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Papst lockert Zölibatspflicht vorerst nicht
International 12.02.2020

Papst lockert Zölibatspflicht vorerst nicht

Papst Franziskus vor einer Audienz am Mittwoch.

Papst lockert Zölibatspflicht vorerst nicht

Papst Franziskus vor einer Audienz am Mittwoch.
Foto: AFP
International 12.02.2020

Papst lockert Zölibatspflicht vorerst nicht

Verheiratete Ständige Diakone sollen vorerst nicht zu Priestern erhoben werden können - eine definitive Absage erteilte Papst Franziskus dem Vorschlag jedoch auch nicht.

(KNA) - Papst Franziskus befürwortet einstweilen keine Lockerung der Zölibatspflicht für katholische Priester. Eine entsprechende Anregung der Amazonas-Synode vom Oktober greift er in seinem eigenen, am Mittwoch vorgestellten Schreiben zur Synode nicht auf.

In dem Abschlussdokument hatten die Synodenteilnehmer dafür votiert, in Ausnahmefällen verheiratete Ständige Diakone zu Priestern zu weihen. Dieser Idee erteilt der Papst aber auch keine definitive Absage.


ARCHIV - 26.03.2014, Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau: Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Sachsen-Anhalts hält beim Gottesdienst in Dessau eine Bibel in der Hand. (zu dpa «Krise in Sachsens Landeskirche - Synode vor Bischofswahl?») Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Amazonas-Synode: Bischöfe für Lockerung des Zölibats
Die Bischöfe empfehlen dem Papst bei einem Treffen im Vatikan die Weihe von Verheirateten - wenn auch nur im engen Rahmen. In der Frauenfrage gibt es noch keine Festlegung.

In dem 50 Seiten umfassenden nachsynodalen Schreiben "Querida Amazonia" (Geliebtes Amazonien) fordert Franziskus zwar Anstrengungen, um auch in entlegenen Teilen der Amazonasregion die Eucharistiefeier häufiger zu ermöglichen. In erster Linie sollten Lateinamerikas Bischöfe aber dafür sorgen, dass ihre Priester tatsächlich in dem Gebiet eingesetzt und entsprechend ausgebildet würden. "Es geht nicht nur darum, eine größere Präsenz geweihter Amtsträger zu ermöglichen, die die Eucharistie feiern können", schreibt Franziskus. Das wäre zu kurz gezielt, "wenn wir nicht auch versuchen würden, neues Leben in den Gemeinden zu wecken".

So notwendig Priester seien - zuallererst für die Sakramente der Eucharistie und Beichte -, so brauche Amazoniens Kirche mehr Ständige Diakone sowie Ordensleute und Laien, die regelmäßig wichtige Aufgaben in den Gemeinschaften übernehmen. Dazu müssten sie angemessen ausgebildet, unterstützt und begleitet werden.

Mit seinem Schreiben in Form einer sogenannten Apostolischen Exhortation legt Franziskus seine Folgerungen zu der Synode vor, die vom im Oktober 2019 im Vatikan über aktuelle Herausforderungen im Amazonasgebiet diskutierte. Bei dem Bischofstreffen ging es unter anderem um ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region, die Stärkung der indigenen Bevölkerung und um neue Wege in der Seelsorge.

Franziskus gliedert seine Überlegungen in vier Themenbereiche: soziale Gerechtigkeit, indigene Bevölkerung und Kulturen, Ökologie sowie neue Wege des kirchlichen Lebens. In vier als "Träume" oder Visionen überschriebenen Kapiteln beschreibt Franziskus die gravierenden Probleme am Amazonas und skizziert mögliche Lösungswege.


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