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Nordkorea meldet bedeutenden Test auf Satellitenstartgelände
International 3 Min. 08.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea meldet bedeutenden Test auf Satellitenstartgelände

Dieses undatierte von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kim Jong Un, der von Mitgliedern des Militärs begrüßt wird und angeblich einen Raketentest verfolgt.

Nordkorea meldet bedeutenden Test auf Satellitenstartgelände

Dieses undatierte von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kim Jong Un, der von Mitgliedern des Militärs begrüßt wird und angeblich einen Raketentest verfolgt.
Foto: KCNA/dpa
International 3 Min. 08.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea meldet bedeutenden Test auf Satellitenstartgelände

Die Raketen- und Satellitenanlage in Sohae, die eigentlich abgebaut werden sollte, ist wieder in Betrieb. Den USA erteilt Pjöngjang derweil eine neue Gesprächsabsage.

(dpa) - Kurz nach einer Gesprächsabsage an die USA hat Nordkorea einen wichtigen Test an seiner umstrittenen Satelliten-Startanlage Sohae vermeldet. Der Test "von großer Bedeutung" sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien am Sonntag, ohne dass jedoch Details genannt wurden. Zuvor hatte die nordkoreanische UN-Vertretung Gesprächen mit den USA über eine atomare Abrüstung eine Absage erteilt.

Die Testergebnisse werden den Angaben Pjöngjangs zufolge "einen großen Einfluss darauf haben, die strategische Position der Demokratischen Volksrepublik Korea in naher Zukunft einmal mehr zu verändern". Ein Bericht darüber werde dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei vorgelegt.


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In Südkorea wurde spekuliert, dass Nordkorea einen Raketenantrieb auf der Anlage an der Westküste getestet haben könnte. Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte habe keine Hinweise darüber, dass von der Rampe etwas abgefeuert worden sei, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren unter anderem mehrfach Weltraumraketen, darunter auch aus Sohae, gestartet und behauptet, diese hätten Satelliten ins All gebracht. Die Weltgemeinschaft ging hingegen von verdeckten Tests für Langstreckenraketen aus, die Atomwaffen tragen könnten.

Experten vermuteten, dass Nordkorea jetzt einen Raketenantrieb in der Anlage an der Westküste des Landes getestet haben könnte. „Wir können annehmen, dass es ein statischer Triebwerkstest ist, aber sie haben schon andere Arten von Tests/Experimenten mit statischen Antriebsaufbauten durchgeführt“, schrieb der Nordkorea-Experte Ankit Panda auf Twitter.   

Der US-Nachrichtensender CNN hatte am Samstag berichtet, Satellitenfotos würden darauf hindeuten, dass Nordkorea Vorbereitungen treffen könnte, um die Tests von Triebwerken für den Start von Satelliten und Interkontinentalraketen wiederaufzunehmen.

Nordkorea hatte nach Angaben amerikanischer Experten nach dem ersten Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Juni 2018 in Singapur mit dem Abbau wichtiger Teile der Raketen-Startanlage begonnen. In diesem Jahre sorgten Experten-Berichte für Schlagzeilen, wonach Nordkorea offenbar den Komplex in raschem Tempo wieder aufbaut.

Panmunjom: Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, und Donald Trump, Präsident der USA, bei ihrem Treffen in der Demilitarisierten Zone.
Panmunjom: Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, und Donald Trump, Präsident der USA, bei ihrem Treffen in der Demilitarisierten Zone.
Foto: KCNA/dpa

Zuletzt wurde die Befürchtung laut, dass Nordkorea angesichts der stockenden Verhandlungen mit den USA über sein Atomwaffenprogramm ein Moratorium für Nuklearversuche und Starts von Langstreckenraketen aufheben könnte. In einer Stellungnahme der UN-Vertretung Pjöngjangs in New York hieß es am Samstag, man müsse nun nicht "längliche Gespräche" mit den USA führen, und eine Denuklearisierung sei vom Tisch. Die Amerikaner nutzten die Gespräche mit Nordkorea nur für innenpolitische Zwecke.


This picture taken on December 2, 2019 and released from North Korea's official Korean Central News Agency (KCNA) on December 3, 2019 shows skiers watching fireworks during a ceremony to mark the completion of the construction of the township of Samjiyon County. (Photo by STR / various sources / AFP) / South Korea OUT / ---EDITORS NOTE--- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO/KCNA VIA KNS" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS / THIS PICTURE WAS MADE AVAILABLE BY A THIRD PARTY. AFP CAN NOT INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, LOCATION, DATE AND CONTENT OF THIS IMAGE --- /
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Trump gab sich betont gelassen und unterstrich, er habe ein sehr gutes Verhältnis zu Kim Jong Un. "Ich wäre überrascht, wenn Nordkorea feindselig handeln würde."

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit ihrem gescheiterten Gipfel im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Die Führung in Nordkorea machte zuletzt in mehreren Erklärungen deutlich, an neuen Atomgesprächen mit den USA nicht interessiert zu sein, solange Washington keine neuen Vorschläge mache. Pjöngjang setzte eine Frist dafür bis zum Ende des Jahres.

Juni 2017: Der südkoreanische Präsident Moon Jae In bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Donald Trump.
Juni 2017: Der südkoreanische Präsident Moon Jae In bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Donald Trump.
Foto: AFP

Trump beriet sich am Freitag auch telefonisch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, wie das Weiße Haus am Samstag mitteilte. Aus Moons Büro hieß es, beide seien sich einig gewesen, dass die Lage "ernst" auf der koreanischen Halbinsel sei und dass es nötig sei, den Dialog mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang fortzusetzen.


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Nordkoreas UN-Vertretung kritisierte unterdessen auch eine gemeinsame Erklärung von sechs EU-Staaten, und nannte das Statement eine "ernsthafte Provokation". Deutschland hatte am Mittwoch nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zusammen mit Frankreich, Großbritannien, Belgien, Polen und Estland seine Besorgnis über "provokante Handlungen" Nordkoreas erneut bekräftigt.

Zuvor hatte das mächtigste UN-Gremium hinter verschlossenen Türen über die jüngsten Raketentests Pjöngjangs beraten. Bei den Vereinten Nationen kommt es regelmäßig zu solchen Beratungen über Nordkorea und auch zu mahnenden Worten an Pjöngjang.


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HANDOUT - 16.10.2019, Nordkorea, ---: Dieses undatierte von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am 16.10.2019 zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, auf einem weißem Pferd auf dem schneebedeckten Berg Paektusan - dem höchsten Gipfel des Landes an der Grenze zu China. ACHTUNG: Das Foto wurde von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellt. Sein Inhalt kann nicht eindeutig verifiziert werden. Foto: -/KCNA/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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