Finanzmittel für andere Zwecke frei, etwa zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie.

Geistiges Eigentum

Macron betonte außerdem, dass man alle Beschränkungen in Bezug auf geistiges Eigentum beseitigen wolle, welche die Produktion jeglicher Art von Impfstoffen in Afrika blockierten. Bei der Impfung gebe es eine gemeinsame Verantwortung, sagte Senegals Staatschef Macky Sall. Wenn Afrika nicht genug Impfstoff habe, würden dort Varianten entstehen - was wiederum auch eine Gefahr für die Industrieländer sei.

Zur Unterstützung des demokratischen Übergangs im ostafrikanischen Sudan hatte Macron bereits am Montag angekündigt, Frankreich wolle die gesamten bilateralen Schulden von fast fünf Milliarden US-Dollar streichen.   

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema