Oxfam: Unbezahlte Frauenarbeit verschärft soziale Ungleichheit
Oxfam: Unbezahlte Frauenarbeit verschärft soziale Ungleichheit
(KNA) - Frauen und Mädchen leisten nach einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam weltweit den Löwenanteil an unbezahlter Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit. Nach der zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums am Montag in Davos vorgestellten Studie "Time to Care" beläuft sich dies pro Tag auf weit über 12 Milliarden Stunden. Bei einem Mindestlohn entspräche dies einem Gegenwert von über elf Billionen US-Dollar pro Jahr.
Oxfam fordert mehr Investitionen in Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen und andere öffentliche Infrastruktur sowie ein gerechtes Steuersystem, um dies zu finanzieren. Die Entwicklungsorganisation beklagte auch eine wachsende Ungleichverteilung bei Vermögen. Dabei verwies sie auf Angaben des Finanzdienstleisters Bloomberg, wonach das Vermögen der 500 reichsten Menschen auf der Welt im vergangenen Jahr um 25 Prozent gestiegen sei. Zum Februar 2019 verfügten nach Forbes-Zahlen 162 Milliardäre über genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, berichtete Oxfam.
Mit Blick auf die unentgeltliche Arbeit von Frauen sprach die Sozialexpertin von Oxfam, Ellen Ehmke, von einem Wirtschaftssystem, "das vor allem für wohlhabende Männer funktioniert". Frauen seien besonders häufig von Armut und Altersarmut bedroht. Nach UN-Angaben steige das Risiko von Frauen, in extremer Armut zu leben, "wenn sie Kinder gebären, versorgen und großziehen".
Oxfam fordert, mehr in öffentliche Kinderbetreuung und soziale Absicherung in armen Ländern zu investieren. Derzeit würden nur zwei Prozent der gesamten Gelder der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für Kitas und Grundschulen eingesetzt. Oxfam verlangte ferner, Programme für Frauenrechte und -organisationen stärker zu unterstützen. Konzerne und Personen mit sehr großen Vermögen sollten mehr zum Allgemeinwohl beitragen.
