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Ölpest vor US-Küste schlimmste der Geschichte
International 2 Min. 15.03.2012

Ölpest vor US-Küste schlimmste der Geschichte

Die Ölpest vor der US-Küste ist die Schlimmste der Geschichte.

Ölpest vor US-Küste schlimmste der Geschichte

Die Ölpest vor der US-Küste ist die Schlimmste der Geschichte.
dpa
International 2 Min. 15.03.2012

Ölpest vor US-Küste schlimmste der Geschichte

Schockierende Bilanz einer Katastrophe: Bei der Ölpest vor der US-Küste strömten nach neusten Zahlen von Forschern 4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko - das sind etwa 666.400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert.

(dpa) - Schockierende Bilanz einer Katastrophe: Bei der Ölpest vor der US-Küste strömten nach neusten Zahlen von Forschern 4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko - das sind etwa 666.400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert.

Mehr als drei Monate sprudelte das Öl ins Wasser. Zum Vergleich: Bei der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" 1989 vor der Küste Alaskas flossen "nur" etwa 40 000 Tonnen ins Meer.

Zwar ist das Bohrloch im Golf von Mexiko seit Mitte Juli provisorisch verschlossen - doch das endgültige Versiegeln mit Schlamm und Zement wird immer weiter verschoben. Bevor die BP- Ingenieure mit der Aktion "Static Kill" beginnen, müsse zunächst ein Leck an der Abdichtung über dem Bohrloch gestopft werden, hieß es. Wichtige Tests mussten ausgesetzt werden, teilte BP mit. Die Experten hofften, noch am Dienstag (Ortszeit) die Aktion zu starten.

"Anfang vom Ende"

US-Medien nennen das mit Spannung erwartete Manöver "den Anfang vom Ende". Mehrere Schiffe stehen bereit, um den schweren Schlamm unter hohem Druck in das Bohrloch zu pressen und so das Öl, das in der Steigleitung nach wie vor nach oben drückt, in die Tiefe zu pressen. Gelingt das Manöver, kann das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit Zement verschlossen werden. Allerdings könnten zeitweise geringe Mengen Öl ins Meer fließen, warnte Einsatzleiter Thad Allen.

"Um ein Bohrloch richtig zu verschließen, muss der Druck vom Bohrlochkopf genommen werden. Man muss irgendetwas in das Bohrloch bringen, das einen Gegendruck zu dem nach oben drückenden Öl erzeugt", sagte Prof. Matthias Reich, Direktor des Institutes für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Bei dem "schweren Schlamm" handelt es sich nach den Worten Reichs um eine "sehr komplexe Flüssigkeit, die von Experten im Labor zusammengestellt wird. Sie ist zähflüssig und in diesem Fall sehr schwer."

Der "finale Akt" zur Versiegelung steht dann etwa eine Woche später an. Dann wollen die Ingenieure auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschließen. Bei dieser Operation "Bottom Kill" sollen ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden. Das geschieht durch einen Nebenzugang, der seit Mai gebohrt wird.

Mexiko will BP-Konzern auf Schadenersatz verklagen

Über das tatsächliche Ausmaß der Ölpest gab es seit dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 22. April erhebliche Kontroversen. Zunächst behauptete BP, es strömten lediglich geringe Mengen ins Meer. Dann wurden die Zahlen immer weiter nach oben korrigiert. Die neusten Schätzungen von Forschern hätten eine mögliche Abweichung von plus-minus zehn Prozent, teilte die US- Regierung mit.

Die mexikanische Regierung will den BP-Konzern auf Schadenersatz verklagen. Das teilte Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada in Mexiko-Stadt mit, wie die Zeitung "Milenio" am Dienstag berichtete. Nach den Worten des Politikers werden die Regierungen Mexikos und der USA im September in Washington das Ausmaß der Schäden beziffern.

Als Sofortzahlung verlange Mexiko 70 Millionen Dollar (etwa 53 Millionen Euro). Noch sei kein Öl in mexikanischen Gewässern entdeckt worden, ergänzte Elvira. Dennoch sei das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen worden.

Nach den Zahlen der Wissenschaftler wurde nicht einmal ein Fünftel (800.000 Barrel) des ausgetretenen Öls aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt. Zuvor galt der Bohrinsel-Unfall der "Ixtoc" 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko.