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Orkan fegt durch Europa: Mindestens vier Todesopfer
International 3 Min. 10.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Orkan fegt durch Europa: Mindestens vier Todesopfer

Sturm Sabine an der britischen Küste in Newhaven..

Orkan fegt durch Europa: Mindestens vier Todesopfer

Sturm Sabine an der britischen Küste in Newhaven..
Foto: AFP
International 3 Min. 10.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Orkan fegt durch Europa: Mindestens vier Todesopfer

Sturmtief „Sabine“ wütet in vielen Teilen Europas. Tausende Haushalte sind ohne Strom, Flüge entfallen, Bäume stürzen auf Straßen und Gleise. In Polen, Schweden und Großbritannien gibt es Tote zu beklagen.

(dpa) - Das Orkantief "Sabine" hat in ganz Europa Schäden angerichtet. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen. In Großbritannien ist bei dem schweren Sturm ein Autofahrer durch einen umstürzenden Baum getötet worden. Der 58-Jährige starb noch am Unfallort, teilte die Polizei am Montag mit. Das Unglück sei am späten Sonntagnachmittag auf dem Weg von Winchester nach Micheldever in Südengland passiert. 

Der Sturm hatte zahlreiche Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen im ganzen Land verursacht. Meteorologen warnen nun vor Schnee und Eis.


Storm clouds cover the skyline of downtown of Buenos Aires, on February 7, 2020. (Photo by RONALDO SCHEMIDT / AFP)
Am Montag: Schulfrei und keine Zeitung wegen Sturm
In der Nacht erreicht das Orkantief Luxemburg. Der Unterricht am Montag wird aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Post wird keine Zeitungen zustellen.

Das Sturmtief „Sabine“, das außerhalb Deutschlands meist „Ciara“ genannt wird, fegte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde über Irland und Großbritannien. 

In einigen Regionen der britischen Insel hat der Sturm innerhalb von 24 Stunden so viel Regen gebracht wie sonst in eineinhalb Monaten fällt. Mehr als 20.000 Haushalte waren in der Nacht zum Montag vom Strom abgeschnitten. Überschwemmungen und umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr auf Straßen und Schiene erheblich, in Brentwood (Essex) stürzte ein Auto in einen kleinen Krater, der über Nacht auf der Straße entstanden war. Auch der Flugverkehr wurde eingeschränkt.

Überschwemmungen in Mytholmroyd in Nordengland.
Überschwemmungen in Mytholmroyd in Nordengland.
Foto: AFP/Oli Scarff

Die Lage in anderen europäischen Ländern

In Belgien verursachte der Sturm etliche Schäden. Laut ersten Medienberichten wurde niemand verletzt, als vielerorts im Land Bäume und Baugerüste umstürzten und die Böen Dächer abdeckten. Züge fuhren auf vielen Strecken verspätet oder eingeschränkt. Im Hafen von Antwerpen kippten aufeinandergestapelte Container um.

In Norwegen und Schweden mussten sowohl am Sonntag als auch am Montag zahlreiche Flüge gestrichen werden. Fähren blieben im Hafen und Zugverbindungen wurden eingestellt. Auch die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden war wegen starken Windes bis Mitternacht gesperrt.

An der dänischen und an der norwegischen Westküste fürchtet man nun Überschwemmungen. Einen schweren Unfall gab es auf einem See in der schwedischen Gemeinde Svenljunga: Hier kenterten am Sonntag zwei Angler mit ihrem Boot - einer starb, nach dem anderen wurde am Montagmorgen noch gesucht. 

Ein Baukran fiel auf den Frankfurter Dom.
Ein Baukran fiel auf den Frankfurter Dom.
Foto: AFP/Yann Schreiber

 

In Deutschland hat Sturm "Sabine" auf dem Feldberg im Schwarzwald Böen von mehr als 170 km/h erreicht. Durch "Sabine" kam es zu hunderten Flugausfällen, auch der Bahnverkehr stand still. Landesweit gab es hunderte Einsätze wegen umgestürzter Bäume und Schäden an Gebäuden. In Bayeren sind zehntausende Menschen ohne Strom.

In Frankreich waren zunächst rund 130.000 Haushalte ohne Strom. Betroffen waren nach Angaben des Netzbetreibers Enedis der Großraum Paris sowie Nord- und Ostfrankreich, wo auch zahlreiche Verbindungen mit Regionalzügen entfielen. Für mehr als 30 Départements dauerte die vom französischen Wetterdienst Météo-France ausgerufene erhöhte Alarmbereitschaft am Montag an. Dutzende Flüge fielen aus.

Auch in Österreich und der Schweiz kam es zu Beeinträchtigungen im Flug-, Bahn- und Straßenverkehr. In der schweizerischen Gemeinde Wald krachte eine S-Bahn am Montagmorgen in einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde niemand, wie die Nachrichtenagentur sda berichtete. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich am Sonntagabend in Moutier im Kanton Bern, auch dort gab es keine Verletzten. An den Flughäfen Zürich, Basel-Mülhausen und Wien fielen durch den Sturm seit Sonntagabend zahlreiche Flüge aus.

Ein Mann fotografiert eine Welle, die über das Ufer des Bodensees in Bregenz schwappt.
Ein Mann fotografiert eine Welle, die über das Ufer des Bodensees in Bregenz schwappt.
Foto: Dietmar Stiplovsek/APA/dpa

In Tschechien waren am Montagmorgen rund 100.000 Haushalte ohne Elektrizität, weil Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt wurden, wie Energieversorger mitteilten. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen und Dächer zu sichern - innerhalb einer Stunde wurden landesweit mehr als 250 Einsätze gezählt. Im südböhmischen Bezirk Prachatice (Prachatitz) wurde ein Mensch leicht verletzt, als ein Baum auf ein Auto krachte. Im Bahnverkehr kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. 


ARCHIV - 31.03.2015, Hessen, Frankfurt/Main: Eine heftigen Windböe überrascht eine Frau in der Innenstadt und weht ihr den Schirm ins Gesicht. In Deutschland droht laut der Vorhersage des Deutschen Wetterdienst (DWD) ein Unwetter. In der Nacht auf 10.02.2020 seien auch in den tieferen Bereichen orkanartige Böen zwischen 103 und 118 Stundenkilometer zu erwarten. Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Es wird stürmisch - Orkantief „Sabine“ ist unterwegs
Das vom Atlantik kommende Orkantief „Sabine“ rückt näher. Im Internet verbreitete Videos zeigen spektakuläre Bilder des Sturms.

In Polen wurden im Skiressort Bukowina Tatrzanska im Süden des Landes am eine Frau und ihre Tochter auf einem Parkplatz von herabfallenden Dachteilen erschlagen. Laut einem Polizeisprecher wurden eine weitere Frau und ein Junge bei dem Unglück verletzt und mit leichteren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Am Montag waren zudem mehr als 55.000 Haushalte ohne Strom, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. Bis 6.00 Uhr morgens mussten die Feuerwehren landesweit zu mehr als 1100 Einsätzen ausrücken, um unter anderem Bäume von den Straßen zu räumen.

Das Zentrum des Sturms lag erst nördlich von Schottland und verlagerte sich dann zur Norwegischen Küste. Vor allem im Nordwesten des Kontinents blieben deshalb Haushalte ohne Strom, Zugfahrten und Flüge fielen aus. 


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