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Papst trennt sich von Kardinal Müller
International 01.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Vatikan

Papst trennt sich von Kardinal Müller

Mehr als Stühlerücken im Vatican: Kardinal Gerhard Ludwig Müller (69), oberster Glaubenshüter der katholischen Kirche, muss sein Amt an der Spitze der Römischen Glaubenskongregation niederlegen. Und zwar für immer.
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Papst trennt sich von Kardinal Müller

Mehr als Stühlerücken im Vatican: Kardinal Gerhard Ludwig Müller (69), oberster Glaubenshüter der katholischen Kirche, muss sein Amt an der Spitze der Römischen Glaubenskongregation niederlegen. Und zwar für immer.
Foto: AFP
International 01.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Vatikan

Papst trennt sich von Kardinal Müller

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Papst Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Die Amtszeit von Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Leiter der Römischen Glaubenskongregation wird nicht verlängert.

(KNA) - Papst Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Die Amtszeit von Kardinal Gerhard Ludwig Müller (69) als Leiter der Römischen Glaubenskongregation endet nach fünf Jahren fristgerecht am Sonntag. Sie wird nicht verlängert. Das soll Experten zufolge dem Ausmaß eines schweren Erdbebens gleichkommen.

Über die Gründe für die Entscheidung von Papst Franziskus wurde zunächst nichts bekannt. Der Vatikan äußerte sich bis Samstagmorgen nicht zu Müller. Nach Informationen der Jesuiten-Zeitschrift "America" sollen mehrere Kardinäle, Franziskus um eine Entlassung des deutschen Kardinals gebeten haben, weil er sich wiederholt öffentlich von päpstlichen Positionen distanziert habe.

Müller hatte seine Ernennung im Jahr 2012 dem damaligen Papst Benedikt XVI verdankt. Im Jahr 2014 erhob Franziskus ihn zum Kardinal. Zwischen Müller und Papst Franziskus hatte es in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten in moraltheologischen Fragen gegeben.

Zuletzt hatte Müller am 25. Mai in einem Fernseh-Interview die Tatsache kritisiert, dass Franziskus drei Mitarbeiter des Kardinals gegen dessen Willen entlassen hatte. Müller, ein akademischer Schüler von Kardinal Karl Lehmann, war bis zu seinem Wechsel nach Rom seit 2002 Bischof von Regensburg. Davor lehrte er als Professor für Dogmatik an der Universität München.


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