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Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab
International 19.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab

Papst Franziskus im Gespräch mit Philippe Barbarin. Foto vom 18. März 2019.

Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab

Papst Franziskus im Gespräch mit Philippe Barbarin. Foto vom 18. März 2019.
Foto: AFP
International 19.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab

Papst Franziskus wies den Rücktritt des Anfang März wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilten Kardinal Barbarin am Dienstag überraschend zurück.



Papst Franziskus bei einem Treffen mit irischen Bischöfen am Ende seiner Irland-Reise.
Auf die Opfer hören
Die Kirche darf kein Ort sein für Kinderschänder und für ein Machtgeflecht, das die Täter vor Entdeckung und Strafe bewahrt.

(dpa/SC) - Papst Franziskus hat den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon, der in Frankreich wegen Vertuschung von Missbrauch in erster Instanz verurteilt wurde, abgelehnt. Der Papst habe aufgrund der Unschuldsvermutung den Rücktritt des Erzbischofs nicht annehmen wollen, hieß es in einer Erklärung von Barbarin. 

Kardinal Barbarin und anderen Geistlichen wurde in dem Verfahren vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben. Dieser soll in den 1980er Jahren Dutzende Kinder sexuell belästigt haben. Die Schuld des Priesters ist bisher nicht rechtskräftig festgestellt worden.  

Obwohl der Papst seinen Rücktritt zurückgewiesen hat, hat sich Kardinal Philippe Barbarin trotzdem entschieden, sich für eine Zeit zurückzuziehen, und habe den Generalvikar Yves Baumgarten mit der Leitung der Diözese beauftragt, erklärte Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti am Mittwoch in Rom.

Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon, nimmt an einer Audienz des Papstes teil.
Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon, nimmt an einer Audienz des Papstes teil.
Foto: Giorgio Onorati/ANSA/dpa

Barbarin ist der höchste katholische Würdenträger Frankreichs. Vergangene Woche wurde er überraschend zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt habe. Er hatte daraufhin angekündigt, ein Rücktrittsgesuch beim Papst einzureichen. Am Montag hatte er Papst Franziskus zu einer Privataudienz getroffen. Der Vatikan hatte zunächst aber nicht weiter ausgeführt, was Ergebnis der Audienz war.



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