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Notre-Dame entging nur knapp einer größeren Katastrophe
International 1 2 Min. 17.04.2019

Notre-Dame entging nur knapp einer größeren Katastrophe

Die Hauptorgel in der Notre-Dame-Kathedrale am Tag nach dem Brand.

Notre-Dame entging nur knapp einer größeren Katastrophe

Die Hauptorgel in der Notre-Dame-Kathedrale am Tag nach dem Brand.
Bild: AFP/Amaury Blin
International 1 2 Min. 17.04.2019

Notre-Dame entging nur knapp einer größeren Katastrophe

Am Ende kam es auf "15 bis 30 Minuten" an: Der französische Innenstaatssekretär erklärte, dass der Pariser Kathedrale bei dem Brand am Montag die vollständige Zerstörung drohte.

(dpa/jt) - Der Brand, der am Montagabend in der Kathedrale Notre-Dame de Paris wütete, hätte offenbar noch schlimmere Schäden anrichten können. Der französische Innenstaatssekretär Laurent Nuñez erklärte, dass es bei der Rettung des gotischen Gebäudes auf "15 bis 30 Minuten" ankam. 


Am Montagabend gegen 18.30 Uhr brach ein Feuer in der Kathedrale Notre-Dame de Paris aus - erst am darauffolgenden Tag, um 10 Uhr, war der Brand vollends gelöscht.
Lichterlohes Signal
Der Brand von Notre-Dame hat noch ein anderes Feuer entfacht: das eines positiven, zukunftsorientierten Gemeinschaftsgefühls.

Nuñez lobte die Feuerwehr für ihren "mutigen und entschlossenen Einsatz", der für die Retter mitunter lebensgefährlich war: Ohne diesen Einsatz wäre das Gebäude wahrscheinlich nicht zu erhalten gewesen. Schon relativ früh am Abend wurden nämlich Einsatzkräfte ins Innere der Kirche geschickt, um die Flammen zu bekämpfen

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Das Feuer war auf dem Dachboden von Notre-Dame ausgebrochen und nach einem Alarm um 18.43 Uhr am Montag entdeckt worden. Angaben von "Le Parisien" zufolge hatten zwei Securitys die ersten Flammen jedoch schon etwa eine Viertelstunde früher aus dem Dach schießen sehen. Nach einem ersten Alarm um 18.20 Uhr war aber zunächst kein Brandherd gefunden worden. Ausgangspunkt des Feuers war demnach der Spitzturm der Notre-Dame, der kurz vor 20 Uhr einstürzte. Erst am Dienstagvormittag waren sämtliche Glutnester gelöscht.

Nach Angaben von Laurent Nuñez haben Fachleute mittlerweile „einige Schwachstellen“ an der Struktur des Steingebäudes gefunden. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, wie der Regierungsvertreter sagte. „Im Ganzen hält die Struktur gut“, fügte er hinzu.   

Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus. Drei Dutzend Kriminalermittler in der französischen Hauptstadt untersuchen die Ursachen des Infernos. Insgesamt 30 Personen, darunter Arbeiter, Securitys und Mitarbeiter der Kathedrale, wurden bereits zu dem Brand befragt. Auf dem Dach von Notre-Dame war zum Zeitpunkt des Feuers ein Gerüst angebracht, um Renovierungsarbeiten durchzuführen. 

Die Zeitung "Le Parisien" nannte unter Berufung auf Ermittlerkreise einen elektrischen Kurzschluss als mögliche Ursache. Der Verdacht, dass Schweißarbeiten zu dem Inferno geführt haben, scheint sich indes nicht erhärtet zu haben. Mithilfe von Videos und Fotos soll die Entstehung des Brands nun mithilfe eines 3D-Modells rekonstruiert werden. "Ziel ist es, zu verstehen, wie sich das Feuer ausbreitet und wo es entstanden ist", zitiert "Le Parisien" einen beteiligten Ermittler.


This screen shot made on April 16, 2019 shows French President Emmanuel Macron addressing the nation on French private TV channel TF1 during which he vows to rebuild Notre-Dame de Paris Cathedral within five years, a day after a fire erupted in the 850-year-old landmark, and Macron had cancelled a speech expected to outline key measures in response to months of anti-governments protests. (Photo by Olivier MORIN / AFP)
Macron will Notre-Dame in fünf Jahren rekonstruieren
Der Staatschef versprach den Wiederaufbau der Cathédrale Notre-Dame binnen fünf Jahren, ging aber nicht auf die Reformen nach der "Nationalen Debatte" ein.

Präsident Emmanuel Macron versprach den Franzosen in einer TV-Ansprache am Dienstagabend, das weltberühmte Bauwerk innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufzubauen – noch schöner als zuvor. „Wir sind das Volk von Baumeistern“, sagte Macron.




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