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Papst Franziskus rechnet mit nur kurzem Pontifikat
International 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Papst Franziskus rechnet mit nur kurzem Pontifikat

Der Papst kann sich vorstellen, nach dem Vorbild von Benedikt XVI. zurückzutreten.
Katholische Kirche

Papst Franziskus rechnet mit nur kurzem Pontifikat

Der Papst kann sich vorstellen, nach dem Vorbild von Benedikt XVI. zurückzutreten.
ALESSANDRO BIANCHI
International 13.03.2015 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Papst Franziskus rechnet mit nur kurzem Pontifikat

Papst Franziskus erwartet eine nur kurze Amtzeit. Zuletzt hatte er über seinen Tod spekuliert. Aber auch einen Rücktritt nach Vorbild seines Vorgängers Benedikt XVI. schließt der Argentinier nicht aus.


(dpa) - Papst Franziskus geht davon aus, dass seine Amtszeit nur einige Jahre dauern wird. „Ich habe das Gefühl, dass mein Pontifikat kurz sein wird. Vier oder fünf Jahre“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in einem Interview des mexikanischen Fernsehsenders Televisa. „Ich weiß nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass der Herr mich für eine kurze Sache eingesetzt hat. Es ist aber nur ein Gefühl. Mir stehen also alle Möglichkeiten offen.“

Radio Vatikan veröffentlichte das gesamte Gespräch vorab am Freitag, anlässlich des zweiten Jahrestags von Franziskus' Pontifikat. Im Sender Televisa war der erste Teil am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlt worden, der zweite Teil sollte am Freitag folgen.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte Papst Franziskus über seinen Tod spekuliert. „In zwei oder drei kehre ich in das Haus des Herrn zurück“, sagte er auf einem Flug von Südkorea zu Journalisten.

Papst Franziskus schloss auch einen Rücktritt nach dem Vorbild seines Vorgängers Papst Benedikt XVI. nicht aus. „Ich glaube, Benedikt hat mit viel Mut eine Tür für emeritierte Päpste geöffnet“, sagte der 78-Jährige. „Man sollte Benedikt nicht als Ausnahme sehen.“ Als erster Papst in der Neuzeit war Benedikt XVI. 2013 im Alter von 85 Jahren von seinem Amt zurückgetreten.

Das Kirchenoberhaupt äußerte sich auch zu Vatikan und Kurie. „Ich glaube, es ist der letzte (Adels-)Hof Europas. Die anderen haben sich demokratisiert, selbst die traditionellsten“, sagte der Argentinier. „Das muss sich ändern. Wir müssen eine Arbeitsgruppe sein, im Dienste der Kirche. Im Dienste der Bischöfe. Das verlangt natürlich eine persönliche Veränderung.“

Obwohl er als Kirchenoberhaupt viel unterwegs ist, möge er das Reisen nicht, sagte Papst Franziskus im Gespräch mit der Journalistin Valentina Alazraki. „Ich hänge sehr an meinem Umfeld, es ist eine Neurose. Das ganze Reisen gefällt mir nicht.“ Anfangs habe ihm Rom nicht gefallen, aber jetzt fühle es sich dort wohl. „Hier gibt es gute Leute.“


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