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Papst fordert die Politik zu mehr Solidarität auf
International 04.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Papst fordert die Politik zu mehr Solidarität auf

Nach gut fünf Jahren Pause gibt es mit „Fratelli tutti“ erstmals wieder eine Enzyklika von Franziskus.

Papst fordert die Politik zu mehr Solidarität auf

Nach gut fünf Jahren Pause gibt es mit „Fratelli tutti“ erstmals wieder eine Enzyklika von Franziskus.
Foto: AFP
International 04.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Papst fordert die Politik zu mehr Solidarität auf

Papst Franziskus hat in einer neuen Enzyklika seine Vision von einer besseren Politik und einer solidarischen Gesellschaft nach der Corona-Pandemie vorgelegt.

(dpa) - Der Vatikan veröffentlichte das Grundsatzdokument am Sonntag. Es trägt den Namen „Fratelli tutti - Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft“. Es ist die dritte Enzyklika des 83 Jahre alten katholischen Kirchenoberhaupts in seiner Amtszeit seit 2013. Der Papst wendet sich gegen „wütende und aggressive Nationalismen“. Er hatte das rund 150-seitige Schreiben am Samstag in der Pilgerstadt Assisi in Umbrien nach einer Messe unterzeichnet.


Pope Francis looks on during a limited public audience at the San Damaso courtyard in The Vatican on September 30, 2020 during the COVID-19 infection, caused by the novel coronavirus. (Photo by Filippo MONTEFORTE / AFP)
Papst Franziskus stellt seine neue Enzyklika vor
Globale Neuorientierung nach Corona: Heute stellt der Papst seine neue Enzyklika vor – und wird wohl ein soziales und wirtschaftliches Umdenken fordern.

„Jahrzehntelang schien es, dass die Welt aus so vielen Kriegen und Katastrophen gelernt hätte und sich langsam auf verschiedene Formen der Integration hinbewegen würde“, schrieb der Papst. Doch nun sieht er Hinweise auf Rückschritte: „Unzeitgemäße Konflikte brechen aus, die man überwunden glaubte. Verbohrte, übertriebene, wütende und aggressive Nationalismen leben wieder auf.“

Streben nach Geschwisterlichkeit  

Als Ziel der Enzyklika benannte der Argentinier, er wolle „bei allen ein weltweites Streben nach Geschwisterlichkeit zum Leben erwecken“. Er forderte mehr Gerechtigkeit und Ethik in der Politik und unter den Menschen. Ausdrücklich nannte er Migranten und Ältere als Gruppen, die nicht benachteiligt werden dürften. Zwischen den Religionen müsse mehr Dialog herrschen.


Pope Francis arrives by car to celebrate mass at the tomb of St. Francis in Assisi on October 3, 2020 and later sign a new encyclical on human fraternity titled �Fratelli Tutti�. (Photo by Tiziana FABI / AFP)
Papst Franziskus unterzeichnet Enzyklika „Fratelli tutti“
Papst Franziskus hat am Samstag in der italienischen Pilgerstadt Assisi eine neue Enzyklika zum sozialen Zusammenhalt in der Welt unterschrieben.

Corona sieht er als globale Tragödie. Sie habe jedoch das Bewusstsein geweckt, dass die Welt in einem Boot sitze. Er habe mit der Arbeit an seiner Enzyklika zwar vorher begonnen, doch die Pandemie mache manches deutlicher.

 In dem Papier räumt Franziskus ein, dass seine Kirche die Sklaverei zu spät verurteilt habe. Ihn betrübe, dass die Kirche „so lange gebraucht hat, bis sie mit Nachdruck die Sklaverei und verschiedene Formen der Gewalt verurteilte“, schreibt er.   

Nach gut fünf Jahren Pause gibt es mit „Fratelli tutti“ erstmals wieder eine Enzyklika von Franziskus. Das Rundschreiben gilt als zentrale Botschaft an die 1,3 Milliarden Katholiken weltweit und an die Kirchenoberen. Franziskus hat bisher zwei Enzykliken verfasst: 2013 („Lumen fidei - Licht des Glaubens“) und 2015 die „Umwelt-Enzyklika“ zum Klimaschutz („Laudato si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus“).    

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