Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nordkorea zeigt sich nach Trumps Absage weiter zu Gipfel bereit
International 3 Min. 25.05.2018

Nordkorea zeigt sich nach Trumps Absage weiter zu Gipfel bereit

Trump hat abgesagt, Nordkorea signalisiert weiterhin Gesprächsbereitschaft - so zumindest der Stand am Freitag.

Nordkorea zeigt sich nach Trumps Absage weiter zu Gipfel bereit

Trump hat abgesagt, Nordkorea signalisiert weiterhin Gesprächsbereitschaft - so zumindest der Stand am Freitag.
Foto: AFP
International 3 Min. 25.05.2018

Nordkorea zeigt sich nach Trumps Absage weiter zu Gipfel bereit

Heute Hüh, morgen Hott. US-Präsident Trump sagt den Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim ab, Pjöngjang zeigt sich plötzlich weiter zum Treffen bereit.

(dpa) - Nach der abrupten Absage des Gipfeltreffens mit den USA durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat Nordkorea weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Wir wollen die USA wissen lassen, dass wir die Absicht haben, uns mit den USA jederzeit und egal auf welche Weise zusammenzusetzen“, erklärte der Erste Vizeaußenminister Kim Kye Gwan am Freitag. Zugleich warf er den USA erneut vor, auf Nordkorea vor dem geplanten Gipfel lange Zeit Druck ausgeübt zu haben, damit es einseitig sein Atomprogramm aufgebe. Trump hatte den als historisch angekündigten Gipfel am Donnerstag in einem später veröffentlichten Brief an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un abgesagt. Das Weiße Haus machte die nordkoreanische Seite verantwortlich.


(COMBO) This combination of pictures created on May 24, 2018 shows US President Donald Trump speaking to the media as he makes his way to board Marine One at the White House on May 23, 2018 in Washington, DC, and an undated picture released from North Korea's official Korean Central News Agency (KCNA) on May 18, 2018 of North Korean leader Kim Jong-Un speaking while attending the first Enlarged Meeting of the 7th Central Military Commission of the Workers' Party of Korea (WPK) in Pyongyang.


US President Donald Trump told North Korean leader Kim Jong-Un on May 24, 2018, in letter that the Singapore summit will not take place.
 / AFP PHOTO / AFP PHOTO AND KCNA VIA KNS / Mandel NGAN AND - /  - South Korea OUT / REPUBLIC OF KOREA OUT   ---EDITORS NOTE--- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO/KCNA VIA KNS" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
THIS PICTURE WAS MADE AVAILABLE BY A THIRD PARTY. AFP CAN NOT INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, LOCATION, DATE AND CONTENT OF THIS IMAGE. THIS PHOTO IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY AFP.  /
Trump sagt Treffen mit Kim Jong Un ab
Das für den 12. Juni geplante Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur wird nicht stattfinden. Der US-Präsident hat dem nordkoreanischen Machthaber abgesagt.

Bei dem für den 12. Juni in Singapur geplanten Treffen sollte es um eine friedliche Lösung des langjährigen Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm gehen. Die USA bestanden auf einer sofortigen, nachhaltigen und überprüfbaren Vernichtung der Atomwaffen Nordkoreas. Zuletzt hatte Trump erkennen lassen, dass auch ein Abbau in Phasen möglich sei.

Trumps einseitige Absage sei unerwartet gewesen, wurde Nordkoreas Vizeaußenminister, der in der vergangenen Woche selber noch mit einer Absage des Gipfels gedroht hatte, von den Staatsmedien zitiert. „Wir bedauern das sehr“, sagte der langjährige Atomunterhändler. Die Entscheidung Washingtons stimme nicht mit dem Wunsch der Menschheit nach Frieden und Stabilität in der Welt, ganz zu schweigen von der koreanischen Halbinsel, überein. Nordkorea sei willens, der US-Seite „Zeit und Gelegenheit“ zu geben. Er warnte zugleich, die Absage könnte die Führung in Pjöngjang dazu veranlassen, ihre „Wahl für einen neuen Weg“ zu überdenken.

Zwischen Provokation und Versöhnung

Der versöhnlichere Ton aus Pjöngjang steht im Gegensatz zu der verschärften Rhetorik der vergangenen Tage. Kurz vor der Gipfel-Absage hatte die kommunistische Regierung US-Vizepräsident Mike Pence als „ignorant und dumm“ bezeichnet. Die nordkoreanische Vizeaußenministerin Choe Son Hui hatte erklärt, Nordkorea sei zu einer atomaren Machtprobe ebenso bereit wie zu Verhandlungen.

Wenige Stunden später verkündete das Weiße Haus die Entscheidung Trumps. Gleich eine ganze Reihe von Zusagen seien nicht eingehalten worden. Es gebe jedoch noch die Chance, das auch wieder zu ändern, sagte Trump. „Zögern Sie nicht, mich anzurufen oder schreiben Sie“, forderte Trump den Machthaber in Pjöngjang in einer im diplomatischen Verfahren ungewöhnlichen Wortwahl auf.

Der US-Präsident machte deutlich, dass die US-Streitkräfte bereitstünden, sollte es nun militärische Aggressionen seitens Nordkorea geben oder das Land „töricht handeln“. Trump drohte Nordkorea in seinem Brief mit den Atomwaffen der USA. „Sie reden über Ihre nukleare Bewaffnung“, schrieb er. „Aber unsere sind so massiv und so mächtig, dass ich zu Gott bete, dass sie nie angewendet werden müssen.“

Enttäuschung im Süden

Südkoreas Präsident Moon Jae In, der sich sehr für das Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un eingesetzt hatte, reagierte noch in der Nacht zum Freitag enttäuscht auf die Gipfel-Absage. Er rief die politischen Führer Nordkoreas sowie der verbündeten USA zu direkten Gesprächen auf.

Am Freitag sagte Vereinigungsminister Cho Myoung Gyun in Seoul, der allgemeine Hintergrund der Entscheidung für die Absage müsse noch analysiert werden. Südkorea wolle zugleich seine Anstrengungen für die Umsetzung der Erklärung des innerkoreanischen Gipfels vom 27. April fortsetzen, wurde Cho von südkoreanischen Sendern zitiert. Nordkorea scheine sich nach wie vor ernsthaft um eine „Denuklearisierung“ bemühen zu wollen.

Die Absage per Brief kam nur wenige Stunden, nachdem Nordkorea eigenen Angaben zufolge sein Atomtestgelände Punggye-ri gesprengt hatte. Die Schließung des in einer Bergregion liegenden Testkomplexes war als ein symbolischer Schritt gewertet worden, mit dem das abgeschottete Land seine Bereitschaft zur Denuklearisierung demonstrieren wollte. Das Weiße Haus kritisierte, dass keine internationalen Experten, sondern nur Reporter als Zeugen zu den Sprengungen der Testtunnel zugelassen wurden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Trump hat in Hanoi zu liefern
Vor dem zweiten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 27. und 28. Februar in Hanoi bleibt der US-Präsident ein Risikofaktor. Eine Analyse unseres Asien-Korrespondenten Daniel Kestenholz.
21.02.2019, Vietnam, Hanoi: T-Shirts, auf denen die Porträts des US-Präsidenten Trump und des nordkoreanischen Machthabers Kim über dem Schriftzug "Peace" zu sehen sind, hängen an einem Verkaufsstand. (zu dpa "Kegelhut-Trump und «Peace» mit Kim: T-Shirts sind in Hanoi der Renner" Foto: Bac Pham/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Historischer Handschlag
Die Gespräche laufen besser als erwartet. Auf ihrem Gipfel in Singapur gibt es eine Einigung zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber. Ist es der Durchbruch? Wird Kim abrüsten?
Kim Jong Un und Donald Trump begannen ihr Aufeinandertreffen nach dem obligatorischen Hanschlag mit einem etwa vierzigminütigen Vier-Augen-Gespräch.
Trump: "Gipfel mit Kim findet statt"
Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un soll nun doch am 12. Juni stattfinden. Das sagte Trump am Freitag in Washington.
Trump am Freitag nach einer Unterredung mit Kim Yong Chol, der rechten Hand des nordkoreanischen Diktators.
Trump sagt Treffen mit Kim Jong Un ab
Das für den 12. Juni geplante Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur wird nicht stattfinden. Der US-Präsident hat dem nordkoreanischen Machthaber abgesagt.
(COMBO) This combination of pictures created on May 24, 2018 shows US President Donald Trump speaking to the media as he makes his way to board Marine One at the White House on May 23, 2018 in Washington, DC, and an undated picture released from North Korea's official Korean Central News Agency (KCNA) on May 18, 2018 of North Korean leader Kim Jong-Un speaking while attending the first Enlarged Meeting of the 7th Central Military Commission of the Workers' Party of Korea (WPK) in Pyongyang.


US President Donald Trump told North Korean leader Kim Jong-Un on May 24, 2018, in letter that the Singapore summit will not take place.
 / AFP PHOTO / AFP PHOTO AND KCNA VIA KNS / Mandel NGAN AND - /  - South Korea OUT / REPUBLIC OF KOREA OUT   ---EDITORS NOTE--- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO/KCNA VIA KNS" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
THIS PICTURE WAS MADE AVAILABLE BY A THIRD PARTY. AFP CAN NOT INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, LOCATION, DATE AND CONTENT OF THIS IMAGE. THIS PHOTO IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY AFP.  /
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.