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Neues Woodward-Buch: verheerendes Bild von Trumps Weißem Haus
Bob Woodward deckte in den 1970er Jahren zusammen mit Carl Bernstein als Reporter der Washington Post die Hintergründe der Watergate-Affäre auf.

Neues Woodward-Buch: verheerendes Bild von Trumps Weißem Haus

Foto: AFP
Bob Woodward deckte in den 1970er Jahren zusammen mit Carl Bernstein als Reporter der Washington Post die Hintergründe der Watergate-Affäre auf.
International 04.09.2018

Neues Woodward-Buch: verheerendes Bild von Trumps Weißem Haus

Der legendäre Journalist beschreibt einen Präsidenten, der wie ein kleines Kind vor sich selbst beschützt werden muss.

(dpa) - Das Weiße Haus hat die Darstellungen des Pulitzer-Preisträgers Bob Woodward in dessen neuem Enthüllungsbuch über die Regierung von Präsident Donald Trump scharf zurückgewiesen. Das Buch enthalte nichts anderes als „Lügengeschichten, viele davon von verärgerten früheren Mitarbeitern“, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstag mit. Trumps Stabschef John Kelly wies besonders die Darstellung Woodwards zurück, wonach er - Kelly - Trump als „Idioten“ bezeichnet habe. „Das ist ein weiterer erbärmlicher Versuch, die Menschen zu beschmutzen, die Präsident Trump nahestehen, und von den vielen Erfolgen der Regierung abzulenken.“


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Die „Washington Post“ hatte am Dienstag unter Berufung auf das Buch, das der Zeitung vorab vorlag, von beängstigenden Zuständen im Weißen Haus berichtet. Woodward zitiert in dem Buch mit dem Titel „Angst - Trump im Weißen Haus“ unter anderem Kelly, der im Kreis von Mitarbeitern über den Präsidenten gesagt haben soll: „Er ist ein Idiot. Es ist sinnlos, zu versuchen, ihn von irgendetwas zu überzeugen. Er ist entgleist.“

Woodward schreibt auch für die „Washington Post“. In dem Buch berichtet er nach Angaben der Zeitung, der damalige Wirtschaftsberater Gary Cohn habe „einen Brief von Trumps Schreibtisch gestohlen“, mit dem der Präsident ein Handelsabkommen mit Südkorea habe auflösen wollen. Cohn habe einem Mitarbeiter später gesagt, er habe damit die Nationale Sicherheit schützen wollen - und dass Trump das Fehlen des Schreibens nicht bemerkt habe.

Die „Washington Post“ veröffentlichte auch einen Mitschnitt und ein Transkript eines Telefonats Trumps mit Woodward nach Abschluss des Buch-Manuskripts. Woodward hatte sich zuvor um ein Interview mit Trump bemüht, das aber nicht zustande kam. Trump sagte in dem Telefonat, niemand habe ihn darüber informiert.  


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Der Präsident äußert in dem Gespräch bereits die Erwartung, dass das Buch negativ ausfällt, versucht aber, das als belanglos abzutun. „Also habe ich ein weiteres schlechtes Buch, das rauskommt. Große Sache.“ Woodwards Buch erscheint am 11. September im Verlag Simon & Schuster. Der Verlag teilte mit, der Autor decke „das erschütternde Leben im Inneren von Präsident Donald Trumps Weißem Haus“ auf.


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