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„Neues Globales Abkommen“: UN-Chef will Weltordnung ändern
International 2 Min. 18.07.2020 Aus unserem online-Archiv

„Neues Globales Abkommen“: UN-Chef will Weltordnung ändern

UN-Generalsekretär Antonio Guterres gilt eigentlich nicht als Mann der großen Visionen. Nun fortdert er aber eine neue Weltordnung.

„Neues Globales Abkommen“: UN-Chef will Weltordnung ändern

UN-Generalsekretär Antonio Guterres gilt eigentlich nicht als Mann der großen Visionen. Nun fortdert er aber eine neue Weltordnung.
Foto: AFP
International 2 Min. 18.07.2020 Aus unserem online-Archiv

„Neues Globales Abkommen“: UN-Chef will Weltordnung ändern

Anlässlich des Geburtstages von Nelson Mandela fordert UN-Chef Guterres nichts weniger als ein neues internationales Machtverhältnis - und zielt dabei auch auf US-Präsident Donald Trump.

(dpa) - UN-Generalsekretär António Guterres hat sich im Kampf gegen globale Ungleichheit für eine Erneuerung der internationalen Ordnung ausgesprochen. „Die Nationen, die sich vor mehr als sieben Jahrzehnten durchsetzten, haben sich geweigert, über die Reformen nachzudenken, die zur Änderung der Machtverhältnisse in internationalen Institutionen erforderlich sind“, sagte Guterres am Samstag bei einer Feier zum Nelson-Mandela-Tag in einer Videoansprache. Es brauche ein „Neues Globales Abkommen“, um Macht, Reichtum und Chancen gerechter auf der Welt zu verteilen, so Guterres weiter.

Mit seiner Rede in Zeiten nationaler Alleingänge kritisierte Guterres die globale Vorherrschaft der Großmächte, deren Führungen bei den größten Herausforderungen und Konflikten der Gegenwart oftmals nicht zu gemeinsamen Lösungen kommen. Als Beispiel nannte der UN-Chef das Stimmrecht des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen: Die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sind Vetomächte des mächtigsten UN-Gremiums, das bei vielen Themen wie dem Syrien-Krieg blockiert ist, weil nichts gegen ihren Willen beschlossen werden kann. „Ungleichheit beginnt ganz oben: in globalen Institutionen. Die Bekämpfung der Ungleichheit beginnt mit der Reform“, so Guterres.

Kluft hat sich vergrößert

Guterres sieht die Welt vor einem Abgrund, der durch die Corona-Pandemie noch deutlicher geworden sei. Wie Röntgenstrahlen habe sie die Brüche im fragilen Skelett der Gesellschaften offengelegt: „Die Lüge, dass entfesselte Märkte Gesundheitsversorgung für alle liefern könnten“ und die „Täuschung, in einer Welt zu leben, die den Rassismus überwunden hätte“


U.S. President Barack Obama addresses a plenary meeting of the United Nations Sustainable Development Summit at the United Nations headquarters in Manhattan, New York September 27, 2015. More than 150 world leaders are expected to attend the three-day summit to formally adopt an ambitious new sustainable development agenda, according to a U.N. press statement. REUTERS/Carlo Allegri
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Statt eines gemeinsamen Vorgehens gegen die Krankheit sei die Kluft nur noch größer geworden. „Denn während wir alle auf demselben Meer schwimmen, ist klar, dass sich einige in Superjachten befinden, während andere sich an treibende Trümmer klammern.“ 

Während der UN-Chef zwei der Hauptursachen für die Ungleichheit in der Welt in der Kolonisation und in von Männern dominierten Gesellschaften sieht, beförderten aktuelle Entwicklungen diese noch: Populismus, Nationalismus, Extremismus und Rassismus würden weitere Ungleichheiten in Ländern sowie zwischen Nationen, Ethnien und Religionen schaffen.

„Die Anti-Rassismus-Bewegung, die sich nach der Tötung von George Floyd von den Vereinigten Staaten über die ganze Welt ausgebreitet hat, ist ein weiteres Zeichen, dass die Menschen genug haben“, sagte Guterres. Sie hätten genug von Ungleichbehandlung wegen ihrer Hautfarbe und Ungerechtigkeit, die Menschen ihrer fundamentalen Rechte beraube.


(FILES) This file photo taken on February 24, 2020 shows the logo of the World Health Organization (WHO) written in French and Chinese at the entrance of their headquarters in Geneva. - President Donald Trump has formally withdrawn the United States from the World Health Organization, making good on threats over the UN body's response to the coronavirus, a senator said July 7, 2020.  "Congress received notification that POTUS officially withdrew the US from the @WHO in the midst of a pandemic," Senator Robert Menendez, the top Democrat on the Foreign Relations Committee, wrote on Twitter. (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)
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Guterres dürfte dabei neben US-Präsident Donald Trump auch auf andere internationale Anführer abzielen, die auf nationale Alleingänge setzen und sich der internationalen Kooperation zumindest teilweise verweigern. Zu ihnen werden auch die Regierungen Russlands, Chinas und Brasiliens gezählt.

Mehr Gewicht für Entwicklungsländer

„Ein neues Modell für globale Regierungsführung muss auf einer vollständigen, integrativen und gleichberechtigten Beteiligung an globalen Institutionen beruhen“, forderte Guterres weiter. Dabei müssten vor allem die Entwicklungsländer mehr Gewicht bei der internationalen Entscheidungsfindung bekommen. Zudem brauche es deutlich mehr Frauen in Führungspositionen, um auch Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu schaffen.

Für die Zukunft sieht Guterres zwei grundlegende Veränderungen auf der Welt, die zu einer weiteren Vertiefung der Gräben führen könnten: den Klimawandel und die fortschreitende Digitalisierung. Letztere könne eine immer größere digitale Kluft begründen, die soziale und wirtschaftliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bildungsstufen, Ländern oder Bewohnern von Stadt und Land verstärke.    

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