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Neue Hoffnung: Zyperngespräche gehen in die entscheidende Phase
International 20.11.2016

Neue Hoffnung: Zyperngespräche gehen in die entscheidende Phase

Proteste der Bürger für eine Wiedervereinigung der Insel im Mittelmeer.

Neue Hoffnung: Zyperngespräche gehen in die entscheidende Phase

Proteste der Bürger für eine Wiedervereinigung der Insel im Mittelmeer.
Foto: Reuters
International 20.11.2016

Neue Hoffnung: Zyperngespräche gehen in die entscheidende Phase

Laurent SCHÜSSLER
Laurent SCHÜSSLER
Trotz Misstrauens, komplizierter Gespräche und offener Fragen wird erneut verhandelt. Unter anderem wird über die innerzyprischen Grenze gesprochen.

 (dpa) – Die Volksgruppenführer der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, kommen nach einer gut einwöchigen Pause zu einer neuen entscheidenden Sitzung zusammen. Unter UN-Schirmherrschaft suchen sie im schweizerischen Mont Pèlerin nach Wegen, die über 42 Jahre lang andauernde Teilung Zyperns zu beenden. Angestrebt wird ein föderaler Staat mit zwei politisch gleichberechtigten Bundesländern.

Abgeschirmt von der Öffentlichkeit hatten die beiden Politiker Anfang des Monats bereits fünf Tage lang verhandelt. Nun sollen sie erneut zwei Tage lang intensiv miteinander reden. Anastasiades und Akinci wollen bestimmen, welche der zurzeit von türkischen Truppen besetzten Gebiete (rund 34 Prozent) an die griechischen Zyprer zurückgegeben werden sollen. Akinci soll vorgeschlagen haben, dass der türkisch-zyprische Teilstaat im Norden etwa 29,2 Prozent des Bodens kontrollieren soll. Die griechisch-zyprische Seite soll jedoch nur 28 Prozent vorgeschlagen haben.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden. Der türkisch-zyprische Norden wird nur von Ankara anerkannt.


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