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Neue Restriktionen in Paris und New York
International 4 Min. 05.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Neue Restriktionen in Paris und New York

Neue Restriktionen in Paris und New York

Foto: AFP
International 4 Min. 05.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Neue Restriktionen in Paris und New York

Volle Bars, viel Alkohol und lockeres Treiben ohne Abstand: Damit ist in den beiden Weltmetropolen nun vorerst Schluss.

(dpa) - Paris tritt wegen der alarmierenden Corona-Lage auf die Bremse und schließt Bars und Cafés. „Die Epidemie schreitet zu schnell voran“, warnte der Pariser Polizeipräfekt Didier Lallement am Montag. Man müsse verhindern, dass das Gesundheitssystem überlastet werde. In der Stadt und den Vorstädten gilt nun die „maximale Alarmstufe“. Das hat noch eine Reihe weiterer Einschränkungen zur Folge - Restaurants dürfen allerdings geöffnet bleiben. Die neuen Maßnahmen gelten zunächst ab Dienstag für zwei Wochen.

Kritische Lage in Paris

Die Lage in der französischen Hauptstadt ist sehr angespannt. Es gebe täglich mehr als 3.500 neue bestätigte Corona-Neuinfektionen im Großraum Paris. In der Hauptstadt steckten sich in den vergangenen sieben Tagen mehr 260 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Unter Jüngeren sei diese Zahl sogar noch höher und liege bei rund 500, so die Gesundheitsbehörden. Mehr als ein Drittel der Intensivbetten sind demnach mit Covid-19-Patienten belegt.


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Die „maximale Alarmstufe“ galt bisher nur in Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe. Danach kann noch der Gesundheitsnotstand ausgerufen werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betont immer wieder, dass man mit dem Virus leben müsse. Die Regierung hatte in den vergangenen Wochen allerdings einen Zickzack-Kurs mit widersprüchlichen Botschaften eingeschlagen. Zunächst hatte sie die regionalen Behörden in die Pflicht genommen - dann plötzlich selbst Vorschriften gemacht. In den betroffenen Regionen fühlte man sich bevormundet.


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Überraschend ist daher nun auch, dass Restaurants in der Hauptstadt geöffnet bleiben dürfen. Sie müssen strengere Hygienevorschriften erfüllen. In Marseille hingegen mussten alle Restaurants und Bars schließen, als in der südfranzösischen Hafenmetropole die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen wurde. Dagegen hatte es massiven Protest gegeben. Die Restaurants durften nun nach einer statt zwei Wochen wieder öffnen. Dafür hatten sich Regionalpolitikerinnen und -politiker stark gemacht.

Sicher auch um erneuten Ärger zu vermeiden, hatte sich die Regierung am Sonntag mit Vertreterinnen und Vertretern aus Paris getroffen. „Die Stadt wird an der Seite des Staates stehen“, versicherte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und dankte der Regierung für die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es werde Maßnahmen geben, um die wirtschaftlichen Schäden zu lindern. „Die Gesundheitskrise hat extrem harte Folgen“, mahnte sie mit Blick auf die Wirtschaft.

In Paris galten bereits verschärfte Regelungen - so mussten Bars etwa bisher um 22 Uhr schließen. Einschränkungen für den Alkoholverkauf zum Mitnehmen und den Konsum auf öffentlichen Plätzen bleiben bestehen. Künftig bleiben nun in Paris und den inneren Vorstädten auch Turnhallen und Schwimmbäder zu. Lediglich Minderjährige dürfen dort noch zum Beispiel im Rahmen ihres Vereins Sport machen.


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Für Einkaufszentren gilt eine Beschränkungen von vier Quadratmetern pro Kunde. In Altersheimen sind nur noch Besuche von maximal zwei Personen gestattet - nach Vereinbarung. Studentenpartys und Feste sind in öffentlichen Räumen verboten. Kinos und Theater dürfen geöffnet bleiben. Hör- oder Speisesäle dürfen nur zur Hälfte gefüllt werden.

Frankreich ist von der Corona-Pandemie hart getroffen. Mehr als 32.000 Menschen sind bisher gestorben. Am Wochenende zählte das Land knapp 17.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im Frühjahr galten sehr strenge Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land. Die Regierung betont immer wieder, dass solche generellen Beschränkungen nicht wieder eingeführt werden sollen. Für fast das gesamte Land hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgerufen.

New York will erneut Schulen und Geschäfte schließen

Nach neuen Coronavirus-Ausbrüchen in New York müssen in neun Bezirken der Millionenmetropole die Schulen wieder schließen. In diesen Postleitzahlenbezirken kämen derzeit rund 5,5 Prozent der Coronavirus-Tests positiv zurück, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag. Alle Schulen in diesen Bezirken müssten deswegen ab Dienstag zumachen. Anders als zuvor von Bürgermeister Bill de Blasio gefordert, dürfen Restaurants, Bars und Läden zunächst aber weiter geöffnet bleiben - mit Maskenpflicht, Hygieneregeln und eingeschränkter Kapazität.

Die Schulen der Millionenmetropole hatten nach mehreren Verschiebungen erst in der vergangenen Woche wieder damit begonnen, zumindest zeitweise Schüler vor Ort zu unterrichten. Mit mehr als einer Million Schülern ist der Schulbezirk New Yorks der größte der USA - und einer der wenigen Großräume des Landes, in denen ein zumindest teilweise regulärer Unterricht geplant war. Ebenfalls erst in der vergangenen Woche hatten Restaurants, Cafés und Bars zum ersten Mal seit März wieder in Innenräumen Speisen und Getränke ausschenken dürfen - unter strengen Hygiene-Bedingungen, mit Masken und stark eingeschränkter Kapazität.

Neben den Schulen werde das Virus in den betroffenen Bezirken derzeit vor allem bei großen religiösen Veranstaltungen übertragen, sagte Cuomo. „Seit Wochen sehen wir das, keine Masken und Verletzungen der Abstandsregeln.“ Er werde sich am Dienstag mit Vertretern der orthodoxen jüdischen Gemeinden treffen, von denen viele Mitglieder in den betroffenen Bezirken leben, um über die Einhaltung der Regeln zu sprechen. „Das kann so nicht weitergehen.“ 

New York war im Frühjahr eines der Epizentren der Corona-Pandemie. Inzwischen haben sich die Fallzahlen weitestgehend auf niedrigem Niveau stabilisiert. Von den Zehntausenden Tests pro Tag im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern kommen derzeit rund ein Prozent positiv zurück. Insgesamt haben sich bislang in dem Bundesstaat mehr als 460 000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 25 000 sind daran gestorben.


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