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Nicola Sturgeon legt Unabhängigkeit auf Eis
International 27.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Schottland

Nicola Sturgeon legt Unabhängigkeit auf Eis

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat derzeit andere Probleme als die Unabhängigkeit.
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Nicola Sturgeon legt Unabhängigkeit auf Eis

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat derzeit andere Probleme als die Unabhängigkeit.
Foto: AFP
International 27.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Schottland

Nicola Sturgeon legt Unabhängigkeit auf Eis

Michel THIEL
Michel THIEL
Nach der Wahlniederlage ihrer Partei will die schottische Regierungschefin vorerst von einem Referendum zur Unabhängigkeit absehen und sich stattdessen für den Verbleib des Landes im Europäischen Binnenmarkt stark machen.

(dpa) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat Pläne für ein neues Unabhängigkeitsreferendum auf Eis gelegt. Stattdessen wolle sich die schottische Regierung auf den Verbleib des Landes im Europäischen Binnenmarkt nach dem Brexit einsetzen, sagte Sturgeon am Dienstag im Parlament in Edinburgh. „Wir werden alles tun, um Großbritannien in diese Richtung zu bewegen“, sagte sie.

Im Herbst 2018, wenn die Umstände des geplanten EU-Austritts Großbritanniens klar werden, solle erneut über den Zeitplan für ein Unabhängigkeitsreferendum entschieden werden. Die Mehrheit der Schotten sei noch nicht von der Unabhängigkeit überzeugt.

Sturgeon reagierte damit auf die heftige Wahlniederlage ihrer Schottischen Nationalpartei (SNP) bei der britischen Parlamentswahl vor knapp drei Wochen. Die Befürworter eines unabhängigen Schottlands verloren 21 ihrer 56 Sitze in Westminster. Sturgeon hatte eingeräumt, dass ihre Forderung nach einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum zu dem schlechten Ergebnis beigetragen haben könnte.

Im März hatte sie aus Protest gegen den Brexit-Kurs der britischen Regierung angekündigt, zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 eine Volksabstimmung zur Loslösung von Großbritannien abhalten zu wollen. Das Parlament in Edinburgh hatte zugestimmt. Die notwendige Zustimmung aus London blieb aber aus.


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