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Neue US-Sanktionen: Iran setzt auf Tourismus als Einnahmequelle
Die iranische Stadt Yazd ist ein beliebtes Touristenziel.

Neue US-Sanktionen: Iran setzt auf Tourismus als Einnahmequelle

Foto: Valente Jorge
Die iranische Stadt Yazd ist ein beliebtes Touristenziel.
International 12.08.2018

Neue US-Sanktionen: Iran setzt auf Tourismus als Einnahmequelle

Wegen der US-Sanktionen und der Wirtschaftskrise versucht der Iran nun stärker auf den Tourismus zu setzen. Eine Entscheidung, die auch dazu führen könnte, dass Nicht-Muslime kein Kopftuch mehr im Iran tragen müssen.

Teheran (dpa) - Angesichts der neuen US-Sanktionen und der Wirtschaftskrise setzt der Iran verstärkt auf Tourismus. „Besonders jetzt können wir mit der Förderung unseres Tourismuspotenzials eine alternative Einnahmequelle für Devisen schaffen“, sagte Vizepräsident und Tourismus-Chef Ali-Asghar Munessan am Sonntag in Teheran.

Im vergangenen Jahr kamen mehr als fünf Millionen ausländische Besucher in den Iran. Dieses Jahr sollen es weitaus mehr werden, besonders aus den EU-Ländern.


An Iranian woman walks by a mural on the wall of the former US embassy in the Iranian capital Tehran on August 7, 2018.
US President Donald Trump warned countries against doing business with Iran today as he hailed the "most biting sanctions ever imposed", triggering a mix of anger, fear and defiance in Tehran. / AFP PHOTO / ATTA KENARE
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Nach Aussage von Munessan können Touristen ihr Geld demnächst in Wechselstuben umtauschen und nicht nur in Banken. Da der Eurokurs dort deutlich höher ist, würden Reisekosten dementsprechend geringer ausfallen. Wegen der Wirtschaftskrise ist der Wert der nationalen Währung Rial stark gesunken.

Ein großes Problem bleibt aber weiterhin ungelöst: Der Zwang für Frauen, der obligatorischen islamischen Kleiderordnung mit Kopftuch und langem Mantel zu folgen, schreckt bisher viele Touristinnen, besonders aus der EU, von einer Iran-Reise ab. „Andere Länder, andere Vorschriften - die müssen halt respektiert werden“, sagte Munessian.

Aber genau diese Vorschriften bringen nach Meinung von Tourismusexperten auch weniger Einnahmen. Daher wird überlegt, die Vorschriften für ausländische Touristen zumindest zu lockern. Demnach sollten islamische Vorschriften für Muslime gelten und nicht Ausländer. Außerdem gebe es solche Vorschriften in den meisten anderen islamischen Ländern nicht.


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