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„Out of Order“: John Bercow nimmt Abschied
International 1 31.10.2019 Aus unserem online-Archiv

„Out of Order“: John Bercow nimmt Abschied

Ein Selfie zum Abschied: Der scheidende Präsident des britischen Parlaments lässt sich vor dem Westministerpalast mit einer Frau fotografieren.

„Out of Order“: John Bercow nimmt Abschied

Ein Selfie zum Abschied: Der scheidende Präsident des britischen Parlaments lässt sich vor dem Westministerpalast mit einer Frau fotografieren.
Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa
International 1 31.10.2019 Aus unserem online-Archiv

„Out of Order“: John Bercow nimmt Abschied

Der britische Parlamentspräsident scheidet nach zehn Jahren aus dem Amt. Seine Ordnungsrufe wurden zum Brüller.

(dpa) - Der Präsident des britischen Unterhauses, John Bercow, hat am Donnerstag seinen Abschied genommen. Teilweise mit Tränen in den Augen nahm der 56-jährige Politiker, der mit seinen markanten „Order“-Rufen internationale Bekanntheit erlangt hatte, Würdigungen aus verschiedenen Parteien entgegen. Es gab jedoch auch kritische Stimmen. 

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„Es kann nicht verleugnet werden, dass es eine Debatte über Ihre Zeit im Amt geben wird“, sagte der Vorsitzende des Unterhauses, Jacob Rees-Mogg, in einer Ansprache. Bercow hatte das Amt des „Speaker of the House of Commons“ seit 2009 inne.

Bercow galt im Streit um den geplanten EU-Austritt des Landes in den Augen von Brexit-Hardlinern wie Rees-Mogg als parteiisch. Mehrmals setzte er sich über Konventionen hinweg, damit sich die Abgeordneten in der Auseinandersetzung mit der Regierung durchsetzen konnten. Bercow rechtfertigte das mit einem immer stärker autoritären Regierungsstil.

Bercow trifft für seinen letzten Amtstag im Parlament ein.
Bercow trifft für seinen letzten Amtstag im Parlament ein.
Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Bestätigt wurde er beispielsweise von Alterspräsident Ken Clarke. „Während Ihres Jahrzehnts gab es wirklich nie da gewesene Versuche, die Macht der vollziehenden Gewalt auf Kosten des Parlaments zu erhöhen, und Sie waren großartig darin, die Pflicht der Regierung aufrechtzuerhalten, diesem Haus Rechenschaft abzulegen“, hatte Clarke bereits am Mittwoch gelobt.

Ein Nachfolger für Bercow soll bereits an diesem Montag gewählt werden. Als Favorit gilt der Vize-Sprecher Lindsay Hoyle, doch auch der Labour-Abgeordneten Harriet Harman, die als dienstälteste Parlamentarierin im Unterhaus als „Mother of the House“ bezeichnet wird, werden Chancen eingeräumt. Weitere Bewerber sind die Konservative Eleanor Laing und der Labour-Politiker Chris Bryant. 

Bereits in der kommenden Woche soll das Parlament dann aufgelöst werden für die anstehende Neuwahl am 12. Dezember.



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