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Obama nimmt die Welt in die Pflicht
International 2 Min. 24.09.2014 Aus unserem online-Archiv
UN-Vollversammlung

Obama nimmt die Welt in die Pflicht

Blick in den Sitzungssaal während der Debatten.
UN-Vollversammlung

Obama nimmt die Welt in die Pflicht

Blick in den Sitzungssaal während der Debatten.
ADREES LATIF
International 2 Min. 24.09.2014 Aus unserem online-Archiv
UN-Vollversammlung

Obama nimmt die Welt in die Pflicht

Amerika meldet sich als Führungsmacht zurück. Das scheint die Botschaft von US-Präsident Obama an die UN-Vollversammlung zu sein. Obama will Stärke demonstrieren und Probleme gemeinsam anfassen.

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama will die Welt in einen entschlossenen Kampf gegen Terrorismus und globale Krisen führen. „Die Vereinigten Staaten von Amerika werden mit einer breiten Koalition arbeiten, um dieses Netzwerk des Todes zu zerlegen“, sagte sagte Obama am Mittwoch in der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York mit Blick auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Auch die Eindämmung der russischen Einmischung in der Ukraine oder der Ebola-Epidemie liege in der gemeinsamen Verantwortung aller Nationen.

Auch die Ukraine-Krise gehört zu Obamas Sorgenkindern.
Auch die Ukraine-Krise gehört zu Obamas Sorgenkindern.
ANATOLII STEPANOV

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeichnete zu Beginn der Generaldebatte ein düsteres Bild der Welt. „Der Horizont der Hoffnung hat sich verdunkelt. Unsere Herzen sind schwer durch unaussprechliche Taten und den Tod von Unschuldigen“, sagte Ban. „Die Geister des Kalten Krieges sind zurückgekehrt: So viel vom Arabischen Frühling ist in verkehrte Bahnen gelaufen.“ Ben befürwortete einen entschlossenen Einsatz gegen militante Islamisten. „Wir brauchen eine entschlossene Aktion, um grausame Verbrechen zu stoppen, und brauchen offene Diskussionen darüber, was überhaupt zu dieser Bedrohung geführt hat.“

Zu der Generaldebatte sind Vertreter aus allen 193 UN-Staaten gekommen sowie aus sogenannten Beobachterstaaten wie dem Vatikan, Palästina und der EU.

Stärker als in den Vorjahren betonte Obama in seiner Rede Amerikas Führungsanspruch: „Die Vereinigten Staaten werden nie davor zurückscheuen“, ihre Interessen zu verteidigen, sagte er und verwies auf das US-Engagement in gegenwärtigen globalen Krisen. „Heute bitte ich die Welt, zu diesen Anstrengungen etwas beizutragen“

Beispielhaft führte er an, dass etwa 40 Länder ihre Unterstützung im Kampf gegen den IS angeboten hätten. „Wir handeln nicht allein.“ Der gewaltsame Extremismus sei ein Krebs, der sich in vielen Teilen der muslimischen Welt ausgebreitet habe. Die Terroristen würden eine der großen Weltregionen pervertieren. „Kein Gott verzeiht diesen Terror.“

Er wandte sich direkt an die Muslime und forderte unter anderem mehr Rechte für Frauen und bessere Entfaltungsmöglichkeiten für die Jugend. Zugleich begründete er die Militärangriffe im Irak und in Syrien: Mit Dschihadisten lasse sich nicht verhandeln. „Die einzige Sprache, die diese Killer verstehen, ist die Sprache der Gewalt“.

Obama rief die Vollversammlung ebenfalls zum entschlosseneren Kampf gegen Ebola auf. Der Virus könne Hunderttausende Menschen töten, schreckliches Leid erzeugen, Volkswirtschaften destabilisieren und sich rasant über Grenzen ausbreiten. „Es ist leicht, das als entferntes Problem anzusehen - bis es das nicht mehr ist“, sagte er.


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