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Nordkorea: UN-Sicherheitsrat verurteilt Raketentest
Nordkorea habe sich „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, so Kim Yong Un.

Nordkorea: UN-Sicherheitsrat verurteilt Raketentest

Foto: REUTERS
Nordkorea habe sich „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, so Kim Yong Un.
International 28.08.2016

Nordkorea: UN-Sicherheitsrat verurteilt Raketentest

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Trotz heftiger Kritik aus dem Ausland, feiert Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den jüngsten Raketentest als großen Erfolg.

(dpa) - Nach dem jüngsten Test einer ballistischen Rakete sieht Nordkoreas Führung das militärische Angriffspotenzial der Landes deutlich gestärkt. Der Start der Rakete von einem U-Boot aus sei unter Anleitung des Machthabers Kim Jong Un „erfolgreich und ohne negative Auswirkungen auf die Nachbarländer ausgeführt worden“, berichteten die Staatsmedien am Donnerstag. 

Kim feierte den in der Region heftig kritisierten Test vom Vortag als „größten Erfolg“. Nordkorea habe sich „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, wurde Kim zitiert. 

Beobachter in Südkorea vermuten, dass das wegen seines Atomprogramms international isolierte Regime den Raketentest propagandistisch ausschlachtet, um auch die Stellung Kims hervorzuheben. Das Staatsfernsehen strahlte nach Berichten südkoreanischer Medien ein Video über den Start aus. Dabei wurden auch Bilder von Kim im Kreis jubelnder Soldaten gezeigt. 

Kritik von allen Seiten

Der Raketentest hatte insbesondere bei den Nachbarn Japan, China und Südkorea heftige Kritik wie auch große Besorgnis ausgelöst. UN-Resolutionen verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Raketentests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik.  

In New York kam der UN-Sicherheitsrat wegen des Raketentests noch am Mittwoch (Ortszeit) zu einer Sondersitzung zusammen. Es habe generell bei den meisten Mitgliedern die Einstellung vorgeherrscht, das Verhalten Pjöngjangs zu verurteilen, wurde der amtierende malaysische Ratspräsident Ramlan Bin Ibrahim vom südkoreanischen Rundfunksender KBS zitiert. Die USA bereiteten demnach eine Erklärung vor, die den Ratsmitgliedern zur Prüfung vorgelegt werde.

Eine Reichweite von 500 Kilometern

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war die Rakete nach ihrem Start vor der Ostküste Nordkoreas 500 Kilometer geflogen, so weit wie bisher keine nordkoreanische Rakete dieser Art. Sie sei dann in ein Seegebiet innerhalb der Luftraumüberwachungszone Japans gestürzt. Nordkorea habe offensichtlich technische Fortschritte erzielt, hieß es. Ziel Nordkoreas ist es, Raketen mit Atomsprengkopf zu entwickeln. 

Der Test erfolgte nur zwei Tage nach dem Beginn jährlicher Militärübungen der USA mit Südkorea. Nordkorea hatte zum Beginn des Manövers mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Washington und Seoul bestreiten Vorwürfe Pjöngjangs, mit ihren Übungen einen Angriff vorzubereiten.

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