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"Oase in Flammen": Schwere Krawalle erschüttern Chile
International 1 21.10.2019

"Oase in Flammen": Schwere Krawalle erschüttern Chile

Soldaten patrouillieren in Concepción in Chile. In der Stadt am Río Bío Bío kam es zu Plünderungen und Brandlegungen.

"Oase in Flammen": Schwere Krawalle erschüttern Chile

Soldaten patrouillieren in Concepción in Chile. In der Stadt am Río Bío Bío kam es zu Plünderungen und Brandlegungen.
Foto: AFP/Pablo Hidalgo
International 1 21.10.2019

"Oase in Flammen": Schwere Krawalle erschüttern Chile

Das Volk begehrt auf gegen die chilenische Führung. Zehn Menschen sterben infolge einer massiven Protestwelle.

(dpa) - Bei den anhaltenden Unruhen in ganz Chile sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Fünf Leichen wurden am Sonntag in einer geplünderten und in Brand gesetzten Kleiderfabrik in Santiago de Chile geborgen, wie die Feuerwehr mitteilte.

Am Sonntagmorgen waren in zwei Supermärkten der Hauptstadt zwei Frauen und ein Mann ebenfalls bei Bränden nach Plünderungen umgekommen. Weitere zwei Tote wurden in der ausgebrannten Halle einer Baumarktkette im Süden Santiagos aufgefunden, teilte Bürgermeisterin Karla Rubilar mit.

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Am Sonntagabend wurde erneut eine Ausgangssperre in Santiago, Valparaíso, Concepción, Antofagasta und Coquimbo verhängt. In der chilenischen Hauptstadt hielten jedoch nach Beginn der Ausgangssperre die Kundgebungen an.

Die gewaltsamen Proteste waren nach einer Fahrpreiserhöhung der U-Bahn in Santiago ausgebrochen und weiteten sich rasch über das ganze Land aus. Die landesweite Erhöhung der Stromtarife um durchschnittlich zehn Prozent heizte auch den Unmut an. Chiles Präsident Sebastián Piñera rief am Freitagabend den Ausnahmezustand aus. Am Samstagabend machte er die Tariferhöhung der U-Bahn rückgängig.

Soldaten und Feuerwehrleute stehen vor einer geplünderten und in Brand gesetzten Kleiderfabrik in Santiago, in der fünf Menschen starben.
Soldaten und Feuerwehrleute stehen vor einer geplünderten und in Brand gesetzten Kleiderfabrik in Santiago, in der fünf Menschen starben.
Foto: Jose Francisco Zuniga/JF Image Pro/Agencia Uno/dpa

Rund 9.400 Soldaten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Einsatz. Am Sonntag wurden bei gewaltsamen Protesten 17 Polizisten verletzt. Insgesamt wurden während der Protestwelle nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1554 Menschen festgenommen. Über 60 Supermärkte wurden in verschiedenen Städten geplündert und mindestens sechs in Brand gesetzt.

Die ernste Krise der öffentlichen Ordnung in Chile habe sich lange Zeit angekündigt, schreibt die spanische Zeitung "El Mundo" am Montag. "Hinter der scheinbaren Normalität verstecken sich trotz der wirtschaftlichen Anstrengungen der vergangenen Jahrzehnte enorme soziale Ungleichheiten." Piñera habe "noch vor einigen Tagen geprahlt, Chile sei so etwas wie eine Oase im unruhigen Lateinamerika. Eine Art Stabilisator in einer von Populisten dominierten Region. Heute steht die Oase mit mehr als 700 Inhaftierten und 100 Verletzten in Flammen.“


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