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OECD-Bericht: Corona zeigt Schwächen in Gesundheitssystemen
International 3 Min. 19.11.2020

OECD-Bericht: Corona zeigt Schwächen in Gesundheitssystemen

Pflegepersonal am CHL-Krankenhaus bereitet sich auf den Einsatz vor.

OECD-Bericht: Corona zeigt Schwächen in Gesundheitssystemen

Pflegepersonal am CHL-Krankenhaus bereitet sich auf den Einsatz vor.
Foto: Gerry Huberty
International 3 Min. 19.11.2020

OECD-Bericht: Corona zeigt Schwächen in Gesundheitssystemen

Zu wenig Krankenhausbetten, nicht genug Personal: Schon zu normalen Zeiten sind das keine guten Nachrichten. Aber wenn die Welt von einer Pandemie getroffen ist, hat es schwerwiegende Konsequenzen.

(dpa/SC) - Die Corona-Pandemie hat gravierende Schwachstellen in Gesundheitssystemen und die unzureichende Vorbereitung vieler europäischer Länder auf eine Gesundheitskrise offenbart. Staaten müssten vor allem mehr in ihr Gesundheitspersonal investieren, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Sitz in Paris. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass Länder, die in der Lage sind, schnell auf die Krise zu reagieren, kostspielige weitgehende Corona-Beschränkungen möglicherweise vermeiden können.


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„Die erste Welle der Covid-19-Pandemie machte den bereits bestehenden Mangel an Ärzten und Krankenschwestern in vielen Ländern sichtbarer und akuter“, heißt es in dem Bericht weiter, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheitssysteme von EU-Staaten auseinandersetzt. Die Kosten für widerstandsfähige Gesundheitssysteme seien geringer als die enormen wirtschaftlichen Folgen, die schwache Gesundheitssysteme in einer Krise wie der Corona-Pandemie hätten.

Der Mangel an Personal sei in der Krise eine größere Einschränkung als der Mangel an Krankenhausbetten gewesen. Das zeige, dass die Ausbildung von qualifiziertem Gesundheitspersonal mehr Zeit in Anspruch nehme als die Schaffung temporärer Einrichtungen. Außerdem sei es wichtig, Reservekapazitäten beim Personal zu schaffen.


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In einigen Ländern, wie Norwegen, der Schweiz und Deutschland, sei die Zahl der Ärzte und Krankenschwestern pro Kopf vor Beginn der Pandemie im Vergleich zu anderen Ländern relativ hoch gewesen, so die Autorinnen und Autoren. In Luxemburg war dies nicht der Fall: Hier herrschte Personalmangel an heimischen medizinischen Kräften, weswegen sich das Großherzogtum zu einem Großteil auf Grenzpendler verlassen musste.

Die Untersuchung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass Regierungen effektive Strategien erarbeiten müssen, um weitere Lockdowns zu vermeiden. Wichtig seien generell Tests zur Kontaktnachverfolgung und Kontaktbeschränkungen, die Verfügbarkeit von Masken und die Einschränkung von Mobilität und Kontakten. Auch digitale Maßnahmen wie Corona-Apps könnten helfen. „Viele Länder hatten in den ersten Monaten der Krise Mühe, die Verfügbarkeit von Masken und anderer persönlicher Schutzausrüstung zu erhöhen“, heißt es. Dem Bericht zufolge machte die Beschaffung von angebrachter Schutzausrüstung und der Ausbau der Testkapazitäten in Luxemburg in der ersten Welle den größten Teil der medizinischen Ausgaben im Kampf gegen das Corona-Virus aus.

Die meisten Länder hätten Probleme gehabt, ihre Testkapazitäten zu erhöhen, was die Wirksamkeit der Rückverfolgungsbemühungen eingeschränkt habe. Dadurch seien nur wenige Optionen geblieben, um die Ausbreitung des Virus während der ersten Welle einzudämmen, was schließlich strengere Eindämmungsmaßnahmen erforderlich machte. Zwar sei eine Gesamtbeurteilung der Reaktionen der europäischen Länder auf Corona zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwierig, da die Pandemie weltweit noch immer sehr aktiv ist, schreiben die Expertinnen und Experten. Einige Beobachtungen ließen sich aber vor allem mit Blick auf die erste Welle im Frühjahr machen.


Bildungsminister Claude Meisch (DP) hat am Donnerstag seinen Covid-Bericht zur Infektionslage seit der Rentrée aus den Schulen vorgestellt und sieht momentan keine Notwendigkeit für die Einführung eines A/B-Modells in den höheren Klassen. Aber das Stufenmodell wird angepasst.
Claude Meisch: "Sanitärkonzept in den Schulen hat sich bewährt"
Der Bildungsminister stellte am Donnerstag den Bericht über das Infektionsgeschehen in den Schulen seit der Rentrée vor. Für zusätzliche Maßnahmen sieht er keine Notwendigkeit.

In fast allen untersuchten Ländern seien mindestens 90 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 unter Menschen im Alter von 60 Jahren und darüber zu verzeichnen gewesen. Besonders betroffen waren Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Heimen. Zwischen den ersten gemeldeten Corona-Fällen und den Leitlinien zur Prävention in Heimen hätten in mehreren Ländern mindestens zwei Monate gelegen. Wie aus dem Bericht der hervorgeht, war Luxemburg, zusammen mit Österreich, das Land, in dem die Sekundarschulen am kürzesten geschlossen bleiben: 48 Tage mussten Schülerinnen und Schüler im Großherzogtum zu Hause bleiben. Der europäische Schnitt lag bei 69 Tagen.

Außerhalb Europas seien Korea oder Neuseeland gute Beispiele für Länder, in denen das Virus gezielt unter Kontrolle gebracht wurde. In Europa seien Finnland, Norwegen oder Estland besser in der Lage gewesen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dies sei aber auch teilweise auf geografische Faktoren zurückzuführen - in diesen Ländern ist die Bevölkerungsdichte geringer. Gleichzeitig seien Eindämmungsmaßnahmen aber gezielt umgesetzt worden - das Vertrauen der Bevölkerung sei groß gewesen.


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