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Papst beklagt „Kriegsstürme“
International 2 Min. 25.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Urbi et Orbi

Papst beklagt „Kriegsstürme“

Der Papst spendete vor etwa 50 000 Gläubigen von der Loggia des Petersdoms aus den traditionellen „Urbi et Orbi“-Segen.
Urbi et Orbi

Papst beklagt „Kriegsstürme“

Der Papst spendete vor etwa 50 000 Gläubigen von der Loggia des Petersdoms aus den traditionellen „Urbi et Orbi“-Segen.
AFP
International 2 Min. 25.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Urbi et Orbi

Papst beklagt „Kriegsstürme“

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Franziskus zählt bei seiner Weihnachtsbotschaft einen Krieg nach dem anderen auf. Er sieht sogar den „Niedergang des Menschen“. Die Leidtragenden seien die Kinder. Höchste Zeit, dass aus Angst vor Fremden Liebe werde.

(dpa) - Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft „Kriegsstürme“ beklagt und die Menschen zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Ein „inzwischen überholtes Entwicklungskonzept“ führe „zum Niedergang des Menschen, des Sozialgefüges und der Umwelt“, sagte der Pontifex am ersten Weihnachtsfeiertag auf dem Petersplatz in Rom. Die Menschen müssten sich dafür einsetzen, „unsere Welt menschlicher und würdiger für die Kinder von heute und morgen zu gestalten“. Insbesondere rief er zum Frieden für Jerusalem, Syrien, Irak, Jemen und in Korea, Venezuela und Afrika auf.

Anschließend spendete das Katholiken-Oberhaupt vor etwa 50 000 Gläubigen von der Loggia des Petersdoms aus den traditionellen „Urbi et Orbi“-Segen. An Weihnachten feiern Christen weltweit die Geburt Jesu vor mehr als 2000 Jahren.

Friedliche Koexistenz

Franziskus nahm als erstes auf die Jerusalem-Krise Bezug und warnte vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern. „Wir beten, dass sich bei den Kontrahenten der Wille durchsetze, den Dialog wieder aufzunehmen, und dass man endlich zu einer Verhandlungslösung gelange, die innerhalb von miteinander vereinbarten und international anerkannten Grenzen eine friedliche Koexistenz zweier Staaten ermöglicht“, sagte der Argentinier.

US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Der Schritt löste internationale Kritik aus und führte zu weiteren Unruhen. Die UN-Vollversammlung stimmte in einer nicht bindenden Resolution mit großer Mehrheit gegen eine solche Anerkennung. Franziskus hob die Bemühungen derer hervor, „die in der internationalen Gemeinschaft den guten Willen haben, jenem geplagten Land beizustehen, dass es trotz der schwerwiegenden Hindernisse zur langersehnten Eintracht, Gerechtigkeit und Sicherheit finde“.

Der Pontifex ging zudem auf das Leid der Kinder ein und rief dazu auf, Migrantenkinder willkommen zu heißen. „Wir erblicken Jesus in den vielen Kindern, die gezwungen sind, ihre Länder zu verlassen, alleine unter unmenschlichen Bedingungen zu reisen und so zur einfachen Beute der Menschenhändler werden. In Ihren Augen sehen wir das Drama vieler Zwangsmigranten, die sogar ihr Leben riskieren, um kräftezehrende Reisen auf sich zu nehmen, die zuweilen in Tragödien enden“, so der Papst. „Unser Herz möge nicht verschlossen sein, wie es die Häuser von Bethlehem waren.“

Mehr Mitgefühl

Schon bei der Christmette an Heiligabend hatte Franziskus zu mehr Mitgefühl für Flüchtlinge aufgerufen. Dabei nahm er die Weihnachtsgeschichte als Bild für die heutige Zeit: Auch Maria und Joseph hätten bei ihrer Ankunft in Bethlehem die Erfahrung machen müssen, dass „sie dort niemand erwartete, dass dort kein Platz für sie war“. Franziskus setzt sich seit Beginn seiner Amtszeit besonders für Flüchtlinge und Ausgegrenzte ein.

„Wir sehen die Spuren von Millionen Menschen, die nicht freiwillig gehen, sondern gezwungen sind, sich von ihren Lieben zu trennen, weil sie aus ihrem Land vertrieben werden“, fuhr der Papst fort. Oft sei es ein Aufbruch mit dem Namen: Überleben. „Die aktuellen Nachfolger des Herodes zu überleben, die zur Durchsetzung ihrer Macht und zur Mehrung ihrer Reichtümer nicht davor zurückschrecken, unschuldiges Blut zu vergießen.“ Weihnachten sei die Zeit, „die Kraft der Angst in eine Kraft der Liebe zu verwandeln, in eine Kraft für eine neue Auffassung von Nächstenliebe“.


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