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Nordkorea-Diplomatie beschleunigt
International 2 Min. 09.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea-Diplomatie beschleunigt

Kim und Xi setzten ihre neue Freundschaft vor Reportern in Dalian demonstrativ in Szene.

Nordkorea-Diplomatie beschleunigt

Kim und Xi setzten ihre neue Freundschaft vor Reportern in Dalian demonstrativ in Szene.
AFP
International 2 Min. 09.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Nordkorea-Diplomatie beschleunigt

Im Vorfeld des Gipfeltreffens zwischen Donald Trump und Kim Jong Un beschleunigt sich die Diplomatie. Während US-Außenminister Mike Pompeo erneut in Pjöngjang weilt, hat Kim Jong Un dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wieder einen Besuch abgestattet.


Von LW-Korrespondent Daniel Kestenholz aus Bangkok

Im Vorfeld des voraussichtlich im Juni stattfindenden historischen Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un beschleunigt sich die internationale Nordkorea-Diplomatie erheblich. US-Außenminister Mike Pompeo ist am Mittwoch zu seinem zweiten Besuch in einem Monat in Pjöngjang eingetroffen, um letzte Details für das erste Gipfeltreffen zwischen den beiden Kriegsfeinden auszuarbeiten. Kim Jong Un seinerseits hat dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den letzten Tagen den zweiten Besuch in sechs Wochen abgestattet.

Xi empfing den nordkoreanischen Führer in Chinas nordöstlicher Küstenstadt Dalian, rund 360 Kilometer Luftlinie von Pjöngjang entfernt. Kim war an Bord einer Passagiermaschine der nationalen Fluglinie Air Koryo nach Dalian gereist, womit er mit dem Brauch von Nordkoreas Herrscherdynastie brach, für Reisen ins Ausland eine gepanzerte Zugkomposition zu nehmen.

Der US-Nordkorea-Gipfel findet voraussichtlich im Juni in Singapur statt, doch auch der innerkoreanische Grenzort Panmunjom bleibt ein möglicher Austragungsort für eines der wohl wichtigsten politischen Ereignisse in diesem Jahrzehnt.

Naiver Glauben


This video grab taken from footage released by China Central Television (CCTV) on March 28, 2018 shows Chinese President Xi Jinping (R) and North Korean leader Kim Jong Un shaking hands during their meeting in Beijing on March 27, 2018.
Kim told Xi that it was his "solemn duty" to make Beijing his first overseas destination as he made his maiden foreign trip as leader, Pyongyang's official news agency reported on March 28. / AFP PHOTO / CCTV / CCTV /  - China OUT / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / CCTV" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Xi stärkt Kim
China bestätigt den überraschenden Besuch von Kim Jong Un in Peking. Seine Vorschläge: Auf die Gipfeltreffen mit Südkorea und den USA sollen Friedensgespräche und „synchrone Schritte“ zur Lösung des Konflikts folgen. Er sucht „guten Willen“ - besonders von Trump.

Der große Abwesende bei den epochalen Vorgängen rund um Nordkorea bleibt China, Pjöngjangs treuester Verbündeter, dessen langjährige Nahrungsmittel- und Rohstoffexporte nach Nordkorea auch das Überleben der Kim-Dynastie gesichert haben. Mit seiner neuen Nähe zu Kim will Xi sicherstellen, dass eine mögliche Annäherung zwischen Pjöngjang und Washington die strategischen, wirtschaftlichen und politischen Interessen Pekings nicht verletzt, diente Nordkorea doch während Jahrzehnten auch als willkommener Puffer an Chinas Nordostflanke.

Xi und Kim haben in Dalian demonstrativ Bemühungen in Szene gesetzt, ein in den letzten Jahren angespanntes Bündnis wiederzubeleben. Das chinesische Fernsehen zeigte die beiden Führer sprechend und lächelnd, bei strahlendem Sonnenschein, beim entspannten Spaziergang am Meer und in einem nahegelegenen Park. Das Dalian-Treffen dient dem Kim-Regime auch, einen möglichen Singapur-Gipfel besser mit China zu koordinieren, das Medienberichten zufolge logistische Hilfe wie Flugtransport zur Verfügung stellen würde.

Geeinte Front

Washington wiederum scheint bemüht, eine geeinte Front mit China gegenüber Nordkorea zu demonstrieren. Xi und Trump telefonierten noch am Dienstag: "Präsident Trump und Präsident Xi waren sich einig", erklärte das Weiße Haus, "wie wichtig die weitere Umsetzung der Sanktionen gegen Nordkorea ist, bis es seine Nuklear- und Raketenprogramme endgültig abbaut."

Die Vereinigten Staaten fordern die Freilassung von Kim Dong-chul und zwei weiteren US-Koreanern.
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AFP

Trump sagte unlängst, Ort und Datum des Gipfels mit Kim seien beschlossen, doch vor einer offiziellen Bestätigung dürfte Washington noch konkrete Schritte Pjöngjangs abwarten. Kim hatte gegenüber US-Außenminister Pompeo vor einem Monat angedeutet, vor dem Gipfel die Freilassung von drei inhaftierten US-Staatsbürgern zu erwägen. Pompeo ließ vor seinem gestrigen Abflug nach Pjöngjang offen, ob die Freilassung eine Bedingung für ein Treffen zwischen Trump und Kim ist. "Wir haben seit 17 Monaten um die Freilassung dieser Häftlinge gebeten", so Pompeo. "Wir werden nochmal darüber reden. Es wäre eine große Geste, wenn sie dem zustimmen würden."

Aus südkoreanischen Kreisen verlautete am Mittwoch, man erwarte, dass Pompeo Nordkorea zusammen mit den drei US-Bürgern verlasse.


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