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Papst Franziskus zur Flüchtlingskrise: "Nur die Spitze des Eisberges"
Papst Franziskus setzt sich für die Aufnahme aller Flüchtlinge ein.

Papst Franziskus zur Flüchtlingskrise: "Nur die Spitze des Eisberges"

Foto: AFP
Papst Franziskus setzt sich für die Aufnahme aller Flüchtlinge ein.
International 14.09.2015

Papst Franziskus zur Flüchtlingskrise: "Nur die Spitze des Eisberges"

„Wenn ein Flüchtling eintrifft, und alle Sicherheitsmaßnahmen sind gegeben, dann ist es klar, dass man ihm Zuflucht gewähren muss, weil das ein Gebot der Bibel ist“, sagt das Oberhaupt der Katholischen Kirche.

(dpa) - Papst Franziskus hat die Länder Europas zur Aufnahme aller Flüchtlinge aufgerufen. „Wenn ein Flüchtling eintrifft, und alle Sicherheitsmaßnahmen sind gegeben, dann ist es klar, dass man ihm Zuflucht gewähren muss, weil das ein Gebot der Bibel ist“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche dem portugiesischen Radiosender Renascença, der das ganze Gespräch am Sonntagabend auf seiner Webseite veröffentlichte.

Franziskus sorgt sich um das Problem der weltweiten Korruption.
Franziskus sorgt sich um das Problem der weltweiten Korruption.
Foto: AFP

Die aktuelle Flüchtlingskrise sei „nur die Spitze des Eisbergs“, meinte der Papst. Ursache des Problems sei „ein schlechtes und ungerechtes sozioökonomisches System.“ Das herrschende System stelle den „Gott des Geldes, und nicht mehr den Menschen, in den Mittelpunkt.“ Daher müsse man die Ursachen des Problems bekämpfen. „Wo die Ursachen im Hunger liegen, muss man Arbeit schaffen und Investitionen tätigen. Dort, wo die Ursache der Krieg ist, muss man Frieden schaffen, für ihn arbeiten.“

Vertrauen in junge Politiker

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio (78) sagte, er habe Vertrauen in die junge Politiker-Generation. Er hob unter anderem das „weltweite Problem der Korruption“ hervor, das die Menschen enttäusche, und meinte, Europa müsse aufgrund seiner Kultur im „Konzert der Nationen wieder eine Führungsrolle einnehmen“.

Im einstündigen Gespräch, das am vergangenen Dienstag im Vatikan geführt wurde, erneuerte der Papst seine Forderung, die Katechese dürfe nicht nur theoretisch sein. Die Kirche müsse auf die Menschen zugehen und auf keinen Fall „Jesus eingesperrt halten“. Die Zeit auf dem Stuhl Petri habe ihm bei allen Herausforderungen und Problemen aber nicht den Frieden genommen. „Ich schlafe wie ein Stein“, versicherte Franziskus lachend. 


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