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Papst zu Synodenbeginn: Glaubenslehre ist kein Museum
Papst Franziskus: Die Familie, eine lebendige Quelle für die Kirche.

Papst zu Synodenbeginn: Glaubenslehre ist kein Museum

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Papst Franziskus: Die Familie, eine lebendige Quelle für die Kirche.
International 2 Min. 05.10.2015

Papst zu Synodenbeginn: Glaubenslehre ist kein Museum

Papst Franziskus hat zu Beginn der Weltbischofssynode über die Familie betont, dass die kirchliche Glaubenslehre kein "Museum" sei, das es zu hüten oder zu beschützen gelte. Und Kardinal Erdö, der Generalrelator der Versammlung, bekräftigte u. a. die Unauflöslichkeit der Ehe.

(KNA) -  Papst Franziskus hat zu Beginn der Weltbischofssynode über die Familie betont, dass die kirchliche Glaubenslehre kein "Museum" sei, das es zu hüten oder zu beschützen gelte. Sie müsse vielmehr eine "lebendige Quelle" für die Kirche sein und das kirchliche Leben "erleuchten", sagte er zur Eröffnung der ersten Sitzung.

Der Papst sprach in diesem Zusammenhang vom "Lebensgut" der Kirche, das vom "Glaubensgut" erleuchtet werde. Er spielte damit auf den von Dogmatikern häufig benutzten Fachbegriff des "depositum fidei" (Glaubensgut) an, der als Summe aller von der Tradition vorgegebenen kirchlichen Lehrsätze verstanden wird.

Zugleich erklärte der Papst, die Synode sei kein Parlament. Es gehe nicht darum, "durch Verhandlung, Vereinbarungen oder Kompromisse" einen Konsens zu erzielen. Die Synode müsse sich stattdessen dem Wirken des Heiligen Geistes öffnen. Er forderte zur freimütigen Rede und zum Dialog auf. Die Teilnehmer müssten ihre eigenen Gewohnheiten und Vorurteile überwinden, um ihren Brüdern zuzuhören.

Weiter sagte er, die Synodenteilnehmer müssten die Beratungen mit "Eifer für Seelsorge und Lehre, Weisheit und Offenheit" angehen. Dabei müssten sie sich stets das "Wohl der Kirche, der Familien und das oberste Gesetz, das Heil der Seelen, vor Augen halten". Er rief die Synodenväter zu "apostolischem Mut, evangeliumsgemäßer Demut und vertrauensvoller Anbetung" auf.

In den nächsten drei Wochen debattieren 270 Bischöfe, Kardinäle und Ordensobere in Anwesenheit des Papstes über Wege zur Stärkung von Ehe und Familie, aber auch über mögliche Änderungen oder Neuinterpretationen der kirchlichen Morallehre.

Kardinal Erdö bekräftigt Unauflöslichkeit der Ehe

Zum Auftakt der Bischofssynode hat der Generalrelator der Versammlung, der Budapester Kardinal Peter Erdö, die Unauflöslichkeit der Ehe betont und die geltende Lehre der Kirche verteidigt. Die Wiederheirat nach dem Scheitern einer kirchlich geschlossenen Verbindung verstoße gegen die Botschaft Jesu Christi und schließe die Betroffenen vom Empfang der Kommunion aus, bekräftigte er am Montag in seinem Eröffnungsreferat.

Die Kirche sei gefordert, wiederverheiratete Geschiedene seelsorgerisch und barmherzig zu begleiten und zugleich die katholische Lehre konsequent zu bezeugen. "All dies braucht jedoch eine vertiefte Reflexion", sagte er mit Blick auf die bevorstehenden dreiwöchigen Beratungen der Bischöfe. Als Generalrelator ist Erdö der Berichterstatter der Bischofsversammlung und hat wichtigen Einfluss auf die Formulierung der Synodenergebnisse.

Erdö bezog sich in seinen Ausführungen auf das Arbeitspapier zur Synode. Demnach gibt es viele Wege, wiederverheiratete Geschiedene am Gemeindeleben teilhaben zu lassen, ohne sie zur Eucharistie zuzulassen. Kritisch setzte sich Erdö mit den Wegen der orthodoxen Kirchen auseinander, die eine Wiederheirat nach einer Scheidung unter bestimmten Vorgaben zulassen. Diese seien nicht mit der Rechtsprechungspraxis der katholischen Kirche vergleichbar.

Auch erteilte Erdö der Idee der "Gradualität" bei der Beurteilung sexueller Beziehungen außerhalb der Ehe eine Absage. Objektiv gebe es zwischen wahr und falsch sowie zwischen gut und böse keine Gradualität, betonte er. Allerdings könne es für den einzelnen eine subjektive, graduelle Annäherung an das Gute und Wahre geben. Die subjektive Schuld sei weniger schwer, wenn die Sünde nicht erkannt werde.

Zum Thema Homosexualität erinnerte Erdö an die geltende kirchliche Lehre, wonach es zwischen homosexuellen Partnerschaften und dem Plan Gottes für Ehe und Familie "nicht einmal entfernte Analogien oder Ähnlichkeiten" gibt.

Mehr im Dossier zur Familiensynode in Rom


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