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Papst will Lockerung für wiederverheiratete Geschiedene
International 07.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Laut Zeitungsbericht

Papst will Lockerung für wiederverheiratete Geschiedene

Der Papst wendet sich gegen eine pauschale Verurteilung von Menschen, die nach einer kirchlichen Heirat und späteren Scheidung eine zivile Ehe eingehen.
Laut Zeitungsbericht

Papst will Lockerung für wiederverheiratete Geschiedene

Der Papst wendet sich gegen eine pauschale Verurteilung von Menschen, die nach einer kirchlichen Heirat und späteren Scheidung eine zivile Ehe eingehen.
Foto: AFP
International 07.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Laut Zeitungsbericht

Papst will Lockerung für wiederverheiratete Geschiedene

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Papst Franziskus soll laut einem italienischen Zeitungsbericht in seinem Schreiben zur Familiensynode die Kommunionzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen im Einzelfall nicht ausschließen.

(KNA) - Papst Franziskus soll laut einem italienischen Zeitungsbericht in seinem Schreiben zur Familiensynode die Kommunionzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen im Einzelfall nicht ausschließen. Der Papst spreche sich nicht für eine allgemeine Zulassung aus, plädiere jedoch für eine sorgfältige Prüfung im Einzelfall, berichtet die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" (Donnerstag).

Das Dokument selbst wird erst am Freitag veröffentlicht. Dem Zeitungsbericht zufolge wendet sich der Papst gegen eine pauschale Verurteilung von Menschen, die nach einer kirchlichen Heirat und späteren Scheidung eine zivile Ehe eingehen. Hier müsse die Kirche unterscheiden, denn der Grad der Verantwortlichkeit für das Scheitern einer Ehe könne beim Einzelnen sehr unterschiedlich sein. Außerdem müssten etwa die elterlichen Verpflichtungen gegenüber möglichen Kindern aus einer zweiten Ehe berücksichtigt werden. Diese Dinge müssten Fall für Fall beurteilt werden, so der Bericht.

Franziskus würde mit dieser Neuerung weitgehend den Reformern um den emeritierten deutschen Kurienkardinal Walter Kasper und weiteren deutschen Bischöfen folgen, behauptet die Zeitung. Diese hatten bei der Synode über Ehe und Familie im Oktober 2015 dafür plädiert, wiederverheirateten Geschiedenen im Einzelfall und nach einem Weg der Buße unter bischöflicher Aufsicht wieder den Zugang zu den Sakramenten zu ermöglichen. Kritiker hielten dagegen, dies würde gegen die Gebote des Evangeliums verstoßen.

Mehr zur Bischofssynode in unserem Dossier.


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