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Nicht einmal 40 und schon Ministerpräsident
International 08.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Charles Michel

Nicht einmal 40 und schon Ministerpräsident

Charles Michel wird die schwierige Aufgabe zuteil, Belgien aus der politischen Instabilität zu führen.
Charles Michel

Nicht einmal 40 und schon Ministerpräsident

Charles Michel wird die schwierige Aufgabe zuteil, Belgien aus der politischen Instabilität zu führen.
REUTERS
International 08.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Charles Michel

Nicht einmal 40 und schon Ministerpräsident

Er gilt als zielstrebig und erfolgsorientiert: Mit gerade einmal 38 Jahren wird Charles Michel Ministerpräsident von Belgien.

(dpa/afp) - Er gilt als zielstrebig und erfolgsorientiert: Mit gerade einmal 38 Jahren wird Charles Michel Ministerpräsident von Belgien - und damit der jüngste Regierungschef seines Landes seit 1840.

Der Nachfolger des Sozialisten Elio Di Rupo ist nicht neu in der Politik. Bereits mit 16 Jahren tritt Charles Michel dem liberalen Jugendverband von Jodoigne bei, den er mehrere Jahre leiten wird. Noch vor seinem Jura-Studium kandidiert er 1994 erstmals bei Provinzwahlen. Michels Vater Louis ist ebenfalls ein prominenter liberaler Politiker. Er war Außenminister und EU-Kommissar seines Landes.

Mit 24 Jahren wird Charles Michel - mittlerweile Jurist - der jüngste Minister in der Geschichte Belgiens. Zunächst übernimmt als wallonischer Minister die Ressorts Innenpolitik und öffentliche Verwaltung, zwischen 2007 und 2011 wird er dann nationaler Minister für Entwicklungshilfe. Ein Posten, bei dem er weniger  im Rampenlicht steht als seine Kollegen.

"Er ist sehr entschlossen"

Aufmerksamkeit auf nationaler Ebene wird ihm 2011 zuteil. Innerhalb der liberalen Partei ist der bisherige Amtsinhaber Didier Reynders nach den verlorenen Parlamentswahlen im Jahr zuvor umstritten. Dem sogenannten "Clan Michel" gelingt es, Finanzminister Reynders vom Thron zu stoßen. Somit ist für Michel der Weg frei, den Parteivorsitz zu übernehmen.

"Er ist sehr entschlossen, bereit Verantwortung zu übernehmen, auch auf die Gefahr hin, die bisherige Ordnung durcheinanderzubringen", sagt einer seiner Mitarbeiter, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. Der designierte Ministerpräsident interessiere sich für französische Literatur und möge die französische und italienische Küche.

In Debatten weiß Michel sich einzubringen, wie seine Auftritte im Fernsehen zeigen, wenngleich er häufig Politikerphrasen bemüht. Anerkennung findet, dass er neben Französisch auch Flämisch spricht.

Charles Michel bekam Ende Juli gemeinsam mit dem Chef der flämischen Christdemokraten, Kris Peeters, vom belgischen König Philippe den Auftrag zur Regierungsbildung. Neben den frankophonen Liberalen zählen drei flämische Parteien zur neuen Koalition. Michels Partei zählt lediglich 20 von 63 französischsprachigen Abgeordneten im Parlament. Nicht die besten Ausgangsvoraussetzungen. Seine Aufgabe wird es nun sein, wirtschaftliche Reformen anzupacken und trotz aller Schwierigkeiten die politische Instabilität der vergangenen Jahre in Belgien zu beenden.


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