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Nordkorea warnt nach Biden-Rede vor ernsthafter Situation
International 2 Min. 02.05.2021

Nordkorea warnt nach Biden-Rede vor ernsthafter Situation

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einer Parteiveranstaltung im März 2021.

Nordkorea warnt nach Biden-Rede vor ernsthafter Situation

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einer Parteiveranstaltung im März 2021.
Foto: AFP
International 2 Min. 02.05.2021

Nordkorea warnt nach Biden-Rede vor ernsthafter Situation

US-Präsident Joe Biden setzt im Umgang mit Nordkorea auf Diplomatie und Abschreckung. Wie die Diplomatie genau aussieht, ist noch unklar. Pjöngjang will jedoch schon den neuen Kurs als Beleg für die feindselige US-Politik entschlüsselt haben.

(dpa) - Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat US-Präsident Joe Biden wegen seiner Warnung vor ihrem Kernwaffenprogramm einen schweren Fehler vorgeworfen und mit Konsequenzen gedroht. Die Grundaussage der neuen Nordkorea-Politik der USA sei jetzt klar geworden, erklärte ein hochranginger Beamter des Außenministeriums in Pjöngjang am Sonntag in Anspielung auf die Rede Bidens vor dem US-Kongress vor einigen Tagen. Darin hatte Biden Nordkorea als „ernsthafte Bedrohung“ für die Sicherheit der USA und der Welt bezeichnet.

Die Kritik Pjöngjangs erfolgte vor der Veröffentlichung der neuen US-Politik gegenüber Nordkorea. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte zuletzt bestätigt, dass die Überprüfung der Politik jetzt abgeschlossen sei. Das Ziel bleibe die komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Unter Denuklearisierung verstehen die USA die Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals. Biden betonte in seiner Rede, seine Regierung werde mit Nordkoreas Bedrohungen „durch Diplomatie und strikte Abschreckung“ umgehen.


This undated picture released by Korean Central News Agency on October 16, 2019 shows North Korean leader Kim Jong Un riding a white horse amongst the first snow at Mouth Paektu. (Photo by STR / KCNA VIA KNS / AFP) / - South Korea OUT / REPUBLIC OF KOREA OUT   ---EDITORS NOTE--- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO/KCNA VIA KNS" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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Der Leiter der Abteilung für US-Angelegenheiten im nordkoreanischen Außenministerium, Kwon Jong Gun, bezeichnete Bidens Äußerungen als nicht tolerierbar. Biden habe „im Licht der heutigen Sichtweise einen groben Fehler begangen“, wurde Kwon von den Staatsmedien zitiert. Nordkorea werde gezwungen sein, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, „und mit der Zeit werden sich die USA in einer sehr ernsten Situation wiederfinden“.

„Nukleare Erpressung“

Wie es von Pjöngjang üblich ist, warf Kwon den USA eine feindselige Politik und „konstante nukleare Erpressung“ vor. Die Entwicklung von Atomwaffen verteidigte Kwon als Recht auf Selbstverteidigung. Nordkorea ist wegen seines Atomprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. Unter anderem entwickelt es auch Langstreckenraten, die besonders von den USA als Gefahr wahrgenommen werden.


In a photo taken on December 17, 2020 people visit the statues of late North Korean leaders Kim Il Sung and Kim Jong Il on Mansu Hill on the occasion of 9th anniversary of Kim Jong Il's death, in Pyongyang. (Photo by KIM Won Jin / AFP)
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Die neue Politik gegenüber Nordkorea stelle „einen angemessenen, praktischen Ansatz für die Diplomatie mit Nordkorea dar, mit dem Ziel, die Bedrohung für die USA zu beseitigen“, zitierte die „Washington Post“ einen hochrangigen US-Regierungsbeamten. Details wurden zunächst nicht bekannt.

In einer separaten Erklärung warf das Außenministerium in Pjöngjang den USA im Zusammenhang mit einer Mitteilung des US-Außenministeriums zur Menschenrechtssituation in Nordkorea vom 28. April auch vor, die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt zu haben. In der Mitteilung anlässlich der „Freiheitswoche für Nordkorea“ hieß es unter anderem: „Wir stehen an der Seite von Millionen Nordkoreanern, deren Würde und Menschenrechte durch einen der repressivsten und totalitärsten Staaten weltweit verletzt werden.“

Nordkoreas Außenministerium bezeichnete dies als Provokation und „Manifestation der feindseligen Politik“. Der isolierten Führung in Pjöngjang werden immer wieder schwere Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. Nordkorea bestreitet diese.    

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