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Owsyannikowa auf Titelseite - weitere Strafe droht
International 16.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Russland

Owsyannikowa auf Titelseite - weitere Strafe droht

Marina Owsyannikowa im Gespräch mit Journalisten vor der Polizeiwache Ostankino.
Russland

Owsyannikowa auf Titelseite - weitere Strafe droht

Marina Owsyannikowa im Gespräch mit Journalisten vor der Polizeiwache Ostankino.
Foto: AFP
International 16.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Russland

Owsyannikowa auf Titelseite - weitere Strafe droht

Die „Nowaja Gaseta“ druckt das Foto des TV-Protests auf den Titel – verpixelt. Owsyannikowa könnte derweil doch noch härter bestraft werden.

(dpa) - Für ihren mutigen Anti-Kriegs-Protest im russischen Staatsfernsehen hat die oppositionelle Zeitung „Nowaja Gaseta“ der Redakteurin Marina Owsyannikowa am Mittwoch ihre Titelseite gewidmet. Die Zeitung druckte über die ganze Seite ein Bild von Owsyannikowa mit ihrem Plakat, das diese am Montagabend hinter der Nachrichtensprecherin des Ersten Kanals in die Kamera gehalten hatte - verpixelte darauf aber dreimal das Wort „Krieg“. In Russland ist es Medien offiziell verboten, von „Krieg“, „Invasion“ oder „Einmarsch“ im Nachbarland Ukraine zu sprechen.

Foto: Nowaja Gaseta

Auf Telegram beklagte die „Nowaja Gaseta“ später, dass viele Kioske sich weigerten, die Ausgabe zu verkaufen. Die Journalisten riefen ihre Leserschaft auf, sich das Blatt persönlich in der Moskauer Redaktion abzuholen, die von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow geleitet wird.


Russia's top independent newspaper Novaya Gazeta chief editor and the 2021 Nobel Peace Prize winner Dmitry Muratov meets with reporters outside the newspaper's office in Moscow on October 8, 2021. (Photo by Dimitar DILKOFF / AFP)
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Owsyannikowa droht neben der bereits verhängten Geldbuße noch eine weitere Strafe. Es seien Ermittlungen wegen der angeblichen Verbreitung von Lügen über Russlands Streitkräfte aufgenommen worden, meldete die Staatsagentur Tass unter Berufung auf eine Quelle bei den Ermittlungsbehörden. Befürchtet wurde, dass Owsyannikowa doch noch nach dem neuen Mediengesetz belangt werden könnte, das bis zu 15 Jahre Haft vorsieht.


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