Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Papst Benedikt XVI. warnt vor Aufweichung des Zölibats
International 2 Min. 13.01.2020

Papst Benedikt XVI. warnt vor Aufweichung des Zölibats

Papst Franziskus (links) mit seinem Vorgänger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., am 21. Dezember 2018.

Papst Benedikt XVI. warnt vor Aufweichung des Zölibats

Papst Franziskus (links) mit seinem Vorgänger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., am 21. Dezember 2018.
AFP
International 2 Min. 13.01.2020

Papst Benedikt XVI. warnt vor Aufweichung des Zölibats

Sollten Priester heiraten dürfen? Kaum eine Frage treibt die katholische Kirche mehr um. Nun hat sich kein Geringerer als der emeritierte Papst Benedikt XVI. in die Debatte eingeschaltet - mit einer pointierten Aussage.

(dpa/KNA) - Der emeritierte Papst Benedikt hat sich aus dem Ruhestand zu einem heiklen Thema in der katholischen Kirche zu Wort gemeldet und sich gegen eine Aufweichung des Zölibats ausgesprochen. In einem Buch spricht er gemeinsam mit dem konservativen westafrikanischen Kardinal Robert Sarah von einer „dunklen Zeit“, die das Priestertum durchschreite, wie es in einer Mitteilung des Verlags Ignatius Press heißt.

„Ich glaube, dass der Zölibat eine große Bedeutung hat“, schreibt der 92 Jahre alte Benedikt nach Angaben der französischen Zeitung „Le Figaro“, die vorab einen Auszug veröffentlichte. Das Buch mit dem Titel „Des profondeurs de nos cœurs“ soll am Mittwoch zuerst in Frankreich erscheinen - am 20. Januar dann auf Englisch. Zölibat bedeutet die verpflichtende Ehelosigkeit für römisch-katholische Priester.

In dem Buch sprechen sich sowohl Benedikt XVI. wie auch der aus dem afrikanischen Guinea stammende Kardinal Sarah gegen eine Aufhebung des Zölibats aus. Regionale Ausnahmen vom Zölibat lehnen sie ab. Auch einer Weihe von Frauen erteilen sie eine Absage. In ihrem gemeinsam verfassten Vorwort betonen die Autoren, sie handelten "aus Liebe zur Einheit der Kirche".

In den von "Le Figaro" veröffentlichten Auszügen betont der emeritierte Papst, die Tradition des Zölibats reiche bis in die alte Kirche zurück. Schon damals seien Priester zu sexueller Enthaltsamkeit verpflichtet worden. Verheiratete Männer hätten in einer sogenannten Josephsehe leben müssen, also ohne sexuelle Kontakte zu ihrer Frau. Die Ehe betreffe den Menschen in seiner Gesamtheit - genauso erfordere der Dienst im Namen des Herrn die totale Hingabe des Menschen. Es erscheine nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig gerecht zu werden. "Ich glaube, dass der Zölibat eine große Bedeutung hat, da er auf einen möglichen irdischen Besitz und ein Leben im Kreis der Familie verzichtet." 


ARCHIV - 01.06.2018, Vatikan, Vatikanstadt: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. Für Benedikt sind die 68er Jahre eine Ursache für den sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Schuld der 68er: Benedikts Antwort auf die Missbrauchskrise
Der frühere Papst Benedikt meldet sich aus dem Off zum heikelsten Thema für die katholische Kirche zurück. In einem Schreiben macht er die Liberalisierung der Sexualität für die Missbrauchskrise verantwortlich – und erntet Kritik.

Benedikt war vor sieben Jahren zurückgetreten und lebt eigentlich zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan. Allerdings sorgt er immer wieder mit Wortmeldungen für Aufsehen. So schrieb er zum Beispiel nach Franziskus' Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan im vergangenen Jahr, dass die 68er-Revolution einer der Auslöser für Pädophilie war.

Bei der letzten Bischofssynode im Vatikan im Herbst ging es unter anderem um die Frage, ob Priester in Ausnahmefällen in der Amazonas-Region auch verheiratet sein können. Dafür hatte sich die Mehrzahl der Teilnehmer ausgesprochen, um den extremen Priestermangel in der lateinamerikanischen Region zu bekämpfen. Kritiker sahen das als Einfallstor, den Zölibat ganz abzuschaffen. Papst Franziskus, der das immer wieder zurückgewiesen hat, will in Kürze ein postsynodales Schreiben zu dem Thema veröffentlichen. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Papst ruft am Heiligabend zu Selbstlosigkeit auf
Von Rom bis Bethlehem, Tausende Gläubige haben am Heiligabend an den berühmten Stätten der Christenheit der Geburt ihres Heilands gedacht. Für Franziskus ist es das siebte Weihnachtsfest als Papst.
Pope Francis leads a Christmas Eve mass in St Peter's Basilica to mark the nativity of Jesus Christ on December 24, 2019, at the Vatican. (Photo by Alberto PIZZOLI / AFP)
Der Nebensatz, der aufhorchen liess: Kein Dogma
Bei der Apostolischen Exhortation zur Familiensynode „Amoris Laetitia – Freude der Liebe“ von Papst Franziskus stand vor allem der Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen im Mittelpunkt. Ein Nebensatz des Papstes erregte dennoch weltweit Aufmerksamkeit – auch in Luxemburg.
Die Apostolische Exhortation des Papstes "Amoris Laetitia" ist am 20. April in Buchform erschienen.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.