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Papst Franziskus mahnt zur Solidarität mit Flüchtlingen
International 2 Min. 02.12.2021
Besuch auf Zypern und Griechenland

Papst Franziskus mahnt zur Solidarität mit Flüchtlingen

2016 traf Papst Franziskus Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos. Und auch dieses Mal wird das Thema Migration seine Auslandsreise in Zypern und Griechenland bestimmen.
Besuch auf Zypern und Griechenland

Papst Franziskus mahnt zur Solidarität mit Flüchtlingen

2016 traf Papst Franziskus Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos. Und auch dieses Mal wird das Thema Migration seine Auslandsreise in Zypern und Griechenland bestimmen.
Archivfoto: AFP
International 2 Min. 02.12.2021
Besuch auf Zypern und Griechenland

Papst Franziskus mahnt zur Solidarität mit Flüchtlingen

Für Papst Franziskus sind Flüchtlinge eine Herzensangelegenheit. Auch bei seiner Reise nach Zypern und Griechenland stehen Migranten im Fokus.

Von Gerd Höhler (Athen)

Papst Franziskus startet am Donnerstag zu seiner 35. Auslandsreise. Er besucht Zypern und Griechenland. Es ist die erste Reise, die Franziskus zum zweiten Mal an dasselbe Ziel führt, nämlich auf die griechische „Flüchtlingsinsel“ Lesbos. Das Thema Migration ist eines der Leitmotive dieser Reise.

Schon 2016, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, besuchte der Papst die Ägäisinsel. Sie war damals der wichtigste Anlaufpunkt für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer in die EU kamen. Fast 15.000 Flüchtlinge lebten zeitweilig im berüchtigten Lager Moria. Das Camp gibt es nicht mehr, es brannte im September 2020 ab. Heute leben noch etwa 3.000 Migranten in einem provisorischen Zeltlager, ein dauerhaftes Flüchtlingscamp mit Wohncontainern ist im Bau.

Ich denke an alle, die vor Krieg und Armut nach Europa fliehen und nicht auf Gastfreundschaft stoßen, sondern auf Feindseligkeit.

Papst Franziskus

Anderswo hat sich die Situation dagegen verschärft, etwa an der Grenze zwischen Belarus und Polen. Deshalb rief Franziskus jetzt vor seiner Reise zu Solidarität mit Flüchtlingen auf. „Ich denke an alle, die vor Krieg und Armut nach Europa fliehen und nicht auf Gastfreundschaft stoßen, sondern auf Feindseligkeit“, sagte der Papst in einer Videobotschaft. Er komme noch einmal nach Lesbos, weil er überzeugt sei, „dass Geschwisterlichkeit und Integration zusammengehören“.


31.10.2021, Vatikan, Vatikanstadt: Papst Franziskus leitet das sonnt�gliche Angelus-Gebet vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast aus mit Blick auf den Petersplatz. Papst Franziskus hat im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP26 wirksame Antworten f�r die zuk�nftigen Generationen gefordert. Foto: Ansa/Claudio Peri/ANSA via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Papst fordert wirksame Antworten von UN-Klimakonferenz
Das Oberhaupt der katholischen Kirche mahnt mit Blick auf den Klimawandel die Verantwortung gegenüber der zukünftigen Generationen an.

Auch beim Besuch auf Zypern, wo die fünftägige Papst-Reise am Donnerstagnachmittag beginnt, geht es um das Thema Migration. Im Süden der geteilten Mittelmeerinsel registrierte man in den ersten zehn Monaten dieses Jahres fast 11.000 Flüchtlinge, 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Papst Franziskus will anlässlich seines Besuchs 50 Migranten von Zypern nach Italien bringen.

Die Büste von griechisch-orthodoxen Erzbischofs Kyprianos (1810-1821) auf dem Gelände der Johanneskathedrale in der Altstadt der geteilten zyprischen Hauptstadt Nikosia.
Die Büste von griechisch-orthodoxen Erzbischofs Kyprianos (1810-1821) auf dem Gelände der Johanneskathedrale in der Altstadt der geteilten zyprischen Hauptstadt Nikosia.
Foto: AFP

Mit Griechenland und Zypern besucht der Papst eine Weltgegend, die in den Anfängen der Christenheit eine große Bedeutung hatte. Viele Katholiken trifft der Papst hier aber nicht an. Beide Länder sind orthodox geprägt. Im Süden Zyperns, der von ethnischen Griechen besiedelt ist, ist die Orthodoxie ebenso Nationalreligion wie in Griechenland. Den Nordteil Zyperns, der von muslimischen ethnischen Türken bewohnt wird und seit der Invasion von 1974 unter türkischer Besatzung steht, besucht der Papst nicht.

Keine Annäherung zwischen Katholiken und Orthodoxen in Sicht

Ein gemeinsames Gebet oder einen Gottesdienst mit orthodoxen Geistlichen wird es weder in Nikosia noch in Athen geben. Seit dem Schisma, der Trennung der orthodoxen und der katholischen Kirche im Jahr 1054, hat es viele Anläufe zu einer Wiederannäherung der christlichen Konfessionen gegeben. Die orthodoxen Kirchen Zyperns und Griechenlands lassen daran jedoch wenig Interesse erkennen. Große Teile des griechisch-orthodoxen Klerus lehnen jede Form von Kontakten mit der katholischen Kirche ab.


Aus dem Blickfeld verbannt
5.000 Geflüchtete sitzen immer noch ohne Perspektive in einem abgeschirmten Zeltlager auf der Insel Lesbos fest.

Dennoch beschwor der Papst in einer Videobotschaft vor seiner Reise den Geist der Ökumene, des Miteinanders der christlichen Konfessionen. Er sprach von den bevorstehenden Begegnungen mit den orthodoxen Kirchenführern als einer „apostolischen Geschwisterlichkeit, die ich mir sehr ersehne und der ich großen Respekt zolle“.

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