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Nordkorea lässt US-Studenten frei
International 2 Min. 13.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Medienberichte

Nordkorea lässt US-Studenten frei

Nordkoreas höchstes Gericht hatte den damals 21-jährigen US-Studenten Otto Warmbier 2016 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.
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Nordkorea lässt US-Studenten frei

Nordkoreas höchstes Gericht hatte den damals 21-jährigen US-Studenten Otto Warmbier 2016 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.
REUTERS
International 2 Min. 13.06.2017 Aus unserem online-Archiv
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Nordkorea lässt US-Studenten frei

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Der amerikanische Student Otto Warmbier, der in Nordkorea unter ungeklärten Umständen zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt wurde, ist frei. Nach einem Bericht der "Washington Post" sei Warmbier schwer krank und wurde nach Cincinatti ausgeflogen.

(tom) - Nordkorea hat offenbar den amerikanischen Studenten Otto Warmbier aus medizinischen Gründen freigelassen. Warmbier, der während einer Nordkorea-Rundreise 2016 unter nie ganz geklärten Umständen verhaftet und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war, sei aus medizinischen Gründen nach Cincinatti ausgeflogen worden. Das berichtet die "Washington Post" am Dienstag. US-Außenminister Tillerson bestätigte lediglich, dass Warmbier frei sei, machte allerdings keine Angaben über seinen Zustand.

Nach Angaben seiner Eltern gegenüber der "Washington Post" liege Warmbier seit über einem Jahr im Koma. Die nordkoreanische Führung hatte kurz nach seiner  Verurteilung im März 2016 verlauten lassen, der damals 21-jährige habe sich eine Botulismus-Infektion zugezogen und sei daraufhin ins Koma gefallen. Genauere Informationen über Warmbiers Gesundheitszustand liegen nicht vor.

Ein Schauprozess und 15 Jahre Zwangsarbeit

Der Fall Otto Warmbier ist nie völlig aufgeklärt worden - und wird es wohl auch nicht: Der Student der University of Virginia war Ende 2015 auf einer Rundreise durch Nordkorea gewesen, als er am Silvesterabend verhaftet wurde. Laut Anklage soll er in einem Hotel ein Propaganda-Banner entwendet haben.

Otto Warmbier bei einer Pressekonferenz nach dem Urteil.
Otto Warmbier bei einer Pressekonferenz nach dem Urteil.
Foto: AFP

Nach einem nur einstündigen Schauprozess, an dessen Ende Warmbier ein erkennbar erzwungenes Geständnis verlas, wurde er zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, von denen er 17 Monate verbüßte. Warmbier sagte im Prozess aus, jemand habe ihm einen Gebrauchtwagen im Wert von 10.000 Dollar  für die Tat angeboten. Für den Fall, dass er erwischt würde und nicht mehr nach Hause zurückkehre, habe seine  Familie 200.000 US-Dollar erhalten sollen, worauf er sich aufgrund einer finanziellen Notlage seiner Familie eingelassen habe.

Nach der Urteilsverkündung wurde Warmbier nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, was Nordkorea mit seinem Gesundheitszustand erklärte. Auch schwedische Diplomaten, die in Nordkorea amerikanische Interessen vertreten, hatten nach dem Prozess keinen Kontakt mehr zu ihm. 

US-Außenminister Tillerson sei mit der nordkoreanischen Führung in Gesprächen, um die Freilassung dreier weiterer US-Bürger zu erreichen, hieß es aus Washington.

Dennis Rodman will "Tür öffnen"

Am Tag von Warmbiers Ausreise war der ehemalige Basketballstar Dennis Rodman zu einem Besuch in Nordkorea eingetroffen. Er wolle eine "Türe öffnen", sagte der 56-Jährige auf seiner Zwischenstation am Flughafen Peking. Der Auslandseinsatz sei sicher im Sinne des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Rodman wurde in Pjöngjang vom stellvertretenden Sportminister Son Kwang-Ho empfangen.

Dennis Rodman wurde vom stellvertretenden Sportminister Nordkoreas, Son Kwang-Ho, empfangen.
Dennis Rodman wurde vom stellvertretenden Sportminister Nordkoreas, Son Kwang-Ho, empfangen.
Foto: REUTERS

Die einstige Basketball-Größe Rodman, fünfmaliger NBA-Champion mit den Chicago Bulls (3) und den Detroit Pistons (2), hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach nach Nordkorea aufgemacht. Tiefpunkt war seine Reise im Januar 2014, als "Dennis the menace" (die Bedrohung) Diktator Kim Jong-Un in einer Sporthalle ein Geburtstagsständchen gesungen hatte. Ob Rodmans jüngster Besuch im Zusammenhang mit der Befreiung Warmbiers steht, ist nicht bekannt.

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Die Leiche des aus Nordkorea zurückgekehrten und wenig später gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier wird nicht einer Autopsie unterzogen. Ein entsprechender Wunsch der Eltern wird respektiert.
(FILES) This file photo taken on February 29, 2016 and released by North Korea's official Korean Central News Agency (KCNA) on March 1, 2016 shows US student Otto Frederick Warmbier (R), who was arrested for committing hostile acts against North Korea, speaking at a press conference in Pyongyang.  
South Korean President Moon Jae-In said June 20, 2017 that North Korea bears responsibility for the death of US student Otto Warmbier, and described its regime as irrational.Ahead of talks here next week with President Donald Trump, Moon said he hopes to engage North Korea in dialogue by the end of the year.
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