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Neues Klimaziel: EU-Staaten erzielen Teileinigung
International 23.10.2020

Neues Klimaziel: EU-Staaten erzielen Teileinigung

Der Streit über das neue Klimaziel für 2030 beschäftigt am Freitag die EU-Umweltminister in Luxemburg.

Neues Klimaziel: EU-Staaten erzielen Teileinigung

Der Streit über das neue Klimaziel für 2030 beschäftigt am Freitag die EU-Umweltminister in Luxemburg.
Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
International 23.10.2020

Neues Klimaziel: EU-Staaten erzielen Teileinigung

In den nächsten zehn Jahren soll der Ausstoß an Klimagasen drastisch sinken - eine Etappe auf dem Weg zu einem „klimaneutralen“ Europa bis 2050. Aber die EU-Staaten sind sich uneins, welches Zwischenziel machbar ist.

(dpa) - Die EU-Umweltminister haben eine Teileinigung auf das geplante Klimagesetz erzielt, das die Gemeinschaft auf den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 bringen soll. Dies erklärte die deutsche Bundesministerin Svenja Schulze am Freitag bei einem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Luxemburg. Das sei „ein wichtiger Schritt“, sagte die SPD-Politikerin in öffentlicher Sitzung. „Ich glaube, darüber dürfen wir uns freuen.“

Das Klimagesetz soll die Etappen und Bedingungen festlegen, wie die Europäische Union bis Mitte des Jahrhunderts „klimaneutral“ werden will - also alle Treibhausgase vermeiden oder speichern.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Treibhausgase bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55 Prozent zu reduzieren. Bisher sind minus 40 Prozent geplant. Deutschland - das derzeit den EU-Vorsitz führt - unterstützt das 55-Prozent-Ziel. Doch einige der 27 EU-Staaten haben Vorbehalte, darunter Länder wie Polen, die viel Kohle nutzen. Sie wollen Klarheit, wie das verschärfte Ziel zu schaffen ist und welche finanzielle Hilfe es gibt. Erst der EU-Gipfel im Dezember soll eine Festlegung für 2030 treffen. Danach stehen noch Verhandlungen mit dem Europaparlament an, das für minus 60 Prozent bis 2030 plädiert hat.

Die EU hat sich unter dem Pariser Abkommen international verpflichtet, ihr Klimaziel nachzuschärfen. Dies soll helfen, die gefährliche Überhitzung der Erde zu bremsen und Folgen wie Dürren, Überschwemmungen und Eisschmelze zu begrenzen. Die Temperatur soll weltweit im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um nicht mehr als 2 Grad steigen, möglichst sogar nur um 1,5 Grad.


EU-Parlament fordert schärferes EU-Klimaziel bis 2030
Derzeit gilt: Die EU will ihre Treibhausgase bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren.

Erst diese Woche hatte die EU-Umweltbehörde EEA Alarm geschlagen, dass die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten in Europa weiter zurückgehe. Vor allem intensive Landwirtschaft und Zersiedelung nehmen ihnen den Lebensraum. Die EU-Kommission hatte im Mai vorgeschlagen, die Naturschutzflächen bis 2030 auf 30 Prozent der Land- und Meeresflächen auszuweiten, 25.000 Kilometer Flüsse zu renaturieren und drei Milliarden Bäume zu pflanzen.


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