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Ostukraine: Konfliktparteien beginnen mit weiterem Truppenabzug
International 10.11.2019

Ostukraine: Konfliktparteien beginnen mit weiterem Truppenabzug

Die OSCE überwacht den Abzug von Panzern aus der umkämpften Region.

Ostukraine: Konfliktparteien beginnen mit weiterem Truppenabzug

Die OSCE überwacht den Abzug von Panzern aus der umkämpften Region.
Foto: AFP
International 10.11.2019

Ostukraine: Konfliktparteien beginnen mit weiterem Truppenabzug

Weiterer Schritt hin zu einem Gipfel-Treffen, bei dem es um Lösungen für ein Ende des Konflikts in der Ostukraine geht.

(dpa) - In der umkämpften Ostukraine haben die Konfliktparteien mit einem weiteren Truppenabzug begonnen. Bei dem Ort Petriwske im Donezker Gebiet feuerten am Samstag sowohl die ukrainische Armee als auch die prorussischen Separatisten weiße und grüne Signalraketen als Startsignal ab. Das bestätigten beide Seiten.

Die Entmilitarisierung gilt als letzte Voraussetzung für ein mögliches Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. 

Dabei sitzen auch Vertreter Deutschlands und Frankreichs mit am Tisch. Einen genauen Termin für einen solchen Gipfel gibt es noch nicht.

Ursprünglich sollte der Abzug schon vor wenigen Tagen beginnen. Kiew lehnte das aber mit Verweis auf einen Bruch der Waffenruhe ab. Vor mehr als einer Woche hatten die Konfliktparteien bereits bei dem Ort Solote im Luhansker Gebiet Soldaten und Gerät um jeweils etwa einen Kilometer zurückgezogen und Minen geräumt.

Den Vorgang, der als „Entflechtung“ bezeichnet wird, überwachen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in Europa. Sie teilte mit: „Wir begrüßen alle Schritte in Richtung eines Fortschritts.“ Man stehe bereit, um zu helfen.

Boris Gryslow, der russische Vertreter bei der Kontaktgruppe der Ukraine, Russlands und der OSZE, sagte, er hoffe, dass der Rückzug in naher Zukunft erfolgreich abgeschlossen werden könne. Aus Kiew gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme.

Mehrheit in der Region will zu Russland gehören

Bereits im Juni waren die Soldaten beider Seiten in der Ortschaft Stanyzja Luhanska abgezogen worden. In dem seit 2014 währenden Konflikt starben UN-Schätzungen nach rund 13.000 Menschen. Ein 2015 vereinbarter Friedensplan liegt seit längerem auf Eis.

Er sieht unter anderem eine Reintegration der umkämpften Region in die Ukraine mit Wahlen vor. Nach einer am Samstag in Kiew veröffentlichten Umfrage befürworten jedoch rund zwei Drittel der Einwohner dieser Gebiete einen Anschluss an den Nachbarn Russland. Weniger als ein Fünftel will dagegen Teil der Ukraine sein.    


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Ein ukrainischer Soldat in der Nähe der ostukrainischen Stadt Donezk.
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