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Neue Verhandlungsrunde im Fischereistreit
International 02.11.2021
Eskalation abgewendet

Neue Verhandlungsrunde im Fischereistreit

Fischerboote liegen im Hafen von Boulogne.
Eskalation abgewendet

Neue Verhandlungsrunde im Fischereistreit

Fischerboote liegen im Hafen von Boulogne.
Foto: DPA
International 02.11.2021
Eskalation abgewendet

Neue Verhandlungsrunde im Fischereistreit

London und Paris können eine Eskalationsspirale im Streit um Fischereirechte im Ärmelkanal nach dem Brexit gerade noch einmal abwenden.

(dpa) - Im Streit zwischen London und Paris über Fischereilizenzen im Ärmelkanal soll vorerst weiter verhandelt werden. Eine weitere Eskalation konnte abgewendet werden, als Paris ein für Dienstag festgelegtes Ultimatum für Strafmaßnahmen zunächst aussetzte.

Ob es Grund für Optimismus gibt, dürfte sich aber frühestens am Donnerstag herausstellen, wenn der britische Brexit-Minister David Frost zu Gesprächen mit dem französischen Europa-Staatssekretär Clément Beaune in Paris erwartet wird.

Beide Seiten stellten die Entwicklung als Erfolg für die eigene Seite dar. „Wir begrüßen, dass Frankreich von den Drohungen vom vergangenen Mittwoch Abstand genommen hat“, sagte der britische Umweltminister George Eustice am Dienstag dem Nachrichtensender Sky News. Man habe stets betont, man wolle die Lage deeskalieren und die „Tür offenhalten“, um die Vergabe weiterer Lizenzen zu diskutieren, sollten weitere Nachweise vonseiten Frankreichs oder Großbritanniens vorgebracht werden, so Eustice weiter.

Premierminister Boris Johnson betonte bei einer Pressekonferenz beim Weltklimagipfel COP26 in Glasgow am Dienstagabend, Großbritannien habe seine Position nicht verändert.

Beaune hatte hingegen per Twitter mitgeteilt, es habe von britischer Seite Signale gegeben, dass die Verhandlungen beschleunigt werden könnten. Noch am Mittwoch werde mit einer Reaktion auf französische Vorschläge gerechnet.

Anschuldigungen zurückgewiesen


Police officers inspect the truck of a driver working in the shellfish industry who brought his truck to central London to protest against post-Brexit red tape and coronavirus restrictions, which they say could threaten the future of the industry, in London on January 18, 2021. (Photo by Tolga Akmen / AFP)
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Konkret wird von den Fischern ein Nachweis gefordert, dass sie bereits vor dem Brexit in britischen Gewässern gefischt haben. Kleinere französische Fischerboote haben aber Berichten zufolge mangels technischer Möglichkeiten Schwierigkeiten, diesen Nachweis zu erbringen.

Paris hatte damit gedroht, von diesem Dienstag an einige Häfen für britische Fischer zu sperren und britische Boote und Lastwagen schärfer zu kontrollieren. London kritisierte die angedrohten Sanktionen als „unverhältnismäßig und unangemessen“. 

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