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Neuseeland gedenkt 50 Todesopfern
International 16 2 Min. 22.03.2019

Neuseeland gedenkt 50 Todesopfern

Ein Land, in Trauer vereint. Eine Woche nach dem Massaker in zwei Moscheen gedenkt Neuseeland der 50 Toten. Ein Imam macht auch anti-muslimische Parolen von Politikern für die Tat verantwortlich.



Flowers are placed around portraits at the home of Haji Mohammed Daoud Nabi, 71, in Chirstchurch on March 22, 2019. Nabi, the first victim of the Al Noor Mosque massacre, was shot dead after welcoming the gunman into the building with the words "Hello brother". - The Muslim call to prayer rang out across New Zealand on Friday followed by two minutes of nationwide silence to mark a week since a white supremacist gunned down 50 people at two mosques in the city of Christchurch. (Photo by ANTHONY WALLACE / AFP)
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Eine Woche nach dem schrecklichen Attentat von Christchurch, in dem 50 Menschen starben, gedenkt auch Luxemburg der Opfer.

(dpa) - Zwei Schweigeminuten im ganzen Land, Menschenketten, dazu viele Frauen mit Kopftuch: Eine Woche nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch hat Neuseeland am Freitag der 50 Todesopfer gedacht. Von 13.32 Uhr bis 13.34 Uhr Ortszeit (1.32 bis 1.34 Uhr MEZ) stand in dem Pazifikstaat das öffentliche Leben praktisch still - ein Zeichen der Solidarität mit den 50 000 Muslimen, die dort zu Hause sind. Insgesamt leben in Neuseeland knapp fünf Millionen Menschen.

Die zentrale Gedenkfeier fand in einem Park in der Nähe der Al-Nur-Moschee von Christchurch statt, der größten Stadt auf Neuseelands Südinsel. Allein in dieser Moschee hatte ein Attentäter zur Zeit der Freitagsgebete in der vergangenen Woche 42 Menschen umgebracht. In einer anderen Moschee tötete er weitere acht Menschen. Wegen der Morde sitzt ein 28 Jahre alter Rassist und Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft.


15.03.2019, Neuseeland, Wellington: Premierministerin Jacinda Ardern spricht auf einer Pressekonferenz. Bei Angriffen auf zwei Moscheen voller Menschen, die an Freitagsgebeten teilnahmen, sind mehrere Menschen getötet worden. Foto: Boris Jancic/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Als Zeichen der Solidarität trugen viele Neuseeländerinnen ein Kopftuch - so wie dies Premierministerin Jacinda Ardern gleich nach dem Attentat vorgemacht hatte. In vielen Innenstädten blieben Menschen länger schweigend stehen als zwei Minuten. Die Zeremonie wurde vom Fernsehen im ganzen Land übertragen. Rund um Moscheen gab es Menschenketten. Mancherorts wurden zu Ehren der Toten auch Hakas aufgeführt, die Tänze von Neuseelands Ureinwohnern, den Maori.

Unter den Trauergästen waren mehrere Verletzte im Rollstuhl. Dabei war auch Premierministerin Ardern, die sich wieder ein schwarzes Tuch um den Kopf geschlungen hatte. Sie sagte an die Adresse der Muslime: „Neuseeland trauert mit Euch. Wir sind eins.“ Zugleich erinnerte sie an eine Weisheit aus dem Koran: „Wenn ein Teil des Körpers leidet, dann hat der ganze Körper Schmerzen.“ Viele Trauergäste hatten auch Fotos der Todesopfer dabei.

Bei der Feier sprach der Imam der Al-Nur-Moschee, Gamal Fouda, einer der Überlebenden des Anschlags. Der muslimische Geistliche bedankte sich bei der Regierungschefin: „Danke für Ihre Worte und für Ihre Tränen. Danke dafür, wie Sie uns mit einem einfachen Tuch die Ehre erweisen.“ Zum Schutz der Trauernden war die Polizei mit Hunderten von teils schwer bewaffneten Beamten im Einsatz. Über dem Park flogen Hubschrauber.

  Das war das Ergebnis von antimuslimischer Rhetorik von einigen politischen Führern, von Medienagenturen und von anderen.

Die Zeremonie hatte mit dem traditionellen Ruf zum Gebet begonnen. Nach den Schweigeminuten mahnte der Imam, das Massaker sei „nicht über Nacht gekommen“. „Das war das Ergebnis von antimuslimischer Rhetorik von einigen politischen Führern, von Medienagenturen und von anderen“, sagte der Geistliche. Die rassistische Theorie einer „weißen Überlegenheit“ sei eine große Gefahr für die Menschheit. Die Stimmung unter Neuseelands Muslimen fasste er so zusammen: „Unsere Herzen sind gebrochen. Aber wir sind nicht zerbrochen.“


This image grab from a self-shot video that was streamed on Facebook Live on March 15, 2019 by the man who was involved in two mosque shootings in Christchurch shows the man in his car before he entered the Masjid al Noor mosque. - A "right-wing extremist" armed with semi-automatic weapons rampaged through two mosques in the quiet New Zealand city of Christchurch during afternoon prayers on March 15, killing 49 worshippers and wounding dozens more. (Photo by Handout / HANDOUT / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / HANDOUT" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS - NO ARCHIVES
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Im Anschluss an die Trauerfeier wurden zahlreiche Opfer beigesetzt. Allein auf den Friedhöfen in Christchurch gab es knapp 30 Beerdigungen. Manche von den Einwandererfamilien wollen ihre Toten aber auch in ihrer ursprünglichen Heimat beerdigen. Eigentlich ist es im Islam üblich, dass Tote innerhalb von 24 Stunden unter die Erde kommen. Wegen der kriminaltechnischen Ermittlungen mussten die Familien jedoch viel länger warten. Inzwischen sind alle 50 Toten identifiziert.

Infolge des Anschlags hatte Neuseeland am Donnerstag seine Waffengesetze verschärft. Halbautomatische Waffen - wie sie der Täter benutzt hatte - sind nun verboten. Der Australier muss am 5. April das nächste Mal vor Gericht erscheinen. Für den Prozess gibt es noch keinen Termin. Der mutmaßliche Täter will sich nach Angaben seines bisherigen Pflichtverteidigers allein verteidigen. Auf den vom Staat gestellten Anwalt verzichtete er.


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