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Nordkorea: Kim Jong Un ist wieder da
International 2 Min. 02.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea: Kim Jong Un ist wieder da

Ein am 2. Mai veröffentlichtes Propagandafoto zeigt Kim "in Aktion". Wie bei allen staatlichen Bildern aus Nordkiorea ist die Quelle des Materials aber nicht unabhängig verifiziert.

Nordkorea: Kim Jong Un ist wieder da

Ein am 2. Mai veröffentlichtes Propagandafoto zeigt Kim "in Aktion". Wie bei allen staatlichen Bildern aus Nordkiorea ist die Quelle des Materials aber nicht unabhängig verifiziert.
Foto: AFP
International 2 Min. 02.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea: Kim Jong Un ist wieder da

Die wochenlange Abwesenheit von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte Spekulationen über seine Gesundheit ausgelöst. Doch Pjöngjang schwieg dazu. Jetzt zeigt sich Kim Jong Un plötzlich wieder.

(dpa) - Rund drei Wochen war Kim Jong Un von der Bildfläche verschwunden - nun hat sich Nordkoreas Machthaber nach Berichten der Staatsmedien wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik nördlich von Pjöngjang teilgenommen, hieß es am Samstag. Die Feierlichkeiten hätten am Freitag stattgefunden. Die offizielle Zeitung „Rodong Sinmun“ zeigte Bilder von Kim, wie er in einem dunklen Mao-Anzug ein rotes Band zerschneidet oder sich lächelnd im Kreis von Funktionären bewegt.

US-Präsident Donald Trump sagte in Washington angesprochen auf den Bericht: „Ich möchte das lieber noch nicht kommentieren.“ Man werde sich zu gegebener Zeit äußern.

Der inszenierte Auftritt Kims dürfte aber nach Ansicht von Beobachtern die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand vorerst beenden. Die staatlich kontrollierten Medien hatten 20 Tage lang nicht mehr von öffentlichen Aktivitäten des Machthabers berichtet. Insbesondere nachdem er bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag seines Großvaters und früheren Staatschefs Kim Il Sung am 15. April in Pjöngjang gefehlt hatte, hielten sich hartnäckig Gerüchte, Kim sei ernsthaft erkrankt.


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Ein Grund dafür, warum er wochenlang von der Bildfläche verschwunden war, wurde in den Medien des Landes nicht genannt. Nordkorea ist eines der weltweit isoliertesten Länder. Am 11. April hatte Kim ein wichtiges Parteitreffen in Pjöngjang geleitet, danach war er nicht mehr aufgetaucht.

Der US-Nachrichtensender CNN hatte zuletzt unter Berufung auf einen Regierungsbeamten berichtet, Kim sei „nach einer Operation in ernsthafter Gefahr“. In Südkorea war der Bericht auf Skepsis gestoßen. Nach Angaben des Präsidialamts in Seoul gab es zunächst keine Hinweise auf größere Gesundheitsprobleme Kims. Auch war die Regierung in Südkorea davon ausgegangen, dass Kim weiter die Kontrolle über die Regierungsgeschäfte gehabt habe und außerhalb von Pjöngjang gewesen sei.

Übergewichtig, starker Raucher

Die auf Nordkorea spezialisierte Internetzeitung „Daily NK“ in Südkorea hatte berichtet, Kim habe sich einer Operation am Herzen unterziehen müssen. Er erhole sich aber wieder außerhalb der Hauptstadt. Kim ist nach Angaben Südkoreas 36 Jahre alt. Er ist übergewichtig und gilt als starker Raucher. Sein Vater Kim Jong Il, von dem er die Macht übernommen hatte, war Ende 2011 an einem Herzinfarkt gestorben.


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Von der Zeremonie in der Fabrik hieß es, alle Anwesenden hätten „Hurra“ gerufen, um Kims Einsatz um die Düngemittelindustrie zu würdigen. Kim habe mehrere Orte auf dem Fabrikgelände angeschaut und sich über den Produktionsprozess informieren lassen. Er habe sich über das Geschaffene zufrieden geäußert und über die Aufgabe gesprochen, „unsere chemische Industrie mit korrekter Orientierung zu entwickeln, wie es das neue Jahrhundert erfordert“.

Dass Kim längere Zeit nicht öffentlich in Erscheinung tritt, ist nicht ungewöhnlich. 2014 war er fast sechs Wochen von der Bildfläche verschwunden. Danach zeigte er sich mit einem Gehstock. Der Geheimdienst in Südkorea vermutete damals, dass Kim eine Zyste am Sprunggelenk entfernt worden war.


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