Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Orban verkündet finanzielle Anreize für mehr Geburten
„Brüssel ist die Hochburg des neuen Internationalismus, ihr Werkzeug ist die Migration“, sagte Viktor Orban in seiner Rede am Sonntag.

Orban verkündet finanzielle Anreize für mehr Geburten

Foto: AFP
„Brüssel ist die Hochburg des neuen Internationalismus, ihr Werkzeug ist die Migration“, sagte Viktor Orban in seiner Rede am Sonntag.
International 10.02.2019

Orban verkündet finanzielle Anreize für mehr Geburten

In seiner Rede zur Lage der Nation erklärte der ungarische Ministerpräsident, wie diese finanzielle Hilfe funktionieren soll. Mit der Anzahl der Kinder sollen die Vorzüge steigen.

(dpa) - Ministerpräsident Viktor Orban will die Ungarinnen mit beträchtlichen finanziellen Anreizen dazu bewegen, mehr Kinder zu gebären. „Das ist die Antwort der Ungarn (auf den Geburtenrückgang), nicht die Migration“, sagte der rechts-nationale Politiker am Sonntag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation. Im Jahr 2016 wies Ungarn nur 1,45 Geburten pro Frau auf. 

Zu den angekündigten Maßnahmen gehört, dass jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Forint (31.417 Euro) zur freien Verwendung gewährt bekommt. Die Rückzahlung des Kredits wird bei der Geburt des ersten Kindes drei Jahre lang ausgesetzt. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen.


Jean Asselborn - Photo : Pierre Matgé
„Ohne Orban hätte es keine Krise gegeben“
Möglicherweise findet am Freitag Jean Asselborns letztes Migrationstreffen auf EU-Ebene statt. Das offene Europa würde wohl einen seiner wenigen Fürsprecher auf einer Regierungsebene verlieren.

Außerdem werden die Kreditprogramme für den Wohnungserwerb ausgeweitet und Bürgschaften je nach Kinderzahl teilweise vom Staat übernommen. Familien mit mindestens drei Kindern erhalten beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Millionen Forint. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben und aufziehen, sollen künftig bis an ihr Lebensende von der Einkommenssteuer befreit sein.

„Wir stoppen die migrationsfördernde Mehrheit“

In seiner Ansprache ging Orban auch auf die Europawahl im Mai ein. „Wir stoppen die migrationsfördernde Mehrheit“, erklärte er. Den Parteien der Mitte - darunter die konservative Europäische Volkspartei (EVP), der auch seine Fidesz-Partei angehört - unterstellte er, die Migration zu fördern.

„Brüssel ist die Hochburg des neuen Internationalismus, ihr Werkzeug ist die Migration“, sagte er. Dieses Brüssel werde vom liberalen US-Milliardär George Soros gesteuert, dessen Plan es sei, die Identität der europäischen Völker durch muslimische Masseneinwanderung zu zerstören. Jene Länder, die die Migration unterstützen, „erzeugen in Wirklichkeit eine Mischbevölkerung“, behauptete er. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

„Ohne Orban hätte es keine Krise gegeben“
Möglicherweise findet am Freitag Jean Asselborns letztes Migrationstreffen auf EU-Ebene statt. Das offene Europa würde wohl einen seiner wenigen Fürsprecher auf einer Regierungsebene verlieren.
Jean Asselborn - Photo : Pierre Matgé
EU-Parlament für Sanktionsverfahren gegen Ungarn
Im EU-Jargon wird es die „Atombombe“ genannt: Das Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge ist das schärfste Mittel gegen ein EU-Land. Nun stehen schon zwei Länder am Pranger der Gemeinschaft.
Victor Orbans Regierung gefällt das Votum ganz und gar nicht.